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Aus Raspberry Pi Geek 05/2014

Der Odroid-U3 mit Samsung-Quad-Core-CPU im Test

© Wojciech Jarco, 123RF

Mini mit vier Kernen

Christoph Langner

Auch wenn in Odroid immer ein wenig Android mitschwingt: Der Mini-Computer kommt ebenso gut mit Linux zurecht. Wir nehmen den aufstrebenden Quad-Core-SBC genauer unter die Lupe und stellen die wichtigsten Firmwares vor.

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Vom RasPi-Boom befeuert, drängen immer neue Single-Board-Computer auf den Markt. Nicht brandneu, aber endlich auch in Deutschland zu haben ist der Odroid. Das auf bewährte Handy-Technik aufbauende Exynos-SoC mit 1,7 GHz schneller 4-Kern-CPU bietet eine aktive Entwickler-Community, diverses Zubehör und mehrere Android- und Linux-Firmwares.

Zwar bietet der Raspberry Pi angesichts seiner kompakten Maße und seines minimalen Stromverbrauchs eine beachtliche Leistungsdichte, doch für viele Anwendungen reicht diese inzwischen nicht mehr aus. Der nur scheckkartengroße Odroid-U3 [1] des südkoreanischen Herstellers Hardkernel übertrifft die Rechenleistung des RasPi deutlich und bietet sich so für leistungshungrigere Aufgaben an.

Der Odroid-U3 setzt wie das Android-Handy Samsung Galaxy Note II oder die Samsung Galaxy Camera 2 auf einen Exynos-4412-SoC mit einem Cortex-A9 als integrierter Recheneinheit. Die mit vier Kernen und 1,7 GHz arbeitende CPU verleiht dem Mini-Computer mehr Rechenpower, als manch einer in Form eines herkömmlichen PCs unter seinem Schreibtisch stehen hat. Im Vergleich zu einem deutlich schwächer ausgestatteten Raspberry Pi glänzt der Odroid-U3 erst recht.

Zubehör für Odroid-U3

Wurde der Odroid bis vor wenigen Monaten lediglich über die koreanische Webseite des Herstellers vertrieben, gibt es inzwischen hierzulande eine Reihe von Importeuren, die den Mini-Rechner nun auch direkt in Deutschland vertreiben. So ersparen Sie sich beim eigenhändigen Import eventuell anfallende Zollgebühren und besitzen auch einen direkten Ansprechpartner bei Reklamationen und Problemen mit dem Gerät.

Technische Daten: Odroid-U3

CPU

Exynos4412 Prime, Cortex-A9, Quad-Core, 1,7 GHz

GPU

ARM Mali-400 MP4, 533 MHz

RAM

2 GByte DDR2

Netzwerk

10/100 Mbit/s LAN (WLAN optional)

Speicher

Micro-SD, eMMC

Ausgänge

3 USB 3.0, Micro-USB, Micro-HDMI, RJ-45

Anschlüsse

I/O-Port (I2C, GPIO, SPI), UART

Stromversorgung

5 V, 2 A

Preis (ca.)

70 Euro (ohne Netzteil)

Ähnlich wie für den Raspberry Pi gibt es auch für den Odroid inzwischen diverses Zubehör. Hier sticht vor allem das Angebot des Internetversenders Pollin [2] hervor: Dort finden sich neben dem Odroid-U3 für 69 Euro auch ein passendes Kunststoffgehäuse, eine UART-Schnittstellenkarte, eine unterbrechungsfreie Stromversorgung mit zwei 1500-mAh-Li-Ion-Akkus, ein Prototypen-Board sowie ein 2,2-Zoll-Display mit einer Auflösung von 240 x 320 Pixeln.

Abbildung 1: Die Platinen von Raspberry Pi und Odroid-U3 unterscheiden sich in der Größe nur minimal.

Abbildung 1: Die Platinen von Raspberry Pi und Odroid-U3 unterscheiden sich in der Größe nur minimal.

Abbildung 2: Auf der Unterseite des Odroid finden die Micro-SD-Karte und das eMMC-Speichermodul ihren Platz.

Abbildung 2: Auf der Unterseite des Odroid finden die Micro-SD-Karte und das eMMC-Speichermodul ihren Platz.

Die von Hardkernel angebotenen Firmwares auf Basis von Android 4.4 oder Ubuntu 13.10 [3] liefert Pollin auf den im Onlineshop für den Odroid angebotenen eMMC-Speichermodulen schon vorinstalliert aus. Alternativ spielen Sie die gewünschte Firmware mit dem Linux-Tool Dd oder dem Win32 Disk Imager [4] auf eine Class-10-Micro-SD-Speicherkarte mit mindestens 8 GByte auf und booten den Odroid von dieser kostengünstigeren Speichertechnik.

