Aus Raspberry Pi Geek 05/2014

TFT-Touchscreens für den Raspberry Pi (Seite 4)

Interview mit Pi3g-Gründer Maximilian Batz

Abbildung 8: Das Pi3g-Team mit Florian Frankenberger (links), Max Batz (Mitte) und Timo Andrews (rechts).

Abbildung 8: Das Pi3g-Team mit Florian Frankenberger (links), Max Batz (Mitte) und Timo Andrews (rechts).

LinuxUser:Wann seid Ihr auf die Idee gekommen, auf Basis des RasPi eine Firma aufzubauen?

Maximilian Batz: Mitte 2012 hielten mein Freund Florian und ich den ersten Raspberry Pi in Händen und erkannten gleich das Potenzial dieser kleinen Computer-Revolution, das bis heute noch lange nicht ausgeschöpft ist. Beispielsweise arbeitet die Firma General-Purpose Compute [11] daran, die GPU als Ergänzung zur CPU zu nutzen.

LU:Es gibt bei Pi3g einige sehr pfiffige Lösungen, etwa die Pi.card oder das Gehäuse-Branding. Was planen Sie für die Zukunft?

MB: Wir möchten zunächst für das Display ein eigenes Gehäuse bauen, das es ermöglicht, den RasPi als kleines Touch-Terminal zu nutzen – beispielsweise für eine Webradio-Anwendung. Auf Basis bereits integrierter Pi.cards möchten wir Appliances anbieten. In Betracht käme beispielsweise eine Cam-Box zum Überwachen von Räumen, die bei Bedarf auch Funksteckdosen schaltet. Den Videostream oder Schnappschüsse könnte der Nutzer dann von unterwegs über das eigene Smartphone aus aufrufen.

Die beschränkte Systemleistung des RasPi reicht allerdings für manche Anwendungen nicht aus. Wir planen hier gegenzusteuern – entweder mit einer speziellen Hardware-Variante des Pi, die auf Compute-Modul und Koprozessor basiert, oder als Boosting-Virtualisierung. Auf diese Weise ließen sich dem Raspberry Pi alle benötigten Ressourcen zur Verfügung stellen, und CPU-intensive Anwendungen könnte man einfach verlagern.

LU:Der RasPi reicht für viele Dinge völlig aus, manche Lösungen brauchen aber mehr Leistung (insbesondere I/O). Gibt es hier Pläne, das Angebot zu erweitern?

MB: Die von uns bisher betrachteten anderen Systeme wie Banana Pi, CubieBoard oder RiOTBoard hatten gegenüber dem Pi immer gewisse Nachteile. Sogar, wenn die technische Basis stimmt, fehlen oft die Community und Beispielcode – der RasPi bringt hier einfach einen riesigen Vorsprung mit. Ich persönlich finde das HummingBoard von SolidRun recht interessant, für OpenELEC empfehle ich die CuBox-I von derselben Firma. Wir überlegen aktuell, ob wir diese Hardware aus Israel nach Deutschland bringen sollten. Der Raspberry Pi hat für uns aber nach wie vor ganz klare Priorität.

LU:Danke für das Interview, Herr Batz.

Der Autor

Bernhard Bablok ([email protected]) arbeitet bei der Allianz Managed&Operations Services SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Radl und zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux und Objektorientierung.

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