Aus Raspberry Pi Geek 01/2024

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Weihnachten steht vor der Tür. Deshalb stellen wir hier einige höherpreisige Komponenten vor, die sich als Geschenk für Maker oder als Posten für den eigenen Wunschzettel eignen.

Buntspechte

Die Pimoroni Inky-Displays der Serien Impression und Frame glänzen durch gute Ausstattung und geringen Stromverbrauch.

In den Display-Serien Inky Impression und Inky Frame offeriert Pimoroni E-Ink-Displays mit sieben Farben in Größen von 4, 5,7 und 7,3 Zoll mit Auflösungen von 640 x 400, 600 x 448 und 800 x 480 Pixeln. Damit hat das kleinste Display die höchste Pixeldichte.

Wer satte, knallige Farben liebt, sollte allerdings einen Bogen um diese Produkte machen, denn die E-Ink-Technologie gibt das noch nicht her. Mit Preisen zwischen 55 und 104 Euro sind die Displays zudem nicht gerade billig, allerdings fährt Pimoroni in regelmäßigen Abständen Angebotsaktionen mit Rabatten von 20 bis 30 Prozent.

Die randlose Impression-Serie ist für den Raspberry Pi (ab Pi Zero) gedacht. Der SBC kommt, wie bei HATs üblich, auf eine 40-polige Buchse auf der Bildschirmrückseite. Pimoroni führt eine Reihe von Pins (I2C, SPI) über einen weiteren Anschluss wieder nach außen. Jeweils vier Schalter an der Seite des Displays dienen der Steuerung.

Mit einer deutlich opulenteren Ausstattung warten die Bildschirme der Inky-Frame-Serie auf. Neben einem aufgelöteten Raspberry Pi Pico W und einer Echtzeituhr (RTC) bringen sie fünf Bedientasten, sieben LEDs, einen MicroSD-Slot, zwei Stemma/Qt-Anschlüsse sowie eine ausgefeilte Power-Logik mit. Insgesamt fallen sie wegen des Rahmens deutlich größer aus als die Impression-Varianten.

Die teureren Inky Frames eignen sich besser für den Batteriebetrieb mit zeitgesteuerter Bildschirmaktualisierung. Allerdings füllt sich der Arbeitsspeicher des Pi Pico gerade bei den größeren Inky-Varianten relativ schnell, was Einschränkungen beim Verarbeiten von Daten und der Darstellung komplexer Grafiken mit sich bringt. Ein “großer” Raspberry Pi mit Inky-Impression-Display hat diese Probleme nicht.

Pimoroni Inky Impression/Frame

 

Preis: 55 bis 81 Euro (Inky Impression), 81 bis 104 Euro (Inky Frame)

Bezugsquelle: Pimoroni

Mittelklasse

Das Digital-Multimeter PCWorks PCW02A bietet alles, was ein Maker für Elektronikarbeiten braucht.

Der Autor arbeitete lange Zeit mit einem günstigen Multimeter für Einsteiger, bis ihn schließlich ein Defekt zum Umstieg auf ein neues Gerät zwang. Als Ersatz sollte selbstredend etwas Besseres her, wobei sich die Entscheidung als nicht gerade trivial entpuppte: Die Auswahl im Mittelklassebereich, der in Sachen Funktion für Hobby-Maker mehr als ausreicht, ist selbst dann riesengroß, wenn Sie problemlos einen dreistelligen Betrag ausgeben können.

Die Wahl fiel schließlich auf das mit einem Preis von 30 Euro recht erschwingliche Digital-Multimeter PCW02A von PCWorks. Schon die äußeren Werte sind nicht zu unterschätzen: Das Gerät ist robust gebaut, griffig, verfügt über ein beleuchtetes Display und hat einen stabilen Standfuß. Die Proben knipst man bei Nichtgebrauch hinten ein.

In Sachen Funktionen unterscheidet sich die Multimeter-Mittelklasse deutlich vom Einsteigersegment. Mit 6000 Counts bei einer Abtastrate von 3 Hz bietet das PCW02A für die Preisklasse typische Eckdaten. Dazu kommen nützliche Funktionen wie Kapazitätsmessung, kontaktlose Spannungsmessung, Dioden- und Durchgangsprüfung (mit akustischem Signal), eine Halte-Funktion und Min-Max-Messungen. Ein mitgelieferter Temperatursensor liefert Werte im Bereich von -20 bis +1000 Grad Celsius.

Beim hier vorgestellten Gerät fehlt lediglich ein Batterietester. Ansonsten eignet sich das PCWorks-Multimeter für alle Arten von Elektronikarbeiten und gelegentliche Abstecher in den Wechselstrombereich.

