$ ip link set up dev eth1
Hier kommt das Kommando set zum Einsatz. Die Befehle set und view gehören zum link-Objekt. Als Alternative für das Aktivieren einer Netzwerkschnittstelle bietet sich der Befehl ifup an. Dahinter verbirgt sich eigentlich ein Shellskript, welches das System beim Hochfahren aus der Datei /etc/init.d/network zum Aktivieren der Schnittstelle aufruft. Wie zu erwarten, gibt es auch ein Kommando ifdown, bei dem es sich jedoch lediglich um einen symbolischen Link auf Ifup handelt.
TIPP
Der Befehl ip erlaubt, die Namen der Objekte abzukürzen. Meist genügt der erste Buchstabe des Objektbezeichners, etwa ip l für ip link oder ip a für ip addr. Beachten Sie jedoch, dass es einige Objekte mit gleichen Anfangsbuchstaben gibt, zum Beispiel address und addrlabel. Sie können Abkürzungen nicht nur für Objekte, sondern auch für Befehle verwenden. Statt ip addr show dev eth0 genügt auch ip a s eth0.
Routing
In einem lokalen Netz müssen Sie sich auf den Clients üblicherweise nur um eine einzige Route kümmern: Die zum “default gateway”, also zu demjenigen (DSL-)Router, über den Ihr LAN Verbindung zum Internet aufnimmt. Dieser dient meist auch als DHCP-Server und teilt den Clients daher bereits bei der Adresszuweisung die korrekte Gateway-Adresse mit – also seine eigene. Bei Verbindungsproblemen lohnt aber dennoch ein Blick auf die gesetzte Route.
Traditionell definieren und verwalten Sie Routen über den Befehl route, mit ip route steht eine modernere Alternative zur Verfügung. Das Hinzufügen einer Route sieht bei beiden Tools ähnlich aus, einen direkten Vergleich bietet Listing 2.
Listing 2
$ route add -net 192.168.42.0/24 gw 192.168.1.99 $ ip route add 192.168.42.0/24 via 192.168.1.99
Das Format gleicht im Grunde genommen dem beim Hinzufügen von IP-Adressen. Beachten Sie, dass beide Befehle die Route für einen gesamten Bereich von IP-Adressen (192.168.42.0/24 – im CIDR-Format) hinzufügen und diese Route einer Router-Adresse zuweisen – mit dem Argument gw (engl. “gateway”) im Route-Befehl und dem intuitiveren via bei ip route.
Geben Sie den Befehl ip route ohne irgendein modifizierendes Argument ein, erhalten Sie eine Liste der vorkonfigurierten Routen, wobei die Ausgabe etwas eingängigere Informationen enthält als jene von Route. Ein Beispiel dafür finden Sie in Listing 3, das die Routen für ein etwas komplexeres System mit zwei Schnittstellen (eth0 und eth1) zeigt.
Listing 3
$ route Kernel-IP-Routentabelle Ziel Router Genmask Flags Metric Ref Use Iface 192.168.1.0 * 255.255.255.0 U 1 0 0 eth0 192.168.1.0 * 255.255.255.0 U 2 0 0 eth1 link-local * 255.255.0.0 U 1000 0 0 eth1 default gateway 0.0.0.0 UG 0 0 0 eth0 $ ip route 192.168.1.0/24 dev eth0 proto kernel scope link src 192.168.1.105 metric 1 192.168.1.0/24 dev eth1 proto kernel scope link src 192.168.1.106 metric 2 169.254.0.0/16 dev eth1 scope link metric 1000 default via 192.168.1.1 dev eth0 proto static
Manuell gesetzte Routen, wie jene aus den Beispielen in Listing 2, gehen bei einem Neustart des Systems verloren. Um dies zu verhindern und die Änderung permanent zu machen, müssen Sie die Konfigurationsdateien des jeweiligen Systems modifizieren. Unter Raspbian finden Sie die Einstellungen beispielsweise in /etc/network/interfaces, unter Pidora dagegen in /etc/sysconfig/network/scripts.
Namen und Zahlen
Das Address Resolution Protocol ARP ermittelt die physikalische Hardware-Adresse, die zu der IP-Adresse eines Rechners gehört. Das System stellt diese sogenannten MAC-Adressen fremder Systeme erst im Zug von Interaktionen mit diesen – etwa eines Pings oder einer anderweitigen Datenübertragung – fest und speichert sie dann in einem ARP-Cache zur weiteren Verwendung. Ursprünglich nutzte und verwaltete der Befehl arp die gleichnamigen Tabellen.
Auch für arp stellt Ip einen Ersatz bereit. Das Objekt heißt in diesem Fall neigh (engl.: “neighbor”, Nachbar). Beispiele für die Anwendung der zwei Befehle zeigt Listing 4. In beiden Fällen enthält die Ausgabe die IP-Adresse (192.168.1.111), die Link-Layer-Adresse (lladdr 00:30:05:0c:0b:23) sowie das physische Gerät (eth0), das mit dieser Adresse verbunden ist.
Listing 4
$ arp 192.168.1.111 Adresse Hardware-Typ Hardware-Adresse Optionen Maske Schnittstelle 192.168.1.111 ether 00:30:05:0c:0b:23 C eth0 $ ip neigh show 192.168.1.1 192.168.1.111 dev eth0 lladdr 00:30:05:0c:0b:23 REACHABLE
Benutzer bauen eine Verbindung zu einem entfernten Rechner eher über den Hostnamen als über die IP-Adresse auf. Computer aber müssen die IP-Adresse verwenden und wandeln den Namen daher automatisch via DNS zurück in Zahlen. Ob das Umwandeln von Namen und Adressen klappt, prüfen Sie entweder mit dem Tool nslookup oder mit host. Beide Programme gehören zum Paket bind-utils. Der Befehl nslookup bietet dabei mehr Funktionalität und liefert eine umfangreichere Ausgabe als host.
Fehler beheben
Nachdem Sie Routen definiert haben, überzeugen Sie sich zuerst davon, ob die Pakete entfernte Hosts tatsächlich erreichen. Dazu verwenden Sie das Werkzeug ping und geben dabei als Argument entweder den Hostnamen oder die IP-Adresse an (Listing 5).





