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Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

RasPi als PXE-Server (2): Rettungssysteme (Seite 2)

Knoppix via PXE booten

Klaus Knoppers auf den Live-Betrieb spezialisierte Linux-Distribution drängt sich für das Booten via PXE geradezu auf. Als Komponenten dazu benötigen Sie neben dem Linux-Kernel die Datei miniroot.gz, die eine RAM-Disk mit einem Minimalsystem enthält. Aus einem laufenden Knoppix erzeugen Sie diese Dateien mithilfe des Knoppix-Terminalservers.

Legen Sie sich die Knoppix-Live-DVD [2] und einen USB-Stick zurecht, und starten Sie dann Knoppix von der DVD. Sobald der Boot-Prompt erscheint (boot:), wählen Sie aus, ob Sie ein 32- oder 64-Bit-System starten wollen: Drücken Sie nur die Eingabetaste, fährt das 32-Bit-System hoch; geben Sie vorher die Boot-Option knoppix64 an, bootet das 64-Bit-Knoppix.

In der grafischen Oberfläche von Knoppix wählen Sie aus dem Hauptmenü den Punkt Knoppix | Knoppix Terminal-Server starten (Abbildung 2). Daraufhin erscheinen einige Dialoge, welche die für den Betrieb des Terminalservers notwendigen Informationen erfragen. Hier können Sie überall einfach auf OK klicken.

Abbildung 2: Den Knoppix-Terminalserver starten Sie über den Hauptmenüpunkt Knoppix.

Abbildung 2: Den Knoppix-Terminalserver starten Sie über den Hauptmenüpunkt Knoppix.

Lediglich im Dialog zu den zu unterstützenden Netzwerkkarten-Typen (Abbildung 3) sollten Sie sich vorab vergewissern, dass alle Treiber geladen werden, die Sie für die Netzwerkadapter der verwendeten Clients benötigen. Dazu kommentierte Klaus Knopper auf unsere Nachfrage: “Normalerweise sind bereits alle PCI- und PCIe-Netzwerkkarten, die überhaupt bootfähig sind, ausgewählt.”

Abbildung 3: In diesem Dialog des Knoppix-Terminalserver gilt es, die benötigten Netzwerkkartentreiber auszuwählen.

Abbildung 3: In diesem Dialog des Knoppix-Terminalserver gilt es, die benötigten Netzwerkkartentreiber auszuwählen.

Die weiteren Dialoge können Sie wieder mit OK quittieren, bis schließlich der Knoppix-Terminalserver startet. Anschließend finden Sie im Verzeichnis /tftpboot die gewünschte RAM-Disk-Datei miniroot.gz, die Sie nun auf den bereitgelegten USB-Stick kopieren (Abbildung 4).

Abbildung 4: Kopieren Sie aus dem gestarteten Knoppix-System die Datei »/tftpboot/miniroot.gz« auf einen USB-Stick.

Abbildung 4: Kopieren Sie aus dem gestarteten Knoppix-System die Datei »/tftpboot/miniroot.gz« auf einen USB-Stick.

Knoppix auf den RasPi

Beim Zusammenstellen der Testkonfiguration wollte das System erst einmal nicht starten, sondern blieb immer an einer bestimmten Stelle hängen, weil der Treiber für die Netzwerkkarte nicht gefunden wurde. Ein kurzer E-Mail-Wechsel mit Klaus Knopper klärte das Problem dann recht schnell.

Je nachdem, ob Sie ein 32- oder 64-Bit-Knoppix von der DVD starten (knoppix64 am Boot-Prompt), erzeugt das System eine RAM-Disk für die jeweilige Architektur, die entweder nur 32- oder nur 64-Bit-Treiber enthält. Starten Sie einen Client mit der falschen RAM-Disk, findet er keine passenden Treiber. Daher sollten Sie die RAM-Disk-Datei beim Kopieren in miniroot32.gz respektive miniroot64.gz umzubenennen, damit später keine Verwechslungen auftreten.

