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Aus Raspberry Pi Geek 01/2014

Aktuelle Software im Kurztest

Angetestet

Redaktion

Mit Gadmin-Samba 0.2.9 stellen Sie Dateifreigaben für Windows-Rechner bereit, ohne dazu umständlich per Editor Konfigurationsdateien bearbeiten zu müssen.Auf dem RasPi spielt der leichtgewichtige Webserver Lighttpd 1.4.31 seine Qualitäten voll aus. Er bietet alle wichtigen Funktionen, wird von vielen CMS unterstützt und benötigt nur minimale Systemressourcen.Mit Sslh 1.13 bündeln Sie alle wichtigen Dienste für eine sichere Kommunikation hinter einem einzigen Port. Das spart Konfigurationsarbeit an der heimischen Firewall und hebelt die Beschränkungen vieler Provider aus.Der leistungsfähige Netzwerk-Manager Wicd 1.7.2.4 lässt sich intuitiv bedienen und erlaubt damit das schnelle und unkomplizierte Konfigurieren von Netzwerkverbindungen aller Art.

Samba-Spezialist

Ausgestattet mit einer oder mehreren großen USB-Festplatten eignet sich der Raspberry auch als rudimentärer Dateiserver oder günstiger NAS-Ersatz. Um für Windows-Rechner Dateifreigaben bereitzustellen, müssen Sie lediglich den Systemdienst Samba installieren und konfigurieren. Für letztere Aufgabe gibt es mit Gadmin-Samba eine grafische Oberfläche, die es Ihnen erspart, mit einem Editor in einer Textdatei zu stochern. Dazu benötigen Sie allerdings Root-Rechte.

Die Benutzeroberfläche enthält alle wichtigen Konfigurationsoptionen und fasst zusammengehörige Einstellungen in Tabs zusammen. So enthält der Reiter Server Settings Einstellungen zur Grundkonfiguration, während die Register Users und Shares für die Benutzer- und Freigabenverwaltung zuständig sind. Im Reiter Machines beschränken Sie den Zugang zum Dateiserver auf bestimmte Rechner, während der Reiter Connections alle aktuellen Verbindungen zum Server anzeigt. Da sich die Verbindungsübersicht nicht automatisch aktualisiert, müssen Sie in regelmäßigen Abständen refresh anklicken. Die Reiter Disc und Security geben Aufschluss über die Festplatten im System und zeigen aktuelle Fehlermeldungen an. Configuration schließlich liefert einen Überblick aller Einstellungen.

Beim ersten Programmstart will Gadmin-Samba die vorhandene Standardkonfiguration mit seinen eigenen Standardeinstellungen überschreiben. Dies ist nicht empfehlenswert, da das Tool einige Einstellungen sehr restriktiv wählt. Auf dem Testsystem klappte anschließend der Zugriff auf den Samba-Server nicht mehr. Daher sollten Sie die Raspbian-Standardeinstellungen mit Gadmin-Samba nur schrittweise erweitern und anpassen. Im Problemfall lassen sich dann fehlerhafte Einstellungen leicht wieder zurücknehmen.

Gadmin-Samba 0.2.9

Lizenz: GPLv3

Quelle: Raspian-Repository

Homepage: http://dalalven.dtdns.net/linux/gadmintools-webpage/

Web-Leichtgewicht

Der RasPi eignet sich zwar durchaus auch als Plattform für Webanwendungen, doch ein ausgewachsener Apache als Webserver ist dabei zu viel des Guten. Die Alternative heißt Lighttpd und liegt bereits im Raspbian-Repository bereit. Lighttpd glänzt nicht nur durch den schonenden Umgang mit Systemressourcen: Er legt außerdem Wert auf Sicherheit, wozu er vor allem auf ein geschütztes Dokumentenverzeichnis und Chroot setzt. Das stellt sicher, dass Lighttpd direkt nach dem Start nur mit eingeschränkten Systemrechten arbeitet. Zur sicheren Kommunikation steht SSL zur Verfügung, das sich als Modul einbinden lässt.

Beim Funktionsumfang muss sich der schlanke Webserver keineswegs hinter Apache verstecken. Lighttpd wartet mit Funktionen auf wie angepassten Fehlerseiten, Ausgabe von Verzeichnisinhalten, URL-Umschreibung, HTTP-Weiterleitung, virtuelle Hosts, Ausgabekompression und Lastverteilung bei Fast-CGI. Skriptsprachen wie PHP oder Perl finden via CGI oder Fast-CGI Unterstützung. Alle erweiterten Funktionen integriert Lighttpd in Form von Modulen, wobei sich jedes davon über eine eigene Konfigurationsdatei an die individuellen Bedürfnisse anpassen lässt.

Der Aufbau der Konfigurationsdateien und Verzeichnisse ähnelt dem von Apache. Die Datei lighttpd.conf im Verzeichnis /etc/lighttpd enthält die Kernkonfiguration mit Einstellungen wie ausführender Benutzer oder Dokumentenverzeichnis. Die Konfigurationsdateien der einzelnen Module finden sich im Verzeichnis /etc/lighttpd/conf-available. Um ein Modul zu aktivieren, kopieren oder verlinken Sie deren Konfigurationsdatei ins Verzeichnis /etc/lighttpd/conf-enable und starten Lighttpd neu. Mit der in Raspbian enthaltenen Standardkonfiguration ist lighttpd direkt nach der Installation lauffähig. Möchten Sie den Webserver weiter anpassen, finden Sie auf den Webseiten des Lighttpd-Projekts ausführliche Informationen und Code-Beispiele zu allen konfigurierbaren Optionen.

