Aus Raspberry Pi Geek 04/2021

NextcloudPi auf dem Raspberry Pi (Seite 2)

In der Kategorie Verwaltung in der vertikalen Optionsleiste nehmen Sie einige serverseitige Anpassungen vor und prüfen das System. Zu den möglichen Tests gehört beispielsweise ein System-Scan, der sicherheitsrelevante Fehlkonfigurationen ermitteln kann. Daneben stoßen Sie hier weitgehend automatisierte Updates der Nextcloud-Software an. Diese Optionen finden Sie in der Gruppe Übersicht. Die Gruppe Support dagegen macht Sie mit Hilfsangeboten wie dem Nextcloud-Forum, der Github-Seite des Projekts und einem Chat bekannt.

Die Konfiguration der E-Mail-Anbindung nehmen Sie inklusive eines entsprechenden Tests in der Kategorie Grundeinstellungen vor. In der Gruppe Teilen bestimmen Sie systemweit Optionen zum Teilen von Inhalten und verwalten Freigaben. Die Kategorie Sicherheit bindet die Nutzer an Ihre Sicherheitsvorgaben. So legen Sie hier beispielsweise fest, welche Mindestlänge Passwörter haben müssen und wie viele falsche Login-Versuche das System toleriert. Auch die Datenverschlüsselung für die Nutzerinhalte auf dem Server lässt sich in diesem Dialog durch Setzen eines Häkchens aktivieren.

Gruppen und Nutzer

Im nächsten Schritt legen Sie neue Nutzer an und organisieren die unterschiedlichen Accounts in Gruppen. Dazu öffnen Sie oben rechts in der Schalterleiste das Kontextmenü des Administrators und wählen den Eintrag Benutzer. Die Software öffnet daraufhin einen sehr übersichtlichen Bildschirm, in dem Sie neue Gruppen und neue Kontakte anlegen.

Zunächst sind Gruppen zu definieren: Dazu nutzen Sie links oben die Option Gruppe hinzufügen. Anschließend integrieren Sie über den Button Neuer Benutzer einen neuen Nutzer in das System. Dabei geben Sie bei entsprechender Konfiguration auch Speicherquota für den Nutzer vor und definieren einen der Benutzer als Gruppenadministrator. Dessen Rechte können Sie wiederum anpassen, sodass sich bestimmte Aufgaben an den Gruppenadministrator delegieren lassen. Die einzelnen Nutzer gliedern Sie in demselben Dialog in die vorhandenen Gruppen ein, wobei ein Nutzer mehreren Gruppen angehören darf. Nach dem Sichern des neu angelegten Nutzers durch einen Klick auf das blaue Häkchen rechts neben den Einstellungen übernimmt das System den Eintrag in die Listenansicht (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Nutzer können Sie sich bequem in einer Liste anzeigen lassen.

Abbildung 3: Die Nutzer können Sie sich bequem in einer Liste anzeigen lassen.

Gruppenadministratoren erhalten nach dem Einloggen und Aufruf der Benutzereinstellungen dieselbe Anzeige, wobei jedoch nur jene Nutzer erscheinen, die derselben Gruppe angehören. Mit den entsprechenden Rechten dürfen Gruppenadministratoren auch neue Benutzer anlegen und verwalten. Für einfache Anwender ohne Administratorrechte entfällt die Benutzeranzeige und somit auch deren Konfigurationsoptionen.

Dateien und Ordner

Der Dialog Dateien oben links in der Schalterleiste bietet einen Überblick über die Aktivitäten in der Cloud. Dabei listet er einzelne Ordner und auch Dateien auf. Neue Dateien und Ordner legen Sie bei Bedarf über das Plus-Symbol mittig unterhalb der Schalterleiste an. Dabei gilt es zu beachten, dass Ordner stets in der Verzeichnishierarchie unterhalb des aktuellen Ordners angelegt werden. Daher sollten Sie zunächst immer das aktuelle Verzeichnis ermitteln, in dem Sie sich gerade befinden.

