Aus Raspberry Pi Geek 05/2013

Raspberry Pi als Datei- und Drucker-Server (Seite 2)

Nun gilt es noch Dienste für alle Übertragungsprotokolle zu installieren, welche die Nutzern im LAN verwenden. Handelt es sich um ein gemischtes Netzwerk aus Windows-, Linux- und Mac-OS-Rechnern handelt, bietet sich aus Kompatibilitätsgründen Samba an. Dazu installieren Sie zunächst einmal den Dienst und editieren anschließend dessen Konfigurationsdatei (Listing 2).

Listing 2

$ sudo apt-get install samba samba-common-bin
...
$ sudo nano /etc/samba/smb.conf

Verwenden die Rechner, die auf den RasPi zugreifen sollen, einen bestimmten Workgroup-Namen, passen Sie die Zeile workgroup = WORKGROUP entsprechend an. Für den Fall, dass Sie nicht generell jedem im LAN Zugriff auf den File-Server gestatten möchten, lässt sich die Authentifizierung ganz einfach aktivieren. Dazu suchen Sie die Zeile mit der Angabe security = user und löschen das Doppelkreuz, mit der diese auskommentiert wurde. Scrollen Sie nun an das Ende der Datei und fügen Sie die Zeilen aus Listing 3 an.

Listing 3

[public]
 comment = Public
 path = /mnt/ExternalStorage/
 valid users = @users
 force group = users
 create mask = 0660
 directory mask = 0771
 read only = no

Nun speichern Sie die Datei und starten anschließend den Dienst mit sudo /etc/init.d/samba restart neu, damit die Änderungen wirksam werden. Ein Benutzerkonto legen Sie nun zunächst einmal für die Shell an. Falls sich also beispielsweise die anderen Rechner mittels des Benutzernamens fileserver authentifizieren sollen, geben Sie sudo useradd fileserver -m -G users an und ändern das Shell-Passwort via sudo passwd fileserver an.

Mittels sudo smbpasswd -a fileserver teilen Sie dann dem Benutzer noch ein Samba-Passwort zu, mit dem nun der eigentliche Zugriff auf den Dienst erfolgt. Andere Rechner können jetzt in ihren jeweiligen Dateimanagern das LAN nach Netzlaufwerken durchsuchen und den Speicher des RasPi einbinden.

Alternativ lässt sich für Dateiübertragungen auch SFTP nutzen. Da Sie den SSH-Server bereits aktiviert haben, erfordert dies keine zusätzlichen Konfigurationsschritte: Die aktuelle Raspian-Version erlaubt bereits in der Grundkonfiguration SFTP-Übertragungen.

Backup

Um den RasPi-Server auch für Backups der Arbeitsdaten zu nutzen bietet sich Rsync an: Dieses Programm synchronisiert Daten zwischen zwei Netzwerkstandorten derart, dass es nur die Dateien mit einem neueren Zeitstempel überträgt – also diejenigen, die sich seit dem letzten Sync-Vorgang geändert haben. Da es sich um ein Shell-Kommando handelt, können Sie es bei Bedarf in einen Cron-Job einbinden. Installieren Sie Rsync auf dem RasPi und rufen Sie im Editor die Konfigurationsdatei für den Rsync-Daemon auf (Listing 4).

Listing 4

$ sudo apt-get install rsync
...
$ sudo nano /etc/rsyncd.conf

In der Regel enthält rsyncd.conf noch keinerlei Text. Sie fügen nun die Angaben aus Listing 5 ein. Diese bewirken, dass jeder aus dem IP-Bereich des heimischen LANs Synchronisationsvorgänge auf dem USB-Stick am RasPi vornehmen darf. Haben Sie in Ihrem Router einen anderen IP-Adressbereich als 192.168.2.0 für das LAN eingestellt, müssen Sie diese Angabe entsprechend anpassen. Folgender Befehl lädt anschließend alle Dateien und Unterverzeichnisse aus ~/workspace/* auf den RasPi hoch, die seitdem letzten Backup verändert wurden:

rsync -avz ~/workspace/* rsync://192.168.2.129/public

Listing 5

use chroot = true
hosts allow = 192.168.2.0/24
transfer logging = true
log file = /var/log/rsyncd.log
log format = %h %o %f %l %b
[public]
comment = Public
path = /mnt/ExternalStorage/
read only = no
list = yes
uid = nobody
gid = nogroup

Sollen nur bestimmte Anwender Backups vornehmen dürfen? Dann ergänzen sie die Datei rsyncd.conf noch um die Zeilen auth users=Backup (nur der User Backup darf Rsync benutzen) und secrets file=/etc/rsyncd.scrt (das Passwort für diesen Benutzer steht in der Datei /etc/rsyncd.scrt). Letztere müssen Sie dann nur noch anlegen und dort eine Zeile in der Form Backup:Passwort eintragen.

Printserver

An den zweiten USB-Port des Raspberry Pi schließen Sie nun einen Drucker an, damit alle LAN-Geräte ihre Ausdrucke über diesen absetzen können. Nach der Installation des Common Unix Print Servers Cups (Listing 6, Zeile 1) geben Sie diesen erst einmal für das Netzwerk frei (Zeile 2). Durch den Zusatz --remote-admin lässt sich der Print-Server auch vom PC aus via Webbrowser verwalten. Zunächst müssen Sie dazu noch dem Standard-Benutzer pi den Druckerzugriff gestatten (Zeile 3).

Listing 6

$ sudo apt-get install cups
$ sudo cupsctl --share-printers --remote-printers --remote-admin
$ sudo usermod -a -G lpadmin pi
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