Aus Raspberry Pi Geek 07-08/2020

Der Raveberry streamt Musik von Youtube und Spotify (Seite 2)

[img]Abbildung 2: Das Webfrontend des Raveberry-Players: Die hier auf einem Desktop-PC geladene Oberfläche passt allerdings auch gut auf einen Smartphone-Bildschirm.

Damit Raveberry Ihre Sammlung in seine Datenbank aufnimmt, loggen Sie sich mit den während der Installation eingetragenen Nutzerdaten unter http://raveberry/login ein und wechseln in die Einstellungen (Abbildung 3). Im Abschnitt Local Library geben Sie den Pfad zum Musikordner an, mit einem Klick auf Scan Folder lesen Sie die Daten ein.

[img]Abbildung 3: In den Einstellungen aktivieren Sie unter anderem das Voting System. Nutzer können so unerwünschte Songs aus der Playlist werfen.

Raveberry verzichtet auf eine klassische Musikbibliothek, die sich nach Lied, Album und Künstler organisiert. Stattdessen läuft alles über das zentrale Suchfeld: Tippen Sie hier etwas ein, durchsucht Raveberry sowohl die lokale Datenbank als auch die Streaming-Dienste von Youtube und Spotify – zumindest nach entsprechender Konfiguration (siehe Kasten “Spotify”).

Ein Icon vor dem jeweiligen Treffer zeigt dabei die Quelle an (Abbildung 4). Mit einem Klick auf einen der Einträge übernimmt Raveberry den Titel in die Playlist. Im Falle von Youtube-Songs lädt der Player den Titel automatisch aus dem Internet herunter und legt ihn unter /var/www/Music/raveberry/ auf der Speicherkarte ab.

[img]Abbildung 4: Raveberry spielt lokal gespeicherte Songs, lädt allerdings auch Musik von Youtube und Spotify. Das Icon vor dem Suchtreffer zeigt die Quelle an.

Spotify

Um Raveberry an Spotify zu binden, legen Sie zuerst in den Account-Einstellungen von Spotify ein Gerätepasswort an, das Ihnen der Dienst dann per E-Mail zusendet [4]. Danach öffnen Sie die Mopidy-Spotify-Konfiguration im Webbrowser [5] und autorisieren den Player mit einem Klick auf den Schalter Authenticate Mopidy with Spotify gegenüber Spotify. Dieser Schritt liefert Ihnen eine client_id sowie ein client_secret. Diese Daten tragen Sie dann im letzten Schritt in den Einstellungen von Raveberry unter dem Abschnitt Spotify ein.

Mehr als nur ein Player

Der Einstellungsdialog bietet noch eine Reihe weiterer interessanter Optionen. So lässt sich hier zum Beispiel die Wiedergabe auf Zusatz-Hardware wie den HiFiBerry oder auf Bluetooth-Speaker umleiten. Sie finden hier auch die Konfiguration, um einen WLAN-Zugang einzurichten. Optional aktivieren Sie einen Hotspot, sodass der Raveberry auch ohne einen Netzwerkanschluss funktioniert. Die Nutzer können sich dann mit ihren Smartphones in das vom Raveberry aufgespannte WLAN einbuchen.

Ohne Netzwerkzugang spielt der Raveberry aber nur auf dem System gespeicherte Musik ab. Bei Bedarf lässt sich allerdings Musik mit der Shareberry-App von Android-Smartphones aus auf den Player laden [6]. Ein Link zur APK-Datei der App findet sich im Hamburger-Menü des Raveberry-Webfrontends. Die Songs müssen allerdings direkt auf dem Smartphone gespeichert sein. Von Spotify gestreamte Musik auf den Raveberry weiterzuleiten ist nicht möglich.

Mit dem Voting System “demokratisieren” Sie dann letztendlich die Wiedergabe. Sind ausreichend Feiernde mit ihren Smartphones beim Raveberry angemeldet, können sie über den Inhalt der Playlist abstimmen. Bei zu vielen Downvotes wirft Raveberry dann Einträge automatisch wieder aus der Playlist. So füllt sich die Musikauswahl automatisch mit den Songs, die Ihre Gäste hören möchten.

Fazit

Raveberry vereint viele interessante Ansätze in einem kleinen Projekt, das sich ohne große Hürden mit wenigen Kommandos auf einem Raspberry Pi aufsetzen lässt. Dazu brauchen Sie keinen RasPi der neuesten Generation, selbst ein Raspberry Pi Zero W funktioniert. Der Player lädt Musik direkt von der Speicherkarte oder streamt Inhalte von Youtube oder Spotify, als Nutzer merkt man dabei praktisch keinen Unterschied. Die komplette Bedienung erfolgt über eine einheitliche Oberfläche.

Aktuell spürt man zudem sehr deutlich, dass den Entwicklern noch viel an ihrem Werk liegt. Während der Arbeit an diesem Artikel traten ein paar kleine Bugs auf. Nur Minuten nach dem Erstellen der entsprechenden Fehlermeldungen im Github des Projekts waren diese bereits behoben. Man darf also gespannt sein, welche Ideen das Projekt in Zukunft noch umsetzt. 

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