Odroid und Android 4.4

Hardkernel treibt die Entwicklung von Android für den Odroid intensiv voran. Es gibt zwar kein offizielles Android-Image – die angebotenen Downloads tragen alle Beta oder gar Alpha im Namen –, doch alle drei bis vier Wochen kündigen die Entwickler eine neue Version der Android-Firmware in ihrem Forum an [5]. Die neueste Ausgabe der Firmware basiert auf Android 4.4.4 – ein neueres wurde in freier Wildbahn noch nicht gesichtet.

Die Installation von Android 4.4.4 auf einer SD- oder eMMC-Speicherkarte erfolgt in zwei Schritten. Zunächst laden Sie das vollständige ROM in Form der Alpha 3.4 herunter und spielen es auf das Speichermedium des Odroid. Anschließend aktualisieren Sie per Update auf die gerade neueste Version. Dabei gehen auf dem Odroid weder Daten noch Einstellungen verloren: Wie von anderen Android-ROMs, etwa dem CyanogenMod, gewohnt, halten Sie Ihren Android-Odroid aus dem laufenden System heraus aktuell.

Odroid neu starten

In unseren Tests zeigten die Odroid-Firmwares den einen oder anderen Hänger – meist aufgrund von Experimenten an der Software. Um den Odroid neu zu starten, genügte es jedoch oft nicht, den Mini-Rechner vom Strom zu nehmen. Die 5V-Versorgungsspannung über Pin 18 oder 19 des HDMI-Kabels hindern den Odroid auch nach dem Abziehen und erneuten Anstecken der Stromversorgung am Durchstarten. Für einen erzwungenen Neustart sollten Sie daher grundsätzlich sowohl Strom- als auch HDMI-Kabel kurzzeitig vom Odroid trennen.

Den Download-Bereich seiner Homepage gestaltet Hardkernel ein wenig kryptisch. Statt der Firmware finden Sie auf der Seite ODROID-U3/U2 Android 4.4.2 Kitkat Alpha 3.4 [6] nur eine Textdatei mit dem Namen Download_URL.txt. Erst in dieser steht dann der Link [7] zum eigentlichen ROM. Das zum Herunterladen angebotene Archiv sd_self_installer.img.zip beziehungsweise emmc_self_installer.img.zip enthält wiederum keine Installationsroutine, sondern nur eine gewöhnliche Image-Datei.

Dieses Image schreiben Sie, wie vom Raspberry Pi gewohnt, unter Linux [8] mit Dd oder unter Windows [9] mit dem Win32 Disk Imager auf eine Speicherkarte. Die Speicherkarte sollte mindestens 8 GByte Kapazität aufweisen, sonst fehlt Ihnen spätestens beim Update aus dem laufenden Android-System heraus der Speicherplatz. Hardkernel empfiehlt, die Speicherkarte generell vor dem Flashen der Firmware vollständig mit Nullen zu überschreiben (Listing 1).

Listing 1

 

# dd if=/dev/zero of=/dev/sdx bs=4M && sync
# dd if=sd_self_installer.img of=/dev/sdx bs=4M && sync

Der erste Start des Android-Odroids dauert mehrere Minuten. Die blau blinkende LED neben dem Netzwerkstecker signalisiert, dass der Odroid mit dem Einrichten des Systems beschäftigt ist. Auf einem per HDMI angeschlossenen Bildschirm sehen Sie in dieser Zeit nichts. Der Android-Desktop erscheint automatisch auf dem Bildschirm, sobald die interne Installationsroutine ihre Arbeit abschließt. Sollte auf dem Display nur eine komplett grüne Fläche erscheinen, stecken Sie für einen kurzen Moment das HDMI-Kabel ab und wieder an. Zum Steuern des Android-Odroids greifen Sie am besten zu USB-Maus und -Tastatur.

Abbildung 3: Die Oberfläche der Android-Firmware unterscheidet sich nicht von jener eines Android-Tablets.

Abbildung 3: Die Oberfläche der Android-Firmware unterscheidet sich nicht von jener eines Android-Tablets.

Abbildung 4: Das Google-Framework mitsamt Play Store und Gmail müssen Sie nachträglich installieren.

Abbildung 4: Das Google-Framework mitsamt Play Store und Gmail müssen Sie nachträglich installieren.

Nach dem erfolgreichen Start des Android-Systems auf dem Odroid nutzen Sie die App ODROID Update, um die aktuelle Firmware-Version einzuspielen. Das Werkzeug fordert Root-Rechte an. Anschließend prüfen Sie mit Get the latest version, ob eine neuere Version der Firmware vorliegt. Falls ja, laden Sie diese mit Download herunter, prüfen mit Validate file, ob sie korrekt heruntergeladen wurde, entpacken sie mit Extract und führen abschließend die Installation mit Restart for update durch. Im ODROID Utility finden Sie unter anderem die Möglichkeit, die Taktrate der CPU zu ändern oder die Bildschirmauflösung anzupassen.

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