PCWorks PCW02A

 

Preis: 30 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

Einstiegshilfe

Das gut ausgestattete Cytron Pico Robo eignet sich bestens für den Einstieg in Projekte mit dem Pi Pico.

Wenn Sie ein Einstiegs-Board für Basteleien mit dem Raspberry Pi Pico suchen, können Sie bedenkenlos zum Robo Pico von Cytron greifen. Die Platine unterstützt Sie dabei dank ihrer Ausstattung in allen Disziplinen von der Sensorik bis hin zur Robotik.

Beim Robo Pico bleiben zwar alle Pins des RasPi-Boards zugänglich, aber der direkte Zugriff ist dank vielfältiger Anschlussbuchsen selten notwendig. Auf der einen Seite bieten Grove-Buchsen Zugriff auf I2C, UART, PWM und digitale Pins. Eine Stemma/Qt-Buchse gibt es ebenfalls, Cytron apostrophiert sie als Maker Port. Auf der anderen Seite der Platine finden sich Terminals für verschiedene Spannungsquellen, DC-Motoren und Servos. All das verhindert den Frust, der oft durch wackelige Steckverbindungen mit Jumper-Kabeln auf einem Breadboard entsteht. Für die Schraubterminals liefert Cytron einen passenden Schraubendreher gleich mit.

Gespeist wird das Robo Pico entweder vom Pi Pico, von einem LiPo-Akku oder von einer externen Spannungsquelle, die bis zu 6 Volt liefern darf. Die höchste Spannung gibt das Board an die Terminals für die Motoren weiter. Der LiPo-Anschluss verfügt über eine integrierte Ladeelektronik, gespeist durch die USB-Buchse des Pi Pico.

Ein gut ausgestattetes Board ist jedoch nur die halbe Miete. Cytron stellt neben der Hardware auch Tutorials, Videos und Beispielcode für seine Produkte bereit. Mit ein paar Englischkenntnissen kommen Sie gut durch alle Übungen. Aufmachung und Verpackung sind genauso vorbildlich wie die Beschriftung aller Komponenten.

Alternativ zum hier vorgestellten Board gibt es noch das Maker Pi Pico ohne Motorunterstützung sowie das minimalistische Pico Mini, das bei gleicher Größe wie ein Pico Rücken an Rücken damit montiert wird. Für bequemes Experimentieren ist das Pico Mini aber zu klein, es eignet sich eher für kompakte Projekte.

Cytron Pico Robo

 

Preis: 13,70 Euro

Bezugsquelle: Rasppishop

Schnüffelnase

Die M5Stack CO2 Unit mit Sensirion-SCD40-Chip misst zuverlässig die Kohlendioxidbelastung in der Luft.

Während der Corona-Epidemie wurden CO2-Ampeln sehr beliebt. Da die Messung dieses reaktionsschwachen Gases nicht einfach ist, waren die verfügbaren Sensoren meist groß und teuer. Das hat sich mittlerweile geändert, zumindest, was die Größe betrifft. Auch die Preise sind etwas gesunken.

Zu den beliebtesten Vertretern der Gattung zählen die Sensoren SCD40 und SCD41 der schweizerischen Firma Sensirion, für die die üblichen Hardwarehersteller passende Breakouts anbieten. Das hier vorgestellte Exemplar kommt von M5Stack und verschwindet völlig in einem kleinen Plastikgehäuse mit zwei Montagelöchern. Wer Platinen bevorzugt, wählt eine der Alternativen von Adafruit, Pimoroni oder Sparkfun.

Der vergleichsweise neue Hersteller M5Stack setzt bei seinen Produkten konsequent auf Plug & Play. Der Sensor verfügt über einen I2C-Grove-Anschluss, ein passendes Kabel liegt bei. Adapterkabel auf DuPont oder Stemma/Qt gibt es im Fachhandel.

An Softwareunterstützung herrscht dank des Sensorherstellers Sensirion kein Mangel. In der für einen Hardwarehersteller außergewöhnlich breiten Palette an Beispielcode ist vom RasPi bis zum ESP32 alles vertreten. Nach einigen Wochen im Dauerbetrieb kann der Autor den SD4x-Sensoren plausible Messwerte bescheinigen. Für den Hausgebrauch ist die etwas teurere Variante SCD41 nicht notwendig. (Bernhard Bablok/jlu)

M5Stack CO2 Unit

 

Preis: 41,70 Euro

Bezugsquelle: Berrybase

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