Aus Raspberry Pi Geek 04/2014

Grafische Ausgaben mit dem C-Berry-Display

© Paolo De Santis, 123RF

Kleines Kino

Marcus Nasarek

Das clevere LCD-Modul C-Berry eignet sich perfekt für einfache Ausgaben. Es erfordert zwar etwas Arbeit beim Ansteuern, schont dafür aber die Ressourcen.

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Für einfache grafische Ausgaben eigener Anwendungen ist ein komplettes X-Windows auf einem Computermonitor zu viel des Guten. Hier eignen sich kleine, einfach anzusprechende LCD-Module deutlich besser. Das Einbinden eines TFT-Displays in ein Projekt mit einem MP3-Player bietet eine gute Gelegenheit, um das C-Berry von Admatec auf Alltagstauglichkeit zu testen.

Das LCD-Modul [1] C-Berry von Admatec kommt als TFT-Display mit 3,5-Zoll-Diagonale. Es bringt direkt einen Adapter für die GPIO-Schnittstelle des RasPi mit. Das ermöglicht es, die Hardware mit wenig Aufwand in eigene Projekte zu integrieren. Das Display steht mit einem Preis von rund 40 Euro bei Händlern wie Conrad oder ELV in den Regalen.

Die leicht verständliche Dokumentation und der mitgelieferte Quellcode bieten eine gute Grundlage für eigene Anwendungen. So erstellen Sie recht einfach Programme, die Sie aus einem Skript heraus ansteuern – genau das Richtige, um den in der letzten Ausgabe vorgestellten QR-Code-Player [2] um eine grafische Ausgabe zu ergänzen.

Zwar erfüllt der Player schon jetzt seinen Zweck, denn er erlaubt es Kindern, mithilfe von QR-Codes und einer kleinen Fernbedienung auf einfache Weise Musik auszuwählen. Praktisch wäre allerdings, wenn er ein Feedback gäbe, was er gerade so macht. Dem Rechner einen vollwertigen Monitor und einen umfangreichen X-Server zu spendieren, scheint wenig praktikabel. Der Player sollte ja helfen, CDs vor dem rauen Alltag im Kinderzimmer zu bewahren. Nun einen Monitor aufzustellen, wäre ein schlechter Tausch.

LCD-Module kommen mit einer geringen Leistungsaufnahme aus; das vorliegende Modul verbraucht gerade mal 2 Watt. Mit einer Diagonale von 3,5 Zoll eignet es sich für den Einbau in eigene Hardware. Ein Nachteil solcher Module liegt darin, dass die Ausgabe von Grafiken, Text und Bildern in Ihrer Verantwortung liegt – der X-Server steuert diese nicht an. Je nach Anwendung fällt der Aufwand unterschiedlich hoch aus.

Im Überblick

Das Modul C-Berry zeigt 320 Pixel in der Breite und 240 Pixel in der Höhe an. Es leuchtet mit 600 Lumen recht stark, was dafür sorgt, dass sich die Anzeige auch bei Tageslicht gut erkennen lässt. Bei einer Spannung von 5 Volt zieht es rund 350 mA aus dem GPIO-Port und benötigt daher keine eigene Stromzufuhr.

Der Adapter belegt zwar den gesamten GPIO-Port, schleift die ungenutzten Anschlüsse aber durch. Ein paralleler Betrieb mit anderen Projekten, die auf die Schnittstelle zugreifen, bleibt daher grundsätzlich möglich.

Abbildung 1: Das LCD-Modul C-Berry belegt den gesamten GPIO-Port, schleift aber die ungenutzten Anschlüsse durch.

Abbildung 1: Das LCD-Modul C-Berry belegt den gesamten GPIO-Port, schleift aber die ungenutzten Anschlüsse durch.

Der Controller ist für eine Ausgabe einfacher Grafiken, Texte und Bitmaps ausgelegt. Bei Bedarf kombinieren Sie die Elemente. So legen Sie etwa Texte über Bitmaps oder erstellen aus Grafikelementen sogar Diagramme. Die Beispielprogramme des Herstellers zeigen, dass sich der Aufwand beim Programmieren dafür in Grenzen hält. Der Grafikcontroller verfügt zusätzlich über einen externen Speicher für Schriftarten, in den Sie bei Bedarf eigene Fonts laden.

Der Zusammenbau

Das LCD-Modul kommt in drei Teilen: Es besteht aus dem eigentlichen TFT-Display, einem Adapter für den GPIO-Port sowie dem Verbindungskabel zwischen Adapter und Display. Zur Montage verbinden Sie lediglich das Flachbandkabel mit dem Display und dem Adapter, den Sie wiederum auf den GPIO-Port stecken. Beim Anschluss des Flachbandkabels gilt es, auf die korrekte Lage zu achten: Die metallenen Kontaktadern zeigen bei der Montage nach oben, also von der Platine weg (Abbildung 2).

Abbildung 2: Der Zusammenbau des C-Berry ist recht einfach, solange Sie bei der Montage auf die richtige Lage des Kabels achten.

Abbildung 2: Der Zusammenbau des C-Berry ist recht einfach, solange Sie bei der Montage auf die richtige Lage des Kabels achten.

Software-Grundlagen

Für den Test und den Einsatz des QR-Code-Players lief auf dem RasPi das offizielle Debian-Image von Raspbian [3]. Das Image gelangte nach dem Entpacken per dd auf eine 2 GByte große SD-Karte:

$ dd if=2014-01-07-wheezy-raspbian.img of=/dev/sdb bs=1M

Achten Sie darauf, die richtige Gerätedatei für die SD-Karte auszuwählen, im Beispiel /dev/sdb. Der Dateiname des Images ändert sich ebenfalls, sobald eine aktuellere Datei auf der Webseite bereitsteht.

Nach dem Kopieren des Images und dem Anschluss des LCD-Moduls starten Sie den Mini-PC neu. Die Konfiguration erfolgt dann von einem anderen Rechner per SSH. Voraussetzung dafür: Der RasPi muss mit dem lokalen Netzwerk verbunden sein. Direkt nach der Installation war unser Raspberry Pi im Test an einer Fritzbox über ssh [email protected] zu erreichen.

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