Aus Raspberry Pi Geek 03/2023

Der RasPi als teure Mangelware – wie geht es weiter? (Seite 2)

Eben Upton

Quelle: Eben Upton

Quelle: Eben Upton

Eben Upton ist CEO der Raspberry Pi (Trading) Ltd., die für die Raspberry Pi Foundation die Entwicklungs- und Handelsaktivitäten abwickelt. Er zeichnet für die Hard- und Softwarearchitektur der RasPi-Modelle verantwortlich.

Raspberry Pi Geek: Wann haben sich die Versorgungsengpässe für die Stiftung bemerkbar gemacht?

Eben Upton: Das begann gegen Ende des ersten Quartals 2021. Im weiteren Verlauf des Jahres verschärfte sich die Situation allmählich, sodass es zum Jahresende bei allen Kernprodukten zu Engpässen kam.

RPG: Was waren aus Ihrer Sicht die Ursachen?

EU: Das lag ursprünglich am Rückgang des Angebots und dem Anstieg der Nachfrage nach elektronischen Produkten in den Jahren 2020 und 2021, verursacht durch die Covid-Pandemie. Der natürliche Drang zum Hamstern und Horten verstärkte den Effekt noch.

RPG: Welche spezifischen Komponenten waren von der Chipknappheit betroffen?

EU: Zu einem bestimmten Zeitpunkt wurden nahezu alle wichtigen Halbleiterkomponenten im Design knapp, mit Ausnahme von DRAM. Diese Komponenten kommen im Allgemeinen aus Taiwan oder China (Frontend-Wafer-Fertigung) beziehungsweise aus Taiwan, China und Malaysia (Backend-Montage und Test).

RPG: Laut Ihrem Blog-Eintrag wird sich die Situation im zweiten Quartal 2023 stabilisieren, wovon vor allem die kleineren Varianten profitieren. Wann wird sich die Situation auch für die großen Modelle entspannen, und mit welcher Preisentwicklung müssen die Kunden rechnen?

EU: Das ist nicht ganz das, was ich in dem Blogpost sagen wollte. Die Situation wird sich für alle Produkte bis 2023 allmählich entspannen, wobei das zweite Quartal ein normales Quartal für die Versorgung mit allen Produkten sein dürfte. Denken Sie aber daran, dass wir noch Nachholbedarf haben, sodass Dinge wie das aktive Management von OEM-Kunden und Mengenbegrenzungen für einzelne Kunden auch im dritten Quartal fortbestehen werden.

RPG: Verfügt die Stiftung über Alternativen zu den regulären Bezugsquellen, und gibt es die überhaupt?

EU: Für fast jede Komponente eines Raspberry Pi gibt es mindestens zwei Bezugsquellen.

RPG: Welche finanziellen und betrieblichen Auswirkungen hatte und hat die Chipknappheit auf die Stiftung?

EU: Aufgrund des IC-Mangels haben wir natürlich weniger Gewinn gemacht. Bis zu einem gewissen Grad konnten wir den Rückgang des Volumens aber durch Effizienzsteigerungen kompensieren: Wir verdienen mehr Geld pro Einheit als früher, vor allem aufgrund des Übergangs von der Lizenzfertigung zum Direktverkauf.

RPG: Wie beurteilen Sie die aktuelle Situation im Hinblick auf den Halbleiter-Handelskrieg zwischen den USA und der Volksrepublik China?

EU: Die aktuellen Aktionen konzentrieren sich weitgehend auf sehr fortgeschrittene Prozessknoten (unter 10 Nanometer) und haben daher kaum Auswirkungen auf unser Unternehmen.

RPG: Gibt es Pläne, um die Risiken eines Produktionsausfalls in Zukunft zu verringern?

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