
Abbildung 4: Die Zuordnung eines Rechners zu einer oder mehreren Gruppen nehmen Sie über das Ausklappmenü in der Spalte Group assignment vor.
Zu guter Letzt haben Sie unter Domains die Möglichkeit, gezielt Seiten (Reiter Domain) oder Begriffe (Regex filter) auf die White- oder Blacklist zu setzen (Abbildung 5). Rufen Sie dann mit dieser Konfiguration eine Seite auf, die den fraglichen Begriff – in diesem Beispiel “porn” oder “latex” – im Domain-Namen führt, landen Sie in Zukunft auf einer Fehlerseite. Beachten Sie, dass der Filter nur die Domain prüft und nicht die URL: Die aktuelle Konfiguration würde also das Laden von https://www.sharelatex.com unterdrücken, das Öffnen von https://de.wikipedia.org/wiki/LaTeX jedoch weiterhin zulassen.

Abbildung 5: Für die Gruppen lassen sich dann eigene White- und Blacklists definieren. Dabei erlaubt das System auch die Eingabe von regulären Ausdrücken.
Damit wäre ein zentrales Problem des Jugendschutzes per DNS-Blocker angesprochen: Zum einen greift der Filter nur bei gewissen Begriffen im Domain-Namen, nicht aber in der URL. Zum anderen werden schnell harmlose Seiten mit wichtigen Informationen Opfer zu aggressiver Filter. Außerdem lässt sich der Filter schnell umgehen: Der Nutzer müsste auf seinem Rechner nur manuell einen DNS-Server wie etwa den von Google oder (besser) einen des OpenNIC-Projekts eintragen (so er denn die entsprechenden administrativen Rechte auf dem Computer besitzt).
Fazit
Dessen ungeachtet bietet Pi-hole 5 nun die lang ersehnte Möglichkeit, den Werbefilter wesentlich besser individuell pro Gerät zu steuern. So entfernen Sie beispielsweise mit ein paar Klicks ein Gerät aus der Gruppe Default und deaktivieren auf diesem Weg den Werbeblocker ganz gezielt für ein störrisches Endgerät, das ohne Zugriff auf Google- oder Amazon-Tracking sonst rein gar nicht funktioniert. Alternativ aktivieren Sie kurzerhand Filter, die nur für wenige Nutzer gelten.
Die weiteren Neuerungen betreffen hauptsächlich die Arbeit unter der Haube. So liefert Pi-hole 5 beim Import von Blocklisten nun ausführliche Informationen, warum es manche Domains nicht in die Datenbank integrieren konnte. Zudem haben die Entwickler die Teleporter-Funktion erweitert, sodass man ein bestehendes Pi-hole-System einfacher auf ein anderes Gerät übertragen kann. Ebenso lässt sich nun auch der vom Projekt entwickelte FTL-Nameserver in Form eines Qemu-Images auf RasPis der ersten Generation sowie dem Pi Zero verwenden. (cla)
Infos
- Adblocker-Rate in Deutschland: https://de.statista.com/infografik/8615/entwicklug-der-adblocker-nutzung-in-deutschland/
- Pi-hole: https://pi-hole.net
- OpenNIC Public Servers: https://servers.opennic.org
- Pi-hole: Christoph Langner, “Ausgesiebt”, RPG 04/2017, S. 46, https://www.raspi-geek.de/38303





