Zusätzlich erreichen Sie Moodlebox von jedem Endgerät aus via SSH auch über die Kommandozeile. Bei unveränderten Zugangsdaten loggen Sie sich mit dem Befehl ssh [email protected] von einem Terminal einer Arbeitsstation per SSH auf der Moodlebox ein. Als voreingestelltes Passwort geben Sie wieder Moodlebox4$ ein.
Sofern ein Internet-Zugang besteht, aktualisieren Sie das System bei Bedarf mit dem Befehl aus Listing 1. Die Routine bringt danach das System auf den aktuellen Stand (Abbildung 3).
Listing 1
Moodlebox aktualisieren
$ sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade -y
Von Zeit zu Zeit empfiehlt sich außerdem ein Update der Moodle-Plattform auf die neueste Version, was verschiedene Schritte erfordert – abhängig davon, ob es sich bei der aktualisierten Version um ein Minor- oder ein Major-Release handelt. Die einzelnen Arbeitsschritte dazu zeigen die Entwickler in einer ausführlichen Dokumentation [3].
Rollenspiel
Um die Lernplattform zu nutzen, müssen Sie zunächst Anwender in das System integrieren und Kurse anlegen. Bei der Integration von Anwendern verwendet Moodle ein rollenbasiertes Modell, das den einzelnen Rollen verschiedene Rechte zuweist. So erhalten Trainer mehr Rechte als Kursteilnehmer, Gäste haben in der Regel die geringsten Rechte. Die Gruppe der Trainer differenziert Moodle zwischen solchen mit Bearbeitungsrecht und solchen ohne. Manager besitzen mehr Rechte als Trainer, jedoch weniger als Administratoren. Administrator-Rechte müssen Sie einzelnen Nutzern explizit in einem eigenen Dialog zuweisen.
Die Rechtevergabe nehmen Sie dabei im Dialog Website-Administration | Nutzer/innen | Rechte ändern vor. Im Dialog Nutzer/innen nehmen Sie zudem die komplette Nutzerverwaltung vor, inklusive globaler Gruppen (Abbildung 4). Sie vergeben Rechte entweder individuell oder gruppenspezifisch. Zusätzlich gestattet es der Dialog dem Administrator, Datenschutzeinstellungen vorzunehmen, die vor allem den Import und Export von Daten betreffen.

Abbildung 4: Die Konfigurationsdialoge der Moodlebox fallen zwar umfangreich aus, durch ihre klare Struktur bleiben sie aber dennoch gut zu bedienen.
Moodle unterstützt bei Nutzern generell verschiedene Authentifizierungsmechanismen, sodass sich auch ein LDAP-Server oder eine externe Datenbank zur Authentifizierung verwenden lässt. Bei Auswahl der E-Mail-basierten Selbstregistrierung ist Vorsicht geboten. Diese Option ermöglicht es Nutzern, sich selbst im System anhand einer E-Mail-Adresse zu registrieren. Dadurch erhalten womöglich auch Personen ohne Bezug zur lokalen Moodle-Instanz Zugriff auf das System. Schalten Sie diese Funktion deswegen möglichst nicht oder nur für kurze Zeit ein.
Inhalte
Moodle teilt die zu vermittelnden Inhalte in Kurse und Kursbereiche auf. Dabei repräsentieren die Kursbereiche ähnlich den Fachbereichen an allgemeinbildenden Schulen eine bestimmte Gruppe von gleichartigen Kursen, während die Kurse sich mit den konkret zu vermittelnden Inhalten beschäftigen.
Die gesamte Kursbereichs- und Kursverwaltung finden Sie im Bereich Website-Administration | Kurse. Hier legen Sie zunächst Kursbereiche und anschließend Kurse an, die Sie den jeweiligen Bereichen zuordnen. Darin geben Sie auch Start- und Endzeitpunkt eines Kurses an.
In den einzelnen Kursen melden Sie dann Teilnehmer an, wobei Sie als Administrator falls nötig auch die Rollen der Teilnehmer modifizieren. So weisen Sie in diesem Dialog die Trainer- oder Managerrolle zu. Beachten Sie, dass zum Löschen eines Kurses die Rechte der Trainerrolle nicht ausreichen: Das erfordert entweder Manager- oder Administratorrechte.
Beim Anlegen der Kursinhalte sind Sie nicht auf Texte beschränkt, sondern können auch Anhänge einfügen. Als Bildformate unterstützt Moodle dabei GIF, JPEG und PNG. Ein Kurs lässt sich wiederum in mehrere Abschnitte unterteilen, um eine thematische Struktur abzubilden. In die einzelnen Abschnitte integrieren Sie Materialien oder Aktivitäten. Dazu gehören Tests, Abstimmungen und Links auf externe Webseiten, aber auch Dateien oder Umfragen. Jede dieser Aktivitäten flankieren Sie bei Bedarf mit weitergehenden Informationen, etwa zu den Lernzielen, den Voraussetzungen für das Ausführen der Aktivitäten und deren Abschluss (Abbildung 5).
Bewertungen
Moodlebox erlaubt es auch, die Leistungen der Kursteilnehmer lernziel- oder teilnehmerorientiert zu bewerten. Bewertungsstufen und Lernziele definiert der Trainer, der den Kurs anlegt. Die Optionen Kompetenzen und Bewertungen erlauben eine sehr fein justierbare Definition der Lernziele und Kompetenzen und gestatten auch das Festlegen von Notenstufen, die für diesen Kurs gelten. Daten exportiert das System für einen später auszudruckenden Leistungsnachweis als ODT-Datei.
Kursteilnehmer
Den Kursteilnehmern präsentiert die Moodlebox eine deutlich weniger komplexe Arbeitsoberfläche. Die Nutzer können ihre Kurse aufrufen und bearbeiten, eigene Dateien verwalten und anhand eines Terminkalenders wichtige Termine verwalten. Das Dashboard gibt ihnen dabei einen Überblick über ihre Tätigkeiten und gestattet auch einen Chat mit anderen Teilnehmern.







