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Aus Raspberry Pi Geek 02/2015

Aktuelle Webapps im Kurztest

Angetestet: Webapps

Christoph Langner

Feedreader FreshRSS 0.9.4, Metasuchmaschine Searx 0.6.0, Nachrichtenarchivar Wallabag 1.8.1

Frische Nachrichten

Der webbasierte Feedreader FreshRSS 0.9.4 macht auch auf dem leistungsschwachen Raspberry Pi eine gute Figur.

Nach dem Ende des Google Readers fanden viele Anwender bei kommerziellen Anbietern wie Feedly oder NewsBlur ein neues Zuhause zum Lesen ihrer RSS-Feeds. Aber auch Open-Source-Alternativen wie Tiny Tiny RSS oder Selfoss erhielten regen Zulauf. Mit FreshRSS bietet sich ein weiterer webbasierter RSS-Reader an, der aufgrund seines schlanken Aufbaus auch gut mit einem Raspberry Pi harmoniert.

Zur Installation entpacken Sie das Quellarchiv ins Dokumentenverzeichnis des Webservers. Die Webapplikation benötigt nicht zwingend eine MySQL-Datenbank, sie arbeitet auch mit SQLite zusammen. Beim ersten Aufruf des Webfrontends geben Sie den Speicherort der Datenbank und die Login-Daten des ersten Benutzers – er erhält Admin-Rechte – vor. Damit FreshRSS die Feeds automatisch aktualisiert, müssen Sie im System noch einen Cronjob einrichten.

Anschließend öffnen Sie die eigentliche Webapp, in der Sie Feeds nach und nach abonnieren oder per OPML in einem Rutsch eine ganze Sammlung importieren. Die Bedienung der Webapp unterscheidet sich danach nicht groß von der anderer Feedreader. Wie üblich unterstützt FreshRSS das Taggen und Markieren von Beiträgen, das Sortieren der Feeds in Kategorien und bietet unterschiedliche Ansichten zum Lesen der Nachrichten. Mithilfe einer API lassen sich zur Google-Reader-API kompatible Newsapps für Handys mit FreshRSS nutzen, wie etwa News+.

FreshRSS 0.9.4

★★★★

Lizenz: AGPL 3.0

Quelle: https://github.com/FreshRSS/FreshRSS

Ausgesucht

Die Open-Source-Metasuchmaschine Searx 0.6.0 kombiniert die Ergebnisse von Google, Bing, Yahoo und DuckDuckGo oder Start Page.

Sie suchen etwas im Internet? Dann ist Google meist die erste Adresse. Doch nicht jeder Anwender möchte, dass Google jede Suchanfrage mitbekommt. Der Internetkonzern speichert bei Anwendern, die sich in einen der Google-Dienste einloggen, jeden Suchbegriff und erstellt aus diesen ein Profil mit den Interessen. Dieses erlaubt Google und damit den Werbetreibenden möglichst passende Anzeigen auszuliefern. Alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder Start Page spüren vor allem daher einen kräftigen Aufwind.

Searx macht es möglich, in eigener Regie eine Metasuchmaschine zu betreiben. Das Python-Programm aggregiert Ergebnisse der großen Suchmaschinen Google, Bing und Yahoo sowie Antworten von kleinen Alternativen wie Start Page oder DuckDuckGo und kombiniert sie mit Informationen aus anderen Quellen wie Wikipedia, Youtube, Vimeo oder Flickr. Heraus kommt eine Trefferliste, deren Ergebnisse und Sortierung den Vergleich mit Google nicht scheuen muss. Stellen Sie Ihre Searx-Instanz der Netzgemeinde zur Verfügung, dann lassen sich aus den Suchanfragen keine Rückschlüsse auf die einzelnen Anwender ziehen.

Für Searx brauchen Sie allerdings mehr als einen einfachen Webspace mit PHP und Datenbank: Es benötigt einen kleinen Server mit der Möglichkeit, Python-Programme auszuführen. Ein Raspberry Pi mit DynDNS-Anbindung sollte für eine überschaubare Anzahl von Anwendern ausreichen. Aufgrund seiner Architektur ist Searx nicht ganz so einfach zu installieren wie PHP-basierte Webapplikationen, doch mithilfe der sehr ausführlichen Schritt-für-Schritt-Anleitung des Searx-Wikis schaffen dies unter Raspbian auch Einsteiger.

Searx 0.6.0

★★★★★

Lizenz: AGPL 3.0

Quelle: https://github.com/asciimoo/searx

Vorgemerkt

Tagtäglich stoßen wir im Internet auf interessante Informationen. Mit Wallabag 1.8.1 organisieren Sie Ihren Lesefluss und archivieren Wichtiges für später.

Wer viel im Internet surft, der stolpert an allen Ecken und Enden über interessante Informationen. Murphys Gesetz garantiert, dass Sie immer genau dann etwas Relevantes finden, wenn gerade die Zeit knapp ist oder es etwas anderes zu tun gibt. Mit Diensten wie Pocket (ehemals Read It Later), Instapaper oder Paper.li archivieren Sie Interessantes für später und lesen die vorgemerkten Beiträge, wann immer Sie Zeit haben. Apps und Erweiterungen für mobile Geräte und Browser erlauben das Synchronisieren der Daten über alle Geräte hinweg.

Wallabag ist eine freie Alternative zu diesen kommerziellen und zum Teil auch kostenpflichtigen Diensten. Die in PHP geschriebene Software benötigt lediglich eine Datenbank und kommt dabei mit SQLite, MySQL oder PostgreSQL zurecht. Die Abhängigkeiten sollten die meisten Webserver von Haus aus erfüllen. Auch allzu große Rechenleistung ist nicht vonnöten. Die Installation gelingt dank eines Einrichtungsassistenten auch weniger erfahrenen Webmastern.

Zu sichernde Artikel übergeben Sie per Bookmarklet oder Browsererweiterung an Wallabag. Es sichert den kompletten Inhalt, sodass Sie den Beitrag auch dann noch nachlesen können, wenn es die Quelle im Netz gar nicht mehr gibt. Das Wallabag-Archiv erlaubt zudem eine Volltextsuche über alle gespeicherten Artikel, zudem erlaubt es Tags, Markierungen und ein Filtern nach gelesenen oder ungelesenen Beiträgen. Apps für alle gängigen mobilen Betriebssysteme geben Wallabag den letzten Schliff.

Wallabag 1.8.1

★★★★★

Lizenz: MIT

Quelle: https://github.com/wallabag/wallabag

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