RasPi-Images mit Windows, Mac und Linux auf SD-Karte schreiben

© Gennadiy Poznyakov, 123RF

Wie gemalt

Das System für den Raspberry Pi kommt nicht auf DVD, sondern in Form von Images, die Sie auf die Speicherkarte des Mini-Rechners bannen. Wir erklären, wie Sie das unter Windows, Mac OS X und Linux bewerkstelligen.

Der Raspberry Pi arbeitet nicht wie ein herkömmlicher PC mit einer Festplatte oder einem modernen SSD-Flash-Speicher als Massenspeicher, sondern nutzt einfache (Micro-)SD-Speicherkarten, wie sie bei Smartphones oder Digitalkameras zum Einsatz kommen (Abbildung 1).

Abbildung 1: Das Betriebssystem des Raspberry Pi schreiben Sie als Image auf die Micro-SD-Karte des Mini-Rechners.

Der Vorteil dieser Lösung besteht darin, dass die Karten kostengünstig zu beschaffen und leicht zu wechseln sind. Das erlaubt es, den RasPi durch Tausch der Speicherkarte schnell mit unterschiedlichen Betriebssystemen zu starten, ohne zum Schraubendreher greifen oder Kabel umstecken zu müssen.

Warnung

Kontrollieren Sie genau, auf welchen Datenträger Sie das Image kopieren. Wählen Sie das falsche Laufwerk aus, droht der vollständige Verlust der Daten, die auf diesem Medium gespeichert sind.

Dadurch ergeben sich Konsequenzen für die Installation des Betriebssystems, dieses spielen Sie auf dem RasPi nicht wie am PC über eine bootfähige DVD oder einen USB-Stick ein. Stattdessen bieten die Raspberry Pi Foundation als Hersteller [1] und zahlreiche unabhängige Entwickler sogenannte Images an.

Diese beinhalten das Betriebssystem inklusive der für den RasPi nötigen Treiber sowie spezifische Konfigurationen und Programme. Sie als Anwender legen auf diese Weise sofort los. Images dieser RasPi-Systeme kopieren Sie am besten von Hand auf die Speicherkarte; das von der Foundation entwickelte Tool NOOBS [2] unterstützt inzwischen nur noch die Variante Raspbian.

RasPi-Images

Als Beispiel zur Installation eines beliebigen Systems dient in diesem Artikel die Kodi-Distribution OpenELEC [3]. Die Raspberry Pi Foundation zählt diese zu den offiziellen Partnern, bietet in ihrem Download-Bereich allerdings nur eine veraltete Version für den RasPi der ersten Generation an (Stand: März 2015). Auf der Homepage des Projekts finden Sie jedoch Builds für den Raspberry Pi 2. Laden Sie daher die Datei am besten direkt von den Entwicklern herunter [4] (Abbildung 2).

Abbildung 2: Die meisten Entwickler von RasPi-Systemen, wie hier OpenELEC, bieten Disk-Images zum Herunterladen an.

Im Gegensatz zu vielen anderen Systemen unterscheidet OpenELEC zwischen individuellen Builds für die unterschiedlichen RasPi-Generationen. Die Links unter dem Abschnitt RPi ARM11 single core models führen zu den Dateien für den Raspberry Pi 1, die Downloads unter RPi2 ARMv7 quad core models richten sich an Besitzer des aktualisierten RasPi.

Suchen Sie sich die zum RasPi passende Datei heraus und speichern Sie die heruntergeladene Datei mit der Endung img.gz in einem Ordner ab, den Sie später schnell wiederfinden.

Windows

Bevor Sie das RasPi-Image auf die Speicherkarte bannen, müssen Sie die komprimierte Datei entpacken. Der Explorer besitzt im Kontextmenü die Möglichkeit, Dateien auszupacken, doch die Funktion ist nicht kompatibel mit dem von Linux-Entwicklern gerne genutzten GZIP- oder kurz GZ-Format. Zum Entpacken installieren Sie daher am besten das freie Programm 7-Zip [5] auf dem entsprechenden Rechner (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit dem freien Programm 7-Zip entpacken Sie unter Windows das bei vielen RasPi-Images genutzte GZIP-Format.

Das Programm beherrscht nicht nur das GZ- und das eigene 7ZIP-Format, sondern auch ZIP, RAR und unzählige andere Formate. Auf Wunsch integriert sich 7-Zip in das Kontextmenü des Explorers, sodass Sie das Packen und Entpacken von Dateien über das Kontextmenü erledigen.

Zum Schreiben oder Auslesen eines Datenträger-Abbilds bringt selbst die aktuelle Windows-Generation noch kein Bordmittel mit. Für die Aufgabe greifen Sie daher auf den bewährten Win 32 Disk Imager [6] zurück. Das kostenlose und quelloffene Programm installieren Sie entweder über die Setup-Datei Win32DiskImager-Version-install.exe fest ins System oder Sie laden das Programmpaket Win32DiskImager-Version-binary.zip herunter und starten die Programmdatei Win32DiskImager.exe aus dem entpackten Archiv.

Im Programm suchen Sie über das Ordner-Symbol das zu kopierende RasPi-Image heraus. Zudem wählen Sie daneben das Laufwerk aus, auf das der Disk-Imager die Daten schreibt. Den Buchstaben des Laufwerks kontrollieren Sie zur Sicherheit am besten anhand der Angaben in der Seitenleiste des Windows Explorer (Abbildung 4).

Abbildung 4: Den Laufwerksbuchstaben des Zielmediums für den Win 32 Disk Imager entnehmen Sie zur Sicherheit am besten dem Windows Explorer.

Mit einem Klick auf Write leiten Sie das Schreiben der Daten ein, wobei Sie abermals eine Warnung erhalten. Kontrollieren Sie dort nochmals, ob das Ziel stimmt. Das Programm überschreibt unwiederbringlich sämtliche Daten auf dem gewählten Datenträger.

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