
Abbildung 4: Die Weboberfläche von Volumio lässt sich gut über den PC bedienen, passt sich aber auch an kleinere Smartphone-Displays an.
Die vom System indexierten Titel erreichen Sie über die Schaltfläche Durchsuchen am unteren Bildschirmrand. Von dort aus suchen Sie nach Interpreten und Alben oder stöbern durch die komplette Musikbibliothek (Abbildung 5). Die Liste an Internet-Radiostationen präsentiert sich von Haus aus gut gefüllt, auch deutschsprachige Sender aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und der Privatwirtschaft sind an Bord.

Abbildung 5: Über die Musikbibliothek stöbern Sie in Ihrer Musiksammlung. Die Oberfläche integriert auch Streaming-Dienste wie Spotify.
MP3- und erst recht CD-Sammlungen sind allerdings Schnee von gestern: Heutzutage wird gestreamt. Auch das beherrscht Volumio; Sie müssen die Funktion allerdings über ein Plugin nachrüsten (siehe Kasten “Spotify”). Im Test funktionierte das mit dem Streaming-Platzhirsch Spotify ohne Schwierigkeiten sehr zuverlässig und in recht ordentlicher Klangqualität. Auch das Stöbern im von Spotify gepflegten Angebot fällt mit Volumio nicht schwerer als über die Spotify-App auf einem Smartphone.
Weitere wichtige Konfigurationsmöglichkeiten erreichen Sie über das Zahnradmenü und die Optionen NETZWERK sowie SYSTEM. Wichtig sind hier die Einstellungen zu dem von Volumio aufgespannten WLAN-Hotspot sowie die Möglichkeit, die Installation zu aktualisieren. Das Einspielen einer neuen Version geschieht dabei direkt über die Weboberfläche, Daten gehen bei der Installation des Updates nicht verloren.
Spotify
Volumio beherrscht neben der Wiedergabe von lokal oder im lokalen Netzwerk gespeicherten Medien auch den Umgang mit Streaming-Diensten wie Spotify, YouTube Playback und TuneIn Radio. Die gewünschte Funktion müssen Sie jedoch per Plugin nachrüsten: Dazu öffnen Sie über das Zahnradmenü die Seitenleiste und wechseln zu PLUGINS. Gleich am Anfang unter Music Services finden Sie das Spotify-Plugin, das Sie mit einem Klick auf Installieren einspielen (Abbildung 6).
Anschließen wechseln Sie in den Reiter Installierte Plugins und aktivieren das Plugin, indem Sie den Schalter auf On schieben. In den Einstellungen finden Sie dann Felder für den Spotify-Benutzernamen und das dazugehörige Passwort. Letzteres müssen Sie jedoch erst innerhalb von Spotify in Ihrem Konto unter dem Menüpunkt Geräte-Passwort festlegen anlegen [7]. Zugang zum Repertoire von Spotify erhalten Sie danach über Durchsuchen vom Hauptbildschirm aus.

Abbildung 6: Das Spotify-Plugin lässt sich kostenlos aktivieren. Für andere Streaming-Dienste wie Tidal oder Qobuz müssen Sie bezahlen.
Premium-Volumio
Die Entwickler stellen Volumio kostenlos unter der freien Lizenz GPL zur Verfügung. Mit MyVolumio [4] bietet das Projekt jedoch auch einen kostenpflichtigen Dienst mit zusätzlichen Funktionen an. Registrieren Sie sich bei MyVolumio und tragen die Zugangsdaten zu Ihrem Account im Webfrontend von Volumio über das Zahnradmenü ein, erhalten Sie in der FREE-Variante erst einmal nur Nachrichten zu Neuerungen des Projekts (Abbildung 7).

Abbildung 7: Mit dem kostenpflichtigen MyVolumio-Abo lässt sich Volumio über das Internet steuern. Zudem schaltet das Abo weitere Funktionen frei.
Durch den Kauf eines Abo-Plans (VIRTUOSO für 2,99 Euro oder SUPERSTAR für 6,99 Euro im Monat – bei jährlicher Zahlung gibt es 20 Prozent Rabatt) können Sie die Wiedergabe auf einem beziehungsweise bis zu sechs Geräten über das Internet steuern. Zusätzlich gleicht Volumio über den Dienst Playlisten und Favoriten über die einzelnen Installationen hinweg ab. Das Upgrade auf MyVolumio rüstet zudem Streaming über Tidal und Qobuz nach.
Damit wollen sich die Volumio-Entwickler allerdings nicht begnügen: In Zukunft soll es auch möglich sein, mehrere MyVolumio-Geräte zentral zu steuern, ähnlich wie es Sonos und andere Anbieter von Multiroom-Systemen beherrschen. Auch das Streamen von Musik direkt vom Smartphone oder Tablet aus sowie das Rippen und Abspielen klassischer Audio-CDs möchten die Entwickler künftig unterstützen.
Smartphone-Apps
Zum Steuern der Wiedergabe offeriert Volumio auch kostenpflichtige Apps für Android [8] und iOS [9]; der Kostenpunkt liegt bei jeweils etwa 2 Euro. Die Investition in die Apps stellt kein Muss dar: Die App strickt lediglich ein App-artiges Kleid um die Weboberfläche. Als Mehrwert bleibt lediglich, dass die App automatisch den Volumio-RasPi im Netz findet und dass sich die Lautstärke über den Lautstärkeregler des Smartphones steuern lässt. Zudem unterstützen Sie mit dem Beitrag die weitere Entwicklung des Projekts.
Fazit
Seit unserem letzten Blick auf Volumio [5] hat sich viel getan. Das Projekt überzeugt weiterhin mit einer gut durchdachten Oberfläche, die sich leicht vom PC oder Smartphone aus bedienen lässt. In Kombination mit einem Hi-Fi-DAC liefert Volumio auf einem Raspberry Pi dann auch eine Audioqualität, die selbst verwöhnte Ohren zufriedenstellt.
Mithilfe des Plugin-Systems lässt sich Volumio leicht an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Integration von Spotify gelingt unkompliziert, was die Software für viele Anwender interessant machen dürfte. Andere Streaming-Dienste gibt es jedoch nur gegen Geld in Form eines monatlichen Abos. Die wichtigsten Funktionen von Volumio sind und bleiben jedoch kostenlos zugänglich.
Infos
- Volumio: https://volumio.org
- Allo Sparky: https://www.allo.com/sparky/sparky-sbc.html
- Fing: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.overlook.android.fing
- MyVolumio: https://myvolumio.org/myvolumio
- Audioplayer Volumio 2.0: Christoph Langner, “Abgespielt”, RPG 04/2017, S. 58, http://www.raspi-geek.de/38306
- Raspberry Pi Touch Display: https://www.raspberrypi.org/products/raspberry-pi-touch-display/
- Spotify-Geräte-Passwort: https://www.spotify.com/de/account/set-device-password
- Volumio-App für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=volumio.browser.Volumio
- Volumio-App für iOS: https://itunes.apple.com/app/volumio/id1268256519?mt=8





