Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

RasPi als PXE-Server (2): Rettungssysteme (Seite 3)

Listing 7

 

LABEL Knoppix-32
MENU LABEL Knoppix (32 Bit)
KERNEL /knoppix/linux32
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot32.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix
LABEL Knoppix-64
MENU LABEL Knoppix (64 Bit)
KERNEL /knoppix/linux64
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot64.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix

Desinfec’t 2013 PXE Boot

Bei Desinfec’t [3] – bis 2009 trug die Distribution den Namen Knoppicillin – handelt es sich um eine auf Linux basierende Live-CD zur Desinfektion von Rechnersystemen nach einem Virenbefall. Die bekannte Computerzeitschrift c’t liefert sie als Heftbeigabe aus und aktualisiert sie in regelmäßigen Abständen. Mit der Namensänderung ging eine Umstellung der Basis von Knoppix auf Fedora einher. Seit 2011 schließlich basiert Desinfec’t auf Ubuntu.

Für das Booten via PXE benötigen Sie lediglich die beiden Dateien vmlinuz und initrd.lz, die Sie auf der Desinfec’t-2013-DVD im Verzeichnis /casper finden. Kopieren Sie am besten das komplette Verzeichnis casper auf den RasPi nach /srv/tftpboot. Dann ergänzen Sie die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default um die Zeilen aus Listing 8. Auch hier müssen Sie wieder die IP-Adresse durch jene Ihres RasPi ersetzen.

Listing 8

 

LABEL desinfect2013
MENU Label Desinfec't 2013
KERNEL /casper/vmlinuz
APPEND boot=casper initrd=casper/initrd.lz netboot=nfs \
       nfsroot=192.168.100.2:/data/nfs/desinfect2013/ \
       quiet splash -- debian installer/language=de \
       console-setup/layoutcode?=de

Jetzt kopieren Sie nach demselben Muster wie bei Knoppix den Inhalt der Desinfec’t-DVD in das Verzeichnis /data/nfs/desinfect2013 und geben dieses über NFS frei, indem Sie die Datei /etc/exports entsprechend anpassen (Listing 9, Zeile 1). Bei dieser Gelegenheit entfernen Sie nun auch die Schreibrechte für das Knoppix-Verzeichnis, die in Listing 6 nur zu Testzwecken eingeräumt worden waren (Zeile 2).

Listing 9

 

$ sudo echo "/data/nfs/desinfect2013 192.168.100.0/24(ro,sync,no_subtree_check)" > /etc/exports
$ sudo echo "/data/nfs/knoppix 192.168.100.0/24(ro,sync,no_subtree_check,fsid=0)" >> /etc/exports

Ausblick

Ab jetzt können Sie jederzeit Knoppix und Desinfec’t per PXE von Ihrem Raspberry Pi starten, die lästige Suche nach der passenden DVD entfällt. In den nächsten Folgen unseres Workshops erfahren Sie, wie Sie auch Ubuntu- und Fedora-Live-Systeme via PXE vom RasPi booten sowie OpenSuse und Windows 7/8 über PXE installieren. 

Glossar

NFS

Network File System (RFC 1094/1813/3530). Das von Sun Microsystems entwickelte Protokoll ermöglicht den transparenten Zugriff auf Dateien über ein Netzwerk. Dabei kann man auf die Daten so zugreifen, als lägen sie auf der lokalen Festplatte.

Infos

  1. PXE-Server einrichten: Friedrich Hotz, “Booten übers Netz”, RPG 02/2014, S. 54, http://www.raspi-geek.de/30579
  2. Knoppix Live-DVD herunterladen: http://knopper.net/knoppix-mirrors/
  3. Desinfec’t herunterladen: http://www.heise.de/download/desinfect.html
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