Der Schneideplotter Brother ScanNCut CM900 arbeitet präziser als jede Schere. Das Gerät zeigt sich sowohl beim verarbeiteten Material als auch bei den Vorlagen sehr flexibel.
Geht es darum, ein Muster möglichst sauber und präzise auszuschneiden, zeigt sich schnell, dass es dazu eine Menge Fingerspitzengefühl und Geduld braucht. Wäre es nicht toll, ein Gerät zu haben, mit dem man mühelos und ohne Fehler unterschiedliche Materialien schneiden könnte? Der Schneideplotter ScanNCut CM900 von Brother [1] ist eine solche Wundermaschine für den Heimgebrauch (Abbildung 1)
Das Gerät besitzt zusätzlich einen integrierten 300-DPI-Scanner, mit dem sich Vorlagen für den Schnitt einscannen lassen. Das Gerät bringt ab Werk verschiedene Designvorlagen und Schriftarten mit. Eigene einfache Designs kann man optional mithilfe des 4,8-Zoll-Displays direkt mit dem Schneideplotter erstellen und speichern. Dadurch lässt sich der Plotter auch ohne einen PC sinnvoll einsetzen.

Abbildung 1: Der Brother ScanNCut CM900 mit einigen zusätzlichen Materialien. Die Folien sowie die Unterlagen brauchen viel Platz.
Das Gerät
Über zwei USB-Ports sowie WLAN lässt sich der CM900 auch von außen mit Daten versorgen. Von Haus aus verarbeitet er SVG-Dateien und PES-Stickdateien. SVGs lassen sich über einfache Zeichenprogramme erstellen, wie CanvasWorkspace, das wir im Folgenden noch vorstellen, oder mit etwas Erfahrung auch per Texteditor eingeben. Weitere Informationen über das SVG-Datenformat finden Sie bei Interesse im Kasten “Scalable Vector Graphics”.
Scalable Vector Graphics
Das Kürzel SVG steht für Scalable Vector Graphics. Wie der Name schon vermuten lässt, beschreibt das Format Vektorgrafiken, die das Bild nicht aus Pixeln zusammensetzen, wie bei einer Rastergrafik, sondern dazu grafische Primitive wie Linien, Kreise, Polygone und Kurven verwenden.
Die Grafik besteht also aus einem regelrechten Quellcode, der die Vektorobjekte beschreibt. Bei einfachen Grafiken fallen SVGs erheblich kompakter aus als JPEG- oder PNG-Dateien. Der Quellcode für SVGs lässt sich sogar direkt in den HTML-Code einer Webseite integrieren.
Vektorgrafiken skalieren zudem komplett ohne Qualitätsverlust. Es ist also nicht nötig, für verschiedene Bildschirmauflösungen oder Bildgrößen unterschiedliche Dateien abzulegen. Möchten Sie mehr über den Einsatz von SVGs im Web erfahren, finden Sie die passenden Information in Ausgabe 12/2020 unserer Schwesterzeitschrift LinuxUser [6].
Zum Lieferumfang des ScanNCut CM900 gehören viele Materialien sowie einige nützliche Hilfsmittel, sodass der Käufer direkt mit den ersten Schnittversuchen starten kann, ohne erst noch zusätzliches Material bestellen zu müssen. Für die Organisation des umfangreichen Zubehörs gibt es eine Tasche, beim Einstieg hilft eine gedruckte Kurzanleitung. Darüber hinaus ist das komplette Benutzerhandbuch auf CD beigelegt. Alle technischen Daten des Brother ScanNCut CM900 finden sich auf der Herstellerseite.
Falls Sie schon über ausreichend Testmaterialien verfügen, sollten Sie optional den CM700 in Betracht ziehen. Beide Geräte gleichen sich von der Technik, allerdings umfasst der Lieferumfang des CM700 weniger Zubehör. Der empfohlene Verkaufspreis des CM900 liegt bei 499 Euro. Im Rahmen von Sonderangeboten ist der Plotter aber auch schon für unter 400 Euro zu bekommen.
Erste Schritte
Nach dem Öffnen des Kartons präsentieren sich Plotter und Zubehör übersichtlich angeordnet. Die Kurzanleitung gibt es in sieben Sprachen, darunter auch Deutsch. Beim Aufstellen müssen Sie darauf achten, dass das Gerät viel Platz benötigt. Vor und hinter dem Plotter muss ausreichend Platz zum Durchreichen der Schneidmatte zur Verfügung stehen. Um die Matte für den Schnitt vorzubereiten, sollten Sie ebenfalls ausreichend Platz einkalkulieren. Für die Qualität der Schnitte ist es extrem wichtig, dass Sie die Folien blasenfrei auf die Schneidmatte aufbringen.
Nach dem Einschalten des Plotters sollten Sie zunächst die Sprache auf Deutsch umstellen. Dazu drücken Sie den Knopf mit dem Gabelschlüssel links vom Display. Die Sprachauswahl wählen Sie direkt über den ersten Menüpunkt. Für Eingaben auf dem Touchscreen liegt im Zubehör ein kleiner Stift bei. Bei Nichtgebrauch findet er in einer Mulde hinter/unter dem Bedienteil Platz. Das komplette Bedienteil lässt sich hochklappen, was die Bedienung erleichtert, egal, ob Sie sich über das Gerät beugen oder vor dem Plotter stehen.
Um den Plotter für den ersten Testschnitt vorzubereiten, nehmen Sie die Standardschneidmatte und kleben die im Zubehör beiliegende Folie auf. Auf den Schneidmatten klebt eine Schutzfolie, die Sie zuerst entfernen müssen. Nach Gebrauch sollten Sie die Schutzfolie umgehend wieder auf die Matte kleben, sonst macht Staub die Klebeschicht auf der Matte schnell unbrauchbar.
Damit die Schutzfolie glatt bleibt, sollten Sie sie flach ausgelegt lagern. Auch dafür ist wieder etwas Platz nötig. Sie merken schon, dass so ein Schneideplotter eine Menge Raum um sich herum beansprucht. Auch die ungenutzten Schneidmatten lagern Sie am besten flach. Je nachdem, welche Folie Sie verwenden, sollten Sie auch diese flach ausbreiten.
Material vorbereiten
Wie bereits erwähnt, gilt es, die Folie blasenfrei auf die Schneidmatte zu kleben. Dabei hilft zum Beispiel eine Plastikkarte, mit der Sie die Blasen wegstreichen. Achten Sie aber darauf, dabei die Oberfläche der Folie nicht zu verletzen. Falls sich die Blasen einfach nicht entfernen lassen, bleibt oft nichts anderes übrig, als die Folie noch einmal abzuziehen und neu zu verkleben.
Sobald die Folie blasenfrei auf der Schneidmatte klebt, laden Sie diese in den Plotter. Legen Sie die Schneidmatte dazu vor das Gerät und drücken Sie den Lade/Entlade-Knopf rechts neben dem Display. Auf dem Knopf ist das Icon einer Matte zu erkennen. Für unterschiedliche Materialien müssen Sie unterschiedliche Schneidmatten verwenden. Bitte sehen Sie immer vor dem Schnitt in der Kurzanleitung nach, welche Matte es für das aktuelle Material zu verwenden gilt.






