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Aus Raspberry Pi Geek 06/2020

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

The Pi Hut Status Board, Wireless Mini Keyboard Rii X1, USB Power Switch, I<+>2<+>C Multiplexer (8 way) pHAT.

Status-HAT

Das The Pi Hut Status Board eignet sich als Bedienfeld für einfache Anwendungen.

The Pi Hut hat einen einfachen HAT zur Statusanzeige im Programm. Felder für die Beschriftung erlauben den Einsatz in verschiedenen Fällen. Für jedes Feld gibt es je zwei LEDs in Rot und Grün sowie einen Taster auf der rechten Seite. Die Buttons sind aber nicht im Lieferumfang enthalten, was etwas erstaunt, denn das hätte den Preis des Boards nur um ein paar Cent nach oben geschraubt.

Abgesehen von den Tastern erfordert der Einsatz des HAT keine Lötkenntnisse. Wer löten kann, bestückt auf der rechten Seite neben den Buttons eine Reihe von Pins. Hier führt das Status-Board die noch verfügbaren GPIOs nach außen, verzichtet dabei aber auf wichtige Pins wie I2C oder UART.

Seitens der Software ist der HAT gut unterstützt. Die Gpiozero-Bibliothek enthält eine eigene Klasse für das Board, und auf https://github.com/ThePiHut/statusboard gibt es viele verschiedene Beispiele mit passendem Python-Code. Daneben lassen sich die LEDs und Buttons mit anderen Programmen ansteuern.

Den HAT gibt es zusätzlich in einer kleineren, etwas preiswerteren Version in Zero-Größe, dann allerdings nur mit drei statt fünf Feldern. Negativ aufgefallen ist die sehr lange Lieferzeit aus England – da liegt China-Ware regelmäßig schneller im Briefkasten.

The Pi Hut Status Board

 

Preis: 7 Euro

Bezugsquelle: https://thepihut.com

Mini-Tastatur

Die drahtlose Mini-Tastatur Rii X1 hilft beim Einsatz an RasPis, die genügsam im Headless-Modus laufen.

“Ist die aber süß!” – so lautet die klassische Reaktion auf die Mini-Tastatur Rii X1. So breit wie ein großer RasPi, hat sie ein Tastenfeld, das nur wenig länger als der SBC selbst ist. Hinzu kommt ein Touchpad, das der Tastatur jedoch eher die Dimension einer Fernbedienung gibt.

Die Tasten sind bis auf wenige Ausnahmen im üblichen Raster angeordnet und im deutschen QWERTZ-Layout vorhanden. Die Bilder auf Amazon zeigen zwar das QWERTY-Layout, aber die Beschreibung stellt das richtig. Alle Tasten bieten einen hervorragenden Druckpunkt. Bedingt durch die Größe ist das Touchpad sehr empfindlich und es erfordert etwas Übung, um den Cursor genau zu positionieren. Die Tastatur funkt im 2,4-MHz-Band, der Dongle für den Empfang verschwindet bei Nichtgebrauch im Keyboard.

Der Vergleich mit einer Fernbedienung liegt nicht nur wegen der Form und Dimensionen nahe. Die Rii X1 eignet sich ideal für das Bedienen oder zumindest die Ersteinrichtung von LibreELEC. Selbst wenn CEC funktioniert, ist die Eingabe von Texten wie etwa eines Rechnernamens oder eines längeren WLAN-Passworts mit einer normalen Fernbedienung sehr mühsam. Einem RasPi, an dem nur ein kleiner Notbildschirm hängt, steht die platzsparende Tastatur gut. Insgesamt ist die Rii X1 ein gelungenes Spezialprodukt für besondere Einsatzzwecke.

Mini-Tastatur Rii X1

 

Preis: 18 Euro

Bezugsquelle: Amazon

Stromschalter

Mit dem pfiffigen USB Power Switch schalten Sie einen RasPi ein oder aus, ohne dabei mit dem Stecker in der Steckdose herumzuhantieren.