Lighttpd 1.4.31

Lizenz: BSD

Quelle: Raspian-Repository

Homepage: http://www.lighttpd.net

Port-Verwalter

Wer von unterwegs auf Serverdienste im eigenen Netz zugreifen möchte, der steht oft vor zwei Kernfragen: “Wie viele Ports muss ich in der Firewall freischalten?” und “Erlaubt der Hotspot-Anbieter den Zugriff?”. Letzteres erweist sich oft als problematisch, da viele Provider nur HTTP(S) erlauben. Hier schafft der Port-Multiplexer Sslh Abhilfe. Er stellt eine Vielzahl von Übertragungsprotokollen an einem einzelnen TCP-Port bereit. Ursprünglich entwickelt, um HTTPS und SSH über einen Port zugänglich zu machen, unterstützt das Tool mittlerweile auch HTTP, OpenVPN, Tinc und XMPP. All diese Dienste lassen sich damit von außen über einen einzigen Port erreichen.

Um welches Protokoll es sich bei einer Verbindung handelt, erkennt Sslh am Inhalt der ersten übertragenen Bytes. Basierend darauf leitet es das Datenpaket an den entsprechenden Dienst weiter. Der kann sich auf demselben System oder einem ganz anderen Rechner befinden. Beim Verbindungsaufbau prüft Sslh sequenziell alle konfigurierten Protokolle. Findet es kein passendes, leitet es die Verbindung an das erste Protokoll in der Konfiguration weiter und gibt dessen Fehlermeldung zurück. Die Entwickler empfehlen, grundsätzlich SSH als erstes Protokoll zu definieren.

Benötigen Sie Unterstützung für weitere Protokolle, legen Sie mithilfe regulärer Ausdrücke Filter für das gewünschte Protokoll in der Konfigurationsdatei an. Diese gliedert sich übersichtlich in einen Listen- und einen Protokollbereich. Ersterer gibt an, auf welchen Schnittstellen und Ports Sslh eingehende Verbindungen erwartet. Der Protokollbereich listet jedes unterstützte Protokoll mit Namen, Zielrechner, Zielport und der zugehörigen Probe-Information auf. Mittels dieser stellt Sslh fest, um welches Protokoll es sich handelt. Bei selbst definierten Protokollen tragen Sie hier den regulären Ausdruck ein, mit dem Sslh das Protokoll erkennt.

Möchten Sie auf eine Konfigurationsdatei verzichten, können Sie Sslh die Verbindungsdaten auch beim Aufruf als Parameter übergeben. Das funktioniert jedoch nur mit den standardmäßig unterstützten Protokollen. Die im Raspbian-Repository enthaltene Sslh-Version nutzt die Konfigurationsdatei nicht standardmäßig: Raspbians konfiguriert Sslh über Kommandozeilenparameter in der Datei /etc/default/sslh. Eine Beispielkonfiguration, die sich als Grundlage für eigene Anpassungen nutzen lässt, versteckt sich unter Raspbian im Verzeichnis /usr/share/doc/sslh.

Sslh 1.13

Lizenz: GPLv3

Quelle: Raspian-Repository

Homepage: http://www.rutschle.net/tech/sslh.shtml

Netz-Leitstand

Der Network-Manager ist den meisten Gnome-Anwendern vertraut und zählt bei vielen Distributionen zum Quasi-Standard. Wer eine ressourcenschonendere Alternative sucht, wird bei Wicd fündig. Das Tool besteht aus mehreren Komponenten, die alle im Repository von Raspbian enthalten sind und sich mit Apt-get schnell installieren lassen.

Als Kernkomponente fungiert der Wicd-Daemon, der beim Systemstart seinen Dienst aufnimmt. Er läuft mit Root-Rechten und fährt unter anderem die Schnittstellen hoch, erfragt eine IP-Adresse beim DHCP-Server oder aktiviert die WPA-Verschlüsselung im WLAN. Zum Steuern all dieser Funktionen stehen Ihnen mehrere interaktive Wicd-Clients für verschiedene Desktops zur Verfügung. Dabei bedienen Wicd-gtk und Wicd-kde die beiden gängigen grafischen Oberflächen, Wicd-curses stellt die Funktionen über eine textbasierten Oberfläche in einem Konsolenfenster zur Verfügung – ideal für den Betrieb des RasPi im Headless-Modus. Zur automatisierten Konfiguration via Konfigurationsdatei steht noch das Konsolenprogramm Wicd-cli bereit.

Nach dem Programmstart zeigen die interaktiven Clients alle möglichen Verbindungen an, getrennt nach kabelgebundenem und drahtlosem Netz. Unter Umständen erkennt Wicd die WLAN-Schnittstelle nicht automatisch – in diesem Fall geben Sie das WLAN-Gerät in den Einstellungen an. Hier lassen sich auch globale DNS-Server definieren oder externe Programme für verschiedene Aufgaben festlegen. Wird die WLAN-Schnittstelle erkannt, scannt Wicd sofort nach möglichen Netzen und listet diese übersichtlich auf. Die Verbindung mit jedem Netzwerk lässt sich individuell konfigurieren. Neben dem WPA-Schlüssel können Sie statische IP-Adressen oder DNS-Server festlegen.

Wicd 1.7.2.4

Lizenz: GPLv2

Quelle: Raspian-Repository

Homepage: http://wicd.sourceforge.net

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