Nach dem Anlegen eines Ordners laden Sie Inhalte durch Auswahl der Option Datei hochladen direkt über den Browser in die Eigenbau-Cloud. Links in der vertikalen Optionsleiste finden Sie zudem weitere Anzeigemöglichkeiten, um zum Beispiel Inhalte zu teilen. Für jede Datei und jeden Ordner gibt es zudem in einem Optionsmenü, das Sie durch einen Mausklick auf das Einstellungssymbol links neben der Größenangabe öffnen, weitere Verwaltungsaufgaben (Abbildung 4).

Abbildung 4: Inhalte werden übersichtlich mit entsprechenden Thumbnails und Symbolen angezeigt.

Abbildung 4: Inhalte werden übersichtlich mit entsprechenden Thumbnails und Symbolen angezeigt.

Server konfigurieren

Sobald Sie die URL Ihres NextcloudPi-Servers gefolgt von der Port-Nummer 4443 aufrufen und sich authentifizieren, gelangen Sie in den Konfigurationsdialog des Servers. Darin finden Sie links in einer vertikalen Leiste Kategorien und Untergruppen, die in jeweils rechts im Fenster eingeblendeten Dialogen den Server im Detail konfigurieren. Dazu zählen neben dem Einrichten von Backups und Schnappschüssen auch das Anpassen der Datenbank und das Anlegen von Systembegrenzungen. Dabei definieren Sie abhängig von der Kapazität der in das NextcloudPi-System eingebundenen Massenspeicher die maximale Dateigröße, aber auch den maximalen Arbeitsspeicherbedarf.

Die Kategorie Networking gestattet dagegen zahlreiche Veränderungen an den elementaren Netzwerkeinstellungen: So stellen Sie in den entsprechenden Konfigurationsseiten etwa den genutzten DNS-Server ein, geben dem RasPi eine statische IP-Adresse oder passen SSH- und NFS-Komponenten an. Für heterogene IT-Umgebungen lässt sich zudem eine SMB-Anbindung aktivieren, sodass auch Clients mit anderen Betriebssystemen auf die NextcloudPi-Ressourcen Zugriff erhalten.

Der Bereich Security gestattet das Konfigurieren der Firewall und bietet eine automatische Sicherheitsüberprüfung des Systems. Für die Integrität der Installation finden Sie außerdem im Segment System Test- und Überwachungsroutinen für den genutzten Massenspeicher. Außerdem stellen Sie in diesen Dialogen ein, wie das System mit neu angeschlossenen Datenträgern umgehen soll. Das Monitoring der Massenspeicher generiert dabei E-Mails mit Benachrichtigungen an den Administrator, sobald eine entsprechende E-Mail-Adresse hinterlegt ist.

Auch für die Swap-Datei stehen verschiedene Optionen zur Modifikation zur Verfügung, um insbesondere bei stärkerer Auslastung des Servers das Reaktionsvermögen des Systems zu bewahren. Eine weitere wichtige Konfigurationsmöglichkeit für den Server finden Sie in der Gruppe Updates. In dieser Kategorie aktivieren Sie getrennt automatisierte Nextcloud- und NextcloudPi-Updates. Auch installierte Apps lassen sich hier für automatisierte Aktualisierungen freischalten.

Tools

In der Server-Konfiguration enthält die Gruppe Tools einige Optionen für den Umgang mit Dateien und Datenträgern. Hier erhalten Sie etwa die Möglichkeit, angeschlossene USB-Laufwerke zu formatieren, wobei NextcloudPi das Btrfs-Dateisystem verwendet. Optional lassen sich bis zu drei Verzeichnisse angeben, in denen das System nach modifizierten Dateien scannt. Über die Option nc-previews erstellt das System bei Bilddateien kleine Vorschauen, was die Bildersuche erheblich vereinfacht. Bedenken Sie jedoch, dass diese Funktion vor allem bei großen Datenbeständen eine erhebliche Zeit beansprucht und daher das gesamte System spürbar verlangsamen kann.

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