Aus Raspberry Pi Geek 02/2014

Raspberry Pi als PXE-Server (Seite 2)

Bootet ein Rechner übers Netz mit dieser Konfiguration, zeigt er einen entsprechenden Bootscreen an (Abbildung 2). Klappt das soweit, können Sie nun weitere Betriebssystem-Images auf den RasPi laden und in die Startdatei eintragen.

Abbildung 2: Findet Ihr Client-Rechner im Netz via PXE die nötigen Start-Dateien, zeigt er einen entsprechenden Bootscreen an.

Abbildung 2: Findet Ihr Client-Rechner im Netz via PXE die nötigen Start-Dateien, zeigt er einen entsprechenden Bootscreen an.

PXE-Client einrichten

Aufseiten des Clients müssen Sie für das Booten über PXE lediglich die BIOS-Einstellungen entsprechend anpassen, was eventuell ein manuelles Aktivieren des Boot-RAMs der Netzwerkkarte voraussetzt. Nach der Umstellung startet der Rechner dann dauerhaft via PXE.

Viele Rechner bieten daneben beim Hochfahren auch auf Tastendruck ein Menü für die Auswahl des Bootmediums an, sodass Sie auf diesem Weg gezielt im Einzelfall via PXE booten können. Dell und IBM verwenden dazu in der Regel [F12], Asus nutzt [F8], und HP legt die Funktion meist auf [F9].

MSDOS-ISO booten

Für erste Versuche mit einem bootbaren Betriebssystem-Images eignet sich das kompakte, nur 3 MByte große MSDOS-Bootdisk bestens. Sie finden ein entsprechendes ISO-Image beispielsweise bei Allbootdisks.com [3], laden es dort herunter und kopieren es dann nach /srv/tftp/DOS/.

Mithilfe des kleinen Programms Memdisk lädt der Rechner ISO-Images in den Speicher und startet diese von dort. Sie finden das Tool unter /usr/lib/syslinux/memdisk und kopieren es von dort aus nach /srv/tftp/memdisk. Nun fehlt nur noch ein korrespondierender Eintrag in der Menüdatei /srv/tfpt/pxelinux.cfg/default, um den Clients das MSDOS-Image zum Booten anzubieten (Listing 4).

Listing 4

 

[...]
LABEL MSDOS 6.22
MENU LABEL MSDOS 6.22 starten
KERNEL memdisk
APPEND iso raw initrd=DOS/DOS6.22_bootdisk.iso

Aktivieren Sie beim Start des Clients den entsprechenden Eintrag am Boot-Prompt, startet DOS 6.22 auf dem Rechner übers Netz.

Ausblick

Auf dem gezeigten Weg lassen sich auch etliche Linux-Distributionen via PXE booten, jedoch bei Weitem nicht alle. In vielen Fällen ist es notwendig, das ISO-Image als Network Block Device einzubinden und das ISO über die aus dem Image extrahierte initiale RAM-Disk zu starten. Wie das funktioniert, zeigt ein Artikel in einer der nächsten Ausgaben von Raspberry Pi Geek. 

Glossar

PXE

Preboot Execution Environment. Eine Methode zum Booten eines Rechners vom Netzwerk über DHCP. PXE nutzt neben DHCP auch noch die Protokolle UDP und TFTP.

UEFI

Unified Extensible Firmware Interface. Dieser BIOS-Ersatz basiert auf dem ursprünglich von Intel entwickelten EFI, wird aber mittlerweile von einer ganzen Reihe von PC- und BIOS-Herstellern unterstützt, daher das “Unified”.

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