Wer Verbraucher mit USB-Stromversorgung schalten will, ohne gleich zu einer Funk- oder WLAN-Steckdose zu greifen, der nimmt am besten den USB Power Switch von Maker Chris Burton. Das Prinzip ist einfach: Ein Kabel führt von der Steckdose zur Mini-Platine, ein zweites Kabel von dort zum Verbraucher. Auf der Platine gibt es drei Pins mit Masse, 5 V und einen Enable-Pin.

Über den Enable-Pin schalten Sie für einen RasPi oder Mikrocontroller den Strom ein (High) oder aus (Low). Zum Schalten genügen die 3,3 V des RasPi, laut Dokumentation schaltet der verwendete Mosfet sogar schon bei 2 V. Am 5V-Pin liegt unabhängig vom Wert des Enable-Pins Spannung an. Der Verbrauch der Platine ohne Last ist kaum der Rede wert. Da an jedem Kabel etwas Spannung abfällt, sollten in Kombination mit dem Power Switch hochwertige, möglichst kurze Kabel zum Einsatz kommen.

Dieses Produkt aus England vom Maker-Marktplatz Tindie hatte eine sehr lange Lieferzeit. Auf eine Nachfrage schickte der Verkäufer sofort eine zweite Lieferung; inzwischen sind beide angekommen.

USB Power Switch

 

Preis: 2,73 Euro

Bezugsquelle: Tindie.com

I<+>2<+>C Multiplexer

Mit dem I2C Multiplexer (8 way) pHAT verschaffen Sie dem RasPi bei Bedarf zusätzliche Anschlüsse.

Das I2C-Protokoll erlaubt viele Geräte auf einem Bus, solange jedes Gerät eine eindeutige Adresse besitzt. Es gibt aber viele Bausteine, bei denen Sie, wenn überhaupt, nur die Wahl zwischen zwei Adressen haben. Overlays in der /boot/config.txt aktivieren deshalb bei Bedarf zusätzliche I2C-Busse (maximal vier mit den Bus-Nummern 3 bis 6).

Genügt das nicht, weil Sie etwa viele identische Sensoren auslesen wollen oder eine kompakte Lösung suchen, greifen Sie zum I2C Multiplexer pHAT. Er stellt acht entsprechende Anschlüsse bereit, vier auf der Oberseite und vier auf der Unterseite, jeweils einschließlich Masse und Spannung. Die beträgt 3,3 V und bedient sich aus der 3,3V-Schiene des RasPi; zu viel dürfen die Sensoren also nicht ziehen. Alternativ trennen Sie auf einem kleinen Feld die 3,3V-Lötbrücke auf und ändern per neuer Brücke die Spannung auf 5 V.

Der I2C Multiplexer hat nicht nur das physische Format eines HATs, sondern zusätzlich ein EEPROM. Beim Systemstart liest der Kernel die Infos aus und lädt das relevante Overlay i2c-mux. Raspbian unterstützt den verwendeten Chip PCA9548 direkt. Damit das Betriebssystem die notwendigen Device-Dateien erzeugt, gehört wie bei I2C üblich das Modul i2c-dev in die /etc/modules.

Der HAT erspart Ihnen durch konsequentes Umsetzen der HAT-Spezifikation Arbeit mit der Systemkonfiguration, sodass Sie sich ganz dem Anwendungsprogramm widmen dürfen. Die typischen Beispiele für den RasPi nutzen immer das erste Device (/dev/i2c-1) und übergeben dabei für die Initialisierung die Bus-Nummer und Device-Adresse an eine Funktion. Die Anpassungsarbeit für die höheren Nummern der jetzt verfügbaren Module ist minimal.

Der I2C Multiplexer HAT ist ein überzeugendes Beispiel für ein interessantes und kostengünstiges Bauteil direkt aus der Maker-Szene.

I<+>2<+>C Multiplexer (8 way) pHAT

 

Preis: 9,45 US-Dollar

Bezugsquelle: Tindie.com

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