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Aus Raspberry Pi Geek 04/2019

Aktuelle Hardware im Kurztest

Ausgepackt

Bernhard Bablok

Adafruit Timer-Button schaltet den RasPi zeitgesteuert ein, Pimoroni Touch pHat mit sechs kapazitiven Tasten, Mini-Ampel Pi-Stop führt Kinder an den RasPi heran, RasPiO-Duino-Bausatz für den Einstieg ins Löten.

Schlafmütze

Über den Adafruit Timer-Button wecken Sie Mikrocontroller oder SBCs zeitgesteuert aus dem Schlafzustand.

Batteriebetriebene Boards müssen mit der knappen Ressource Strom sehr sparsam umgehen. Sie bieten aber nicht immer die Möglichkeit, den Prozessor schlafen zu legen und per internem Timer wieder aufzuwecken. Hier springt der Timer-Button von Adafruit ein.

Über VDD erhält das Breakout-Board Spannung. Abhängig vom Widerstand, der am Pin Delay hängt, schaltet der Timer einmal alle 100 Millisekunden bis einmal alle zwei Stunden den Pin ENout auf High. Den Widerstand wertet das Breakout-Board nur einmalig aus, wenn es Strom bekommt. Über den Pin DONE erhält der Baustein eine Rückmeldung und setzt den ENout-Pin zurück. Bleibt das entsprechende Signal aus, dann geschieht das kurz vor dem nächsten Zyklus automatisch.

Der Taster auf dem Board schaltet die Stromzufuhr manuell ein, unabhängig vom Zustand des Timers. Im Auslieferungszustand hängt ein kleines Drehpoti am Delay-Pin, über das Sie auf die Schnelle das Zeitintervall einstellen. Benötigen Sie ein exaktes Timing, trennen Sie auf der Rückseite der Platine eine Leiterbahn durch und verwenden gemäß der Tabelle im Datenblatt einen eigenen Widerstand. Alle Details sind über die Webseite von Adafruit [1] verfügbar.

Der Timer-Button eignet sich übrigens nicht für das direkte Schalten eines Verbrauchers, da ENout nicht als Stromversorgung dienen kann. Benötigen Sie das Feature, gibt es dafür eine fast identische Alternative mit integriertem Mosfet. Statt eines Enable-Pins hat das Breakout-Board dann einen Power-Pin, an dem die Eingangsspannung für Verbraucher bereitsteht.

Adafruit Timer-Button

 

Preis: 6,50 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni

Schaltanlage

Als zuverlässiges generisches Schaltelement bietet sich der Pimoroni Touch pHat an.

Schalter oder Taster benötigt man für fast jedes Projekt, die Auswahl ist groß. Wollen Sie mechanische Probleme umgehen und einfach per Berührung schalten, greifen Sie zum Touch pHat von Pimoroni. Er bietet sechs kapazitive Tasten mit integrierten LEDs am Rand. Die Dioden lassen sich zwar unabhängig von der Berührung steuern, aber es bietet sich an, sie als visuelle Rückmeldung nach einem Tastendruck leuchten zu lassen – taktiles Feedback gibt es ja nicht.

Zum Lieferumfang zählt eine 40-Pin-Buchse zum Selbstlöten. Wegen des flachen Designs bietet es sich aber bei eigenen Projekten an, den Hat an der Gehäuseoberfläche zu montieren und den RasPi mit Kabeln anzuschließen. Dazu löten Sie Pins von unten an den Hat. Dank I2C-Steuerung benötigt der Touch pHat dazu nur Verbindungen zu GND, 3,3V, 5V und SCL/SDA – ein 2×3-Female-Header genügt also.

Zur Inbetriebnahme aktivieren Sie I2C in der /etc/modules und in /boot/config.txt; im Zweifelsfall fördert eine kleine Internet-Recherche diverse Tutorials dazu zutage. Eine Python-Bibliothek für das Ansteuern (python-touchphat beziehungsweise python3-touchphat) installieren Sie über die Paketverwaltung, den Quellcode mit Beispielen dazu finden Sie auf Github [2]. Dort gibt es auch ein einfaches Installationsskript, das aber (wie bei Pimoroni üblich) viel zu viel installiert.

