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Aus Raspberry Pi Geek 12/2018

Verschlüsselte Kommunikation und Datenübertragung mit Retroshare (Seite 2)

Sollte es jedoch trotzdem im Kontext mit DSL- oder MiFi-Routern zu Problemen beim Verbindungsaufbau kommen, so müssen Sie manuell am Router eine Portweiterleitung auf den Rechner einrichten, auf dem Retroshare läuft. Verwenden Sie dafür einen unprivilegierten Port über 1024.

Der gewählte Port muss anschließend auf dieselbe Portnummer auf dem Retroshare-System verweisen, und zwar sowohl für das UDP- als auch für das TCP-Protokoll. Danach stellen Sie die Portweiterleitung in Retroshare ein, indem Sie im Programmfenster zunächst die Option Preferences und anschließend Netzwerk | Netzwerkkonfiguration anwählen. Im Feld NAT stellen Sie den Eintrag auf Portweiterleitung von Hand ein und tragen darunter die von Ihnen weitergeleiteten Portnummern ein. Danach sollte der Verbindungsaufbau klappen.

Oberflächliches

Das Hauptfenster bietet Ihnen in einer horizontal angeordneten Buttonleiste oben zahlreiche Dienste, die Sie üblicherweise nur als jeweils eigenständige Programme erhalten: Neben einem Mail-Dienst finden Sie hier ein Chat-Modul sowie Optionen zum Dateitransfer oder eine Forenfunktion, mit der sich Diskussionsforen ähnlich wie im öffentlichen Internet aufbauen lassen.

Dabei dürfen Sie Beiträge offline schreiben und erst, wenn der Rechner wieder online geht, verschicken. Eine Link-Seite steht ebenfalls bereit. Sie erlaubt es, Dateien in Gestalt von Links im Retroshare-Netz zu teilen.

Erweiterbar

Dank eines innovativen Plugin-Konzeptes lässt sich Retroshare problemlos ausbauen. Derzeit stehen unter anderem Erweiterungen für VoIP-Verbindungen oder Feedreader bereit. Diese installieren Sie gemäß der entsprechenden Anleitung, worauf sie als neue Option in der Buttonleiste des Programmfensters erscheinen.

Auch ein Schachspiel, das zwei Retroshare-Nutzern erlaubt, übers Netz zu spielen, steht als Erweiterung bereit. Hier gilt es, zu beachten, dass manche Plugins noch als experimentell gelten, und Sie diese daher in Produktivumgebungen unter Umständen aus Stabilitätsgründen nicht einsetzen sollten.

Datenaustausch

Retroshare gestattet zwar Dateiübertragungen, lässt sich jedoch nicht direkt mit einem herkömmlichen Cloud-System vergleichen. Während bei Cloud-Anwendungen die Synchronisation der Datenbestände über mehrere Rechner eines Intranets hinweg im Vordergrund steht, repräsentiert Retroshare eher eine Filesharing-Plattform zum Datenaustausch.

So lassen sich Dateien nicht nur an Ihre Freunde, sondern auch an Knoten versenden, die nicht direkt mit Ihrem Computersystem in Kontakt stehen. In allen Fällen gewährleistet die Software dabei eine vollständige Verschlüsselung der Daten – auch bei der Übertragung.

Für den Datenaustausch klicken Sie zunächst auf Files. Im folgenden Fenster wechseln Sie zunächst in den Reiter Eigene Dateien und doppelklicken auf den Eintrag Eigene Dateien in der Listenansicht. Daraufhin klappt ein Submenü aus, auf das Sie rechsklicken und aus dem Kontextmenü Ordner öffnen anwählen.

Daraufhin öffnet Ihr Dateimanager das Freigabeverzeichnis von Retroshare, in welches Sie die freizugebenden Dateien per Drag &  Drop ziehen. Wenn Sie danach im Files-Dialog einen Doppelklick auf den Freigabeordner ausführen, erscheinen die darin abgelegten Dateien in einer Listenansicht. Sollte das nicht der Fall sein, klicken Sie auf den Button Dateien prüfen.

Markieren Sie nun die Dateien, die Sie freigeben möchten und öffnen mit einem Rechtsklick darauf das Kontextmenü. Darin wählen Sie die Option Retroshare-Links senden. Daraufhin öffnet sich das Mailfenster mit Links auf die betreffenden Dateien im Nachrichtenbereich (Abbildung 3).

Abbildung 3: Mit einer automatisch generierten E-Mail senden Sie Links der freigegebenen Dateien an Kontaktpersonen aus Ihrer Liste.

Abbildung 3: Mit einer automatisch generierten E-Mail senden Sie Links der freigegebenen Dateien an Kontaktpersonen aus Ihrer Liste.

Im linken Bereich des Mailfensters wählen Sie die Empfänger, die nach einem Klick auf den Senden-Button eine entsprechende Mail erhalten und durch einen Klick auf einen der Datei-Links den Download starten.

Dazu öffnet sich ein gesondertes Download-Fenster, in welchem die Empfänger das Kopieren der gewünschten Datei nochmals mit einem Klick auf den Button Herunterladen bestätigen. Öffnen die Empfänger nun den Files-Dialog und klicken auf den Reiter Downloads, so erscheinen die laufenden Downloads ebenso wie die abgeschlossenen in einer Liste. Beachten Sie, dass das Herunterladen insbesondere großer Dateien aufgrund der Integritätsprüfung etwas Zeit beansprucht (Abbildung 4).

Abbildung 4: Das Herunterladen freigegebener Dateien auf den Zielrechner verfolgen Sie nahezu in Echtzeit.

Abbildung 4: Das Herunterladen freigegebener Dateien auf den Zielrechner verfolgen Sie nahezu in Echtzeit.

Der Empfänger findet sie danach im Reiter Eigene Dateien des Files-Dialogs. Dort lassen sie sich nach einem Rechtsklick darauf und der Anwahl von Datei öffnen betrachten. Dafür greift Retroshare auf externe Systemprogramme zurück.

Im Dialog Downloads des Files-Fensters lässt sich nach einem Rechtsklick auf eine der Dateien und der Auswahl der Option Ordner öffnen der entsprechende Ordner mit den freigegebenen Dateien öffnen.

Sie dürfen auch zusätzliche Ordner zur Freigabe anlegen, und diese beispielsweise gruppenspezifisch nutzen. Die Software erlaubt es, Dateien nicht nur direkt zwischen zwei unmittelbar miteinander verbundenen Nodes auszutauschen, sondern auch über verschlüsselte, anonyme Tunnel, die bis zu sieben Hops weit reichen.

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