Kodi verfügt über eine große Anzahl eingebauter Funktionen, die Sie in eigenen Skripten und Diensten verwenden können. Eine Übersicht findet sich im Wiki des Projekts [4]. Bitte beachten Sie beim Entwickeln, dass Kodi eine spezielle Umgebung zur Ausführung der Skripte erzeugt, in der sich alle nötigen Importe erreichen lassen. Sie können die Skripte jedoch nicht ohne Weiteres auf der Konsole testen.
Weitere Informationen zum Thema Autostart finden sich in der englischen Kodi-Originalanleitung [5]. Eine weitere nützliche Informationsquelle ist das bereits erwähnte Kodi-Wiki: Dort finden sich die komplette Dokumentation von Kodi sowie zahlreiche Schritt-für-Schritt-Anleitungen [6].
Wissenswertes zu Kodi
Neben der Möglichkeit, die eingebauten Kodi-Funktionen aus eingebundenen Skripten und Diensten aufzurufen, gibt es das Tool kodi-send. Damit rufen Sie über ein einfaches Kommando alle Kodi-Funktionen auf. Das Tool erweist sich beim Testen oder bei Eigenentwicklungen als sehr nützlich. Listing 3 führt einige hilfreiche Kommandos auf.
Listing 3
Nützliche Kommandos
### Player stoppen $ kodi-send --action="PlayerControl(Stop)" ### Wiedergabeliste starten $ kodi-send --action="PlayMedia(/storage/.kodi/userdata/playlists/video/Dauerschleife.m3u)" ### Nachricht einblenden $ kodi-send --action="Notification(Pause, Essen ist fertig)" ### Lautstärke erhöhen $ kodi-send --action="VolumeUp" ### Lautstärke verringern $ kodi-send --action="VolumeDown"
Soundausgabe
Eine weitere Anforderung an das Kiosksystem lautet, die Videos über einen Mini-Bildschirm abzuspielen, der am Display Serial Interface (DSI) des RasPi hängt. Daher kann die Soundausgabe nicht wie standardmäßig eingestellt über HDMI erfolgen, sondern muss über den Klinkenstecker des RasPi erfolgen.
Hier kommt der aktivierte SSH-Dienst ins Spiel. Sie öffnen eine SSH-Verbindung zum Raspberry Pi und fügen der Datei /flash/distroconfig.txt die Zeilen aus Listing 4 hinzu. Damit aktivieren Sie die Soundausgabe über die Klinkenbuchse.
Listing 4
Soundausgabe
dtparam=audio=on audio_pwm_mode=2 disable_audio_dither=1
Ärgerlicherweise befindet sich das entsprechende Dateisystem im Read-only-Modus. Mit dem Kommando mount -o remount rw /flash/ versetzen Sie es in den Read-Write-Modus und passen die Datei an. Nach der Anpassung muss das System einmal neu gebootet werden, weil Sie mit unseren Änderungen Kernel-Parameter anpassen.
Nach einem Reboot finden Sie bei den Soundeinstellungen ein zusätzliches Gerät, das Sie verwenden können. Abbildung 7 zeigt den entsprechenden Menüpunkt Einstellungen | System | Audio. Hier wählen Sie jetzt via BCM2835 Headphones die Soundausgabe über die Klinkenbuchse aus.
Fazit
Dieser Artikel konnte nur einen Bruchteil der Möglichkeiten zeigen, die LibreELEC im Zusammenspiel mit Kodi bietet. Sie haben es hier mit einer leicht zu bedienenden und nahezu beliebig erweiterbaren Mediacenter-Lösung zu tun. In unserem Test gab es während der Projektphase nichts zu beanstanden, auch keinen einzigen Absturz – da können sich einige professionelle Lösungen ein Stück abschneiden. In der dunklen Jahreszeit findet sich sicher ein trüber Sonntagnachmittag, an dem Sie sich einmal näher mit dem Thema LibreELEC beschäftigen können. (uba)
Der Autor
Martin Mohr hat die Entwicklung der modernen Computertechnik miterlebt. Nach dem Studium entwickelte er überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte seine alte Liebe zur Elektronik wieder.
Infos
- LibreELEC: https://libreelec.tv
- Kodi: https://kodi.tv
- LibreELEC-Images: https://libreelec.tv/downloads/raspberry/
- Funktionsübersicht: https://kodi.wiki/view/List_of_built-in_functions
- Anleitung zum Autostart-Service: https://kodi.wiki/view/Autoexec_Service
- Kodi-Wiki: https://kodi.wiki/view/Main_Page