Pimoroni Touch pHat

 

Preis: 6,40 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni.de

Einstiegshilfe

Der pfiffige Pi-Stop eignet sich als universelles Bastelobjekt für schnelle Ergebnisse.

Ein wirklich pfiffiges Bauteil, eine kleine Ampel mit drei farbigen LEDs, kommt aus England und lässt sich direkt an den RasPi anschließen. Sie benötigen dafür drei nebeneinanderliegende allgemeine GPIOs plus einen Masseanschluss. Auf dem RasPi gibt es dafür eine ganze Reihe von möglichen Positionen, selbst die Dokumentation zum Pi-Stop [3] beschreibt nicht alle. Zum Ansteuern konfigurieren Sie die GPIOs als Output und setzen den Wert jeweils auf 0 oder 1. Hier gibt es im Internet Beispiele für jede erdenkliche Programmiersprache. Am schnellsten gelingt das mit dem Befehl gpio aus dem Paket wiringpi, der die einzelnen Farben dann nicht nur an- und auszuschalten vermag, sondern auch das Blinken beherrscht.

Zielgruppe für den Pi-Stop sind eigentlich Kinder: Als Objekt der realen Welt reizt die Ampel dazu, die richtige Abfolge der Farben per Programm selbst zu erstellen; kein Umweg über LEDs, Kabel und Vorwiderstände bremst die Motivation. Wer die Bauteile also mit Kindern ausprobieren will, findet über den Link zur Dokumentation auch Workshop-Unterlagen (auf Englisch) als Starthilfe. Unabhängig davon eignen sich die LEDs des Pi-Stop auch für andere Basteleien. So statten Sie etwa einen Headless-RasPi auf die Schnelle mit Statusleuchten aus, ohne mehr GPIOs zu blockieren als unbedingt nötig. Solche minimalistischen Plug-and-Play-Komponenten wünscht man sich auch für andere Bauteile.

Pi-Stop

 

Preis: 4,50 Euro

Bezugsquelle: Pimoroni.de

Übungssache

Der RasPiO Duino bietet einen durchdachten Einstieg in die vielfältige Arduino-Welt.

Abbildung 4: RasPiO-Duino-Bausatz.

Abbildung 4: RasPiO-Duino-Bausatz.

Das Arduino-Universum umfasst verschiedenste Entwicklungsplatinen in jeder Preisklasse und Ausstattung. Wer hier trotzdem nicht auf seinen RasPi verzichten will, greift zum RasPiO Duino des Herstellers RasPiO. Der Bausatz liegt preislich etwas unter gleichartigen, vorgefertigten Boards. Die Platine sollte nicht gerade die allererste Lötarbeit sein, eignet sich aber durchaus für Anfänger. Wer will, kann dem Designer eine Stunde beim Löten zusehen [4] und dabei noch den einen oder anderen Trick lernen. Nicht alle Komponenten des Kits müssen zwangsläufig verlötet werden, einige dienen lediglich ersten Gehversuchen in der Arduino-Welt.

Neben dem Lötvideo gibt es auch eine 54-seitige Dokumentation zur Platine. Sie behandelt kurz den Zusammenbau und danach die Installation der Entwicklungsumgebung auf dem RasPi. Den größten Teil füllt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Arduino-Programmierung, einschließlich des Ladens und Ausführens des Programms auf dem RasPiO Duino. Einziger Wermutstropfen bei der ganzen Sache: Sowohl das Lötvideo als auch die Anleitung gibt es nur auf Englisch. Der Bausatz und die Dokumentation zeigen Liebe zum Detail, alles ist durchdacht. Damit bietet der RasPiO Duino einen perfekten Einstieg für das Basteln mit einem Mikrocontroller – sofern Sie des Englischen einigermaßen mächtig sind.

RasPiO Duino

 

Preis: 14,50 Euro

Bezugsquelle: Buyzero

Infos

  1. Anleitung zum Timer-Button: https://learn.adafruit.com/adafruit-tpl5111-reset-enable-timer-breakout/overview/
  2. Github-Projekt für den Touch pHat: https://github.com/pimoroni/touch-phat
  3. Pi-Stop-Dokumentation: https://github.com/PiHw/Pi-Stop
  4. Anleitung zum RasPiO Duino: http://rasp.io/duino
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