Neben den RAM-Disks kopieren Sie den Inhalt des Verzeichnisses /KNOPPIX von der Live-DVD in ein Verzeichnis auf den USB-Stick. Zu guter Letzt benötigen Sie aus dem DVD-Verzeichnis /boot/isolinux noch die beiden Kernel-Dateien linux sowie linux64. Ersteres benennen Sie beim Kopieren in linux32 um.

Jetzt haben Sie alle benötigten Komponenten beisammen und können diese auf den Raspberry Pi befördern. Den Inhalt des Verzeichnisses KNOPPIX kopieren Sie auf dem RasPi in das neu anzulegende Verzeichnis /data/nfs/knoppix. Die beiden Kernel-Dateien linux32 und linux64 gehören ebenso wie miniroot32.gz und miniroot64.gz ins Verzeichnis /srv/tftpboot/knoppix/, das Sie ebenfalls neu anlegen müssen.

Nun gilt es, die Kopie des Knoppix-DVD-Inhalts im Verzeichnis /data/nfs/knoppix über NFS freizugeben. Dazu ändern Sie den Inhalt der Datei /etc/exports wie in Listing 6 gezeigt. Dabei ersetzen Sie die Netzadresse, in unserem Beispiel 192.168.100.0/24, durch diejenige Ihres LAN (Zeile 1). Anschließend starten Sie dann den NFS-Serverdienst neu (Zeile 2).

Listing 6

 

$ sudo echo "/data/nfs/knoppix 192.168.100.0/24(fsid=0,ro,root_squash,sync,no_subtree_check)" > /etc/exports
$ sudo service nfs-kernel-server restart

PXE-Bootmenü erweitern

Zum Erweitern des PXE-Startmenüs ergänzen Sie die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default um die Einträge aus Listing 7. Dabei ersetzen Sie die IP-Adresse des PXE-Servers, im Beispiel 192.168.100.2, durch die IP-Adresse Ihres Raspberry Pi.

Listing 7

 

LABEL Knoppix-32
MENU LABEL Knoppix (32 Bit)
KERNEL /knoppix/linux32
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot32.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix
LABEL Knoppix-64
MENU LABEL Knoppix (64 Bit)
KERNEL /knoppix/linux64
APPEND nfsdir=192.168.100.2:/data/nfs/knoppix/ \
       nodhcp lang=de ramdisk_size=100000 \
       init=/etc/init loglevel=1 \
       initrd=/knoppix/miniroot64.gz \
       vt.default_utf8=0 apm=power-off nomce \
       libata.force=noncq hpsa.hpsa_allow_any=1 \
       tz=localtime BOOT_IMAGE=knoppix

Desinfec’t 2013 PXE Boot

Bei Desinfec’t [3] – bis 2009 trug die Distribution den Namen Knoppicillin – handelt es sich um eine auf Linux basierende Live-CD zur Desinfektion von Rechnersystemen nach einem Virenbefall. Die bekannte Computerzeitschrift c’t liefert sie als Heftbeigabe aus und aktualisiert sie in regelmäßigen Abständen. Mit der Namensänderung ging eine Umstellung der Basis von Knoppix auf Fedora einher. Seit 2011 schließlich basiert Desinfec’t auf Ubuntu.

Für das Booten via PXE benötigen Sie lediglich die beiden Dateien vmlinuz und initrd.lz, die Sie auf der Desinfec’t-2013-DVD im Verzeichnis /casper finden. Kopieren Sie am besten das komplette Verzeichnis casper auf den RasPi nach /srv/tftpboot. Dann ergänzen Sie die Datei /srv/tftpboot/pxelinux.cfg/default um die Zeilen aus Listing 8. Auch hier müssen Sie wieder die IP-Adresse durch jene Ihres RasPi ersetzen.

Listing 8

 

LABEL desinfect2013
MENU Label Desinfec't 2013
KERNEL /casper/vmlinuz
APPEND boot=casper initrd=casper/initrd.lz netboot=nfs \
       nfsroot=192.168.100.2:/data/nfs/desinfect2013/ \
       quiet splash -- debian installer/language=de \
       console-setup/layoutcode?=de
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