Cheap Yellow Displays, tragbarer Laptop-Monitor Arzopa A1M 1080P 17,3 FHD IPS, Adafruit Electric Heating Pad, Adafruit PiCowbell Adalogger.
Billigheimer
Für kleines Geld zu haben, sind Cheap Yellow Displays nicht ohne Tücken.
Gelbe, billige Displays bilden inzwischen eine eigene Produktkategorie: Wenn Sie nach “CYD” (Cheap Yellow Display) suchen, bekommen Sie reichlich Treffer. Die Ursprungsvariante war ein 2,8-Zoll-Display mit 240 x 320 Pixeln und resistivem Touch. Der integrierte ESP32-Chip auf einer gelben Platine sorgte für den Antrieb. Inzwischen gibt es diese Displays in allen Formen und Größen, die Ausstattung variiert je nach Lieferant.
Preiswert sind diese Displays auf jeden Fall, sie fangen bei 12 Euro an. 7-Zöller in Tablet-Größe liegen bei 40 Euro. Das entspricht dem Preis eines Marken-Touch-Displays mit 2,8 Zoll Diagonale. Der niedrige Kostenpunkt kommt aber nicht von ungefähr: Der integrierte ESP32 der Yellows hinkt ein paar Generationen hinterher, der Display-Chip ist mal ein ST7789, dann wieder ein IL19341. Auch die anderen Komponenten erfordern manchmal Forschungsarbeit mit Lupe und Übersetzungsprogramm, da die “mitgelieferte” (verlinkte) Dokumentation lückenhaft ist oder nur auf Chinesisch vorliegt.
Noch mehr stören unpassende Komponenten. Die in der Maker-Szene eher unüblichen JST-1.25-Anschlüsse lassen sich noch verkraften. Beim Ladechip für angeschlossene Akkus wird es aber sogar gefährlich: So hat das hier als Beispiel abgebildete 3.2-Zoll-Display von Sunton einen völlig ungeeigneten Powerbank-Ladechip. Er grillt nicht nur alle LiPos unterhalb 1800 mAh Kapazität, sondern verhindert obendrein zuverlässig den Tiefschlaf.
Wer sich auskennt, Datenblätter und Schaltpläne lesen kann und sich bei zickenden Treibern zu helfen weiß, der kann bei den CYDs ein Schnäppchen machen. Alle anderen lassen besser die Finger davon und sparen Zeit und Geld.
Cheap Yellow Displays
Preis: 12 bis 40 Euro
Bezugsquelle: Aliexpress
Zwergriese
Der A1M 1080P 17,3 FHD IPS von Arzopa gibt ein erstklassiges Display für den RasPi ab.
In einer ganz anderen Kategorie als CYDs spielt der A1M von Arzopa. Der Hersteller hat den 17,3-Zöller als mobilen (Zweit-)Bildschirm für Laptops ausgelegt. Hochwertige 15- oder 17-Zöller findet man in einer Zeit, in der Bildschirme immer größer werden, gar nicht mehr so leicht. Der abgebildete Bildschirm passt perfekt zum Raspberry Pi und spielt seine Stärken dort aus, wo der Platz knapp ist oder es an der Stromversorgung hapert.
Das Display kommt mit 2,4 Ampere aus einem USB-C-Anschluss aus. Das Kabel gehört zum Lieferumfang, der Adapter jedoch nicht. Da die USB-Buchsen des RasPi 5 nicht ausreichend Strom liefern, ist eine getrennte Steckdose oder Powerbank also Pflicht. Beim Display-Anschluss setzt der Hersteller auf Mini-HDMI und vervollständigt die gute Ausstattung mit einem Mini-auf-Standard-HDMI-Adapterkabel. Für den RasPi 5 benötigen Sie dann noch einen zweiten Adapter auf Micro-HDMI, aber der gehört sowieso zur Standardausstattung.
Ansonsten gibt es kaum Anlass zu Kritik. Das Display hat eine gleichmäßige Ausleuchtung und bietet guten Sound, der den großen Eizo-Schirm des Autors locker in die Tasche steckt. Einzig ein VESA-Anschluss fehlt, was die Montage des RasPi hinten am Rechner oder das Aufhängen an einer Wand erschwert. Finden Sie 17 Zoll für den RasPi überkandidelt, greifen Sie zur 15,6-Zoll-Variante des Displays und sparen 30 bis 40 Euro.
Arzopa A1M 1080P 17,3 FHD IPS
Preis: 169,90 Euro
Bezugsquelle: Berrybase, Amazon
Heizmatte
Mit dem Electric Heating Pad von Adafruit halten Sie Empfindliches handwarm.
Auf der Suche nach einem simplen Heizgewebe wurde der Autor zu guter Letzt bei Adafruit fündig. Das Electric Heating Pad soll im Winter das Brillenetui samt Brille leicht temperieren, damit diese nicht beschlägt. Das Gewebe besteht aus einem langen leitfähigen Faden, der durch seinen Widerstand Strom in Wärme umwandelt. Abhängig von der Spannung (5 bis 12 Volt) heizt sich das Pad schneller und höher auf. Im einfachsten Fall genügt eine Powerbank für etwas Wärme. Bei der Größe des Pads (wahlweise 10 x 5 oder 14 x 5 Zentimeter) liegt die Temperatur bei rund 40 Grad Celsius. Sinnvoller ist aber die Integration in eine kleine Schaltung, die den Strom per Pulsdauermodulation (PWM) regelt und die Temperatur überwacht.
Adafruit Electric Heating Pad
Preis: 7,70 Euro
Bezugsquelle: Pimoroni
Datenleser
Der Datenlogger PiCowbell Adalogger bleibt hinter der von Adafruit gewohnten Qualität zurück.
Für das regelmäßige Auslesen von Sensoren samt Speichern der Daten auf SD-Karte braucht es nicht viele Komponenten. Es genügen eine RTC für die genaue Zeit, ein SD-Karten-Slot sowie ein Anschluss für Sensoren. Das war es auch schon fast, denn den Rest erledigt ein Mikrocontroller. Praktisch, dass Adafruit dafür mit dem PiCowbell Adalogger eine kleine Platine für den Pico oder Pico W anbietet. Üblicherweise sind die Breakouts von Adafruit von hoher Qualität und werden deshalb gern von Billigstanbietern kopiert. Den PiCowbell Adalogger hat aber Adafruit komplett versemmelt.
Das fängt bei der Montage an: Oberhalb des Pico blockiert das Breakout den Boot-Button, unterhalb lassen sich der Reset-Taster auf der Platine sowie der Halter für die Knopfzelle nicht mehr erreichen. Eine fest verlötete Verbindung ist also sinnlos. Die inneren Werte stimmen ebenso wenig. So sind weder der Interrupt- noch der Clock-Pin der Echtzeituhr herausgeführt. Damit kann die RTC den Pico nicht regelmäßig für das Datensammeln wecken und verkommt zum einfachen Zeitspeicher. Gerade angesichts der eingeschränkten Tiefschlaffähigkeit des Pico verschenkt dieser Designfehler ein großes Stromsparpotenzial. Obendrein fehlt der Platine ein Batterieanschluss.
Das Breakout eignet sich also eher zum Anschalten und Laufenlassen. Hat man die Uhrzeit vorher gespeichert, dann stimmen auch die Timestamps. Häufiger Batteriewechsel oder eine Steckdose in der Nähe sind aber Pflicht.
Adafruit PiCowbell Adalogger
Preis: 9,40 Euro
Bezugsquelle: Pimoroni, Berrybase





