Da dieser RSA-Key stets vorhanden sein muss, wenn Sie neue Partner in Ihr Netzwerk einbinden, empfiehlt es sich, ihn zunächst in einer Datei zu sichern. Anschließend laden Sie per Mail oder durch Nutzung anderer Übertragungswege Kontaktpersonen ein, indem Sie Ihren Schlüssel an diese übermitteln.
Erhalten Sie von einer anderen Person einen Key, so fügen Sie diesen im Dialog Add friends certificate dem Schlüsselbund hinzu. Die Software validiert ihn danach und fügt den Kontakt Ihrem Netzwerk hinzu (Abbildung 2). Im System-Tray erscheint dazu eine kurze Benachrichtigung.
Netzwerk
Da Retroshare ein Overlay-Netzwerk darstellt, passiert es gelegentlich, dass trotz korrekt übermittelter und in die Software eingebundener Schlüssel keine Verbindung zwischen den beiden Partnern zustande kommt. Die Software nutzt die UPnP-Technologie und bedarf daher meist keiner manuellen Einstellungen.
Sollte es jedoch trotzdem im Kontext mit DSL- oder MiFi-Routern zu Problemen beim Verbindungsaufbau kommen, so müssen Sie manuell am Router eine Portweiterleitung auf den Rechner einrichten, auf dem Retroshare läuft. Verwenden Sie dafür einen unprivilegierten Port über 1024.
Der gewählte Port muss anschließend auf dieselbe Portnummer auf dem Retroshare-System verweisen, und zwar sowohl für das UDP- als auch für das TCP-Protokoll. Danach stellen Sie die Portweiterleitung in Retroshare ein, indem Sie im Programmfenster zunächst die Option Preferences und anschließend Netzwerk | Netzwerkkonfiguration anwählen. Im Feld NAT stellen Sie den Eintrag auf Portweiterleitung von Hand ein und tragen darunter die von Ihnen weitergeleiteten Portnummern ein. Danach sollte der Verbindungsaufbau klappen.
Oberflächliches
Das Hauptfenster bietet Ihnen in einer horizontal angeordneten Buttonleiste oben zahlreiche Dienste, die Sie üblicherweise nur als jeweils eigenständige Programme erhalten: Neben einem Mail-Dienst finden Sie hier ein Chat-Modul sowie Optionen zum Dateitransfer oder eine Forenfunktion, mit der sich Diskussionsforen ähnlich wie im öffentlichen Internet aufbauen lassen.
Dabei dürfen Sie Beiträge offline schreiben und erst, wenn der Rechner wieder online geht, verschicken. Eine Link-Seite steht ebenfalls bereit. Sie erlaubt es, Dateien in Gestalt von Links im Retroshare-Netz zu teilen.
Erweiterbar
Dank eines innovativen Plugin-Konzeptes lässt sich Retroshare problemlos ausbauen. Derzeit stehen unter anderem Erweiterungen für VoIP-Verbindungen oder Feedreader bereit. Diese installieren Sie gemäß der entsprechenden Anleitung, worauf sie als neue Option in der Buttonleiste des Programmfensters erscheinen.
Auch ein Schachspiel, das zwei Retroshare-Nutzern erlaubt, übers Netz zu spielen, steht als Erweiterung bereit. Hier gilt es, zu beachten, dass manche Plugins noch als experimentell gelten, und Sie diese daher in Produktivumgebungen unter Umständen aus Stabilitätsgründen nicht einsetzen sollten.
Datenaustausch
Retroshare gestattet zwar Dateiübertragungen, lässt sich jedoch nicht direkt mit einem herkömmlichen Cloud-System vergleichen. Während bei Cloud-Anwendungen die Synchronisation der Datenbestände über mehrere Rechner eines Intranets hinweg im Vordergrund steht, repräsentiert Retroshare eher eine Filesharing-Plattform zum Datenaustausch.
So lassen sich Dateien nicht nur an Ihre Freunde, sondern auch an Knoten versenden, die nicht direkt mit Ihrem Computersystem in Kontakt stehen. In allen Fällen gewährleistet die Software dabei eine vollständige Verschlüsselung der Daten – auch bei der Übertragung.
Für den Datenaustausch klicken Sie zunächst auf Files. Im folgenden Fenster wechseln Sie zunächst in den Reiter Eigene Dateien und doppelklicken auf den Eintrag Eigene Dateien in der Listenansicht. Daraufhin klappt ein Submenü aus, auf das Sie rechsklicken und aus dem Kontextmenü Ordner öffnen anwählen.






