Aus Raspberry Pi Geek 10/2018

Upribox 2.0: Sichere Kommunikation im Internet (Seite 3)

Statistisches

Eine der Neuerungen in der zweiten Version der Upribox-Software besteht im Sammeln und Auflisten verschiedener statistischer Daten, die beim Surfen im Internet anfallen. Im Bildschirm Geräteübersicht finden Sie dazu nach einem Klick auf einen der aktiven Client-Computer eine Statistik, die die in der aktuellen Kalenderwoche übertragene Datenmenge beziffert und als Balkengrafik visualisiert.

Zusätzlich sehen Sie hier, welche Dienste und Protokolle im Berichtszeitraum am häufigsten genutzt und welche DNS-Abfragen vorgenommen wurden. Klicken Sie links im Dashboard auf die Kategorie Statistiken, dann erhalten Sie Informationen über die in demselben Zeitraum blockierten Domains, und zwar für das gesamte LAN. Zusätzlich listet die Übersicht gefilterte Inhalte auf, wobei für beide Gruppen jeweils die zehn am häufigsten kontaktierten Domains erscheinen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Die Statistiken geben Auskunft über Abfragen und Datenvolumen.

Abbildung 3: Die Statistiken geben Auskunft über Abfragen und Datenvolumen.

Die statistischen Angaben helfen nicht nur, den Datenverkehr von Rechnern zu überwachen, sondern auch jenen von Geräten des Internet of Things (IoT), die sich in Ihrem Netz befinden. Da diese ebenfalls in der Liste der aktiven Systeme erscheinen, lässt sich anhand der Verbindungsdaten erkennen, mit wem die IoT-Geräte kommunizieren und welche Datenmengen dabei anfallen.

Manuell

Falls Sie individuelle Einstellungen an der Upribox vornehmen möchten, müssen Sie dem Link Konfiguration folgen. Das System bietet in diesem Dialog zunächst nur das (De-)Aktivieren vorhandener Dienste und das Ändern der Zugangseinstellungen an. Über die Einstellungen hinter den einzelnen Optionen verzweigt die Routine jedoch in ausführlichere Dialoge, die weitere Konfigurationsmöglichkeiten bieten.

Im Abschnitt WLAN signalisieren Balken bei der Neuvergabe eines Passworts für den drahtlosen Zugang zur Upribox die jeweilige Passwortstärke, sodass Sie zu schwache und daher unsichere Passwörter auf einen Blick erkennen. Harmonieren Ihr DSL-Router und die Upribox nicht miteinander und müssen Sie daher den DHCP-Server neu konfigurieren und der Upribox eine statische IP-Adresse zuweisen, so geschieht dies im Dialog Konfiguration (Abbildung 4).

Abbildung 4: Mithilfe der statischen Konfiguration binden Sie die Upribox trotz eines störrischen Routers ins Netz ein.

Abbildung 4: Mithilfe der statischen Konfiguration binden Sie die Upribox trotz eines störrischen Routers ins Netz ein.

Beim Wechsel der Betriebsmodi der Upribox werden alle dabei zu konfigurierenden Dienste jeweils vollautomatisch gestoppt, neu gestartet und angepasst, so wie der DHCP-Server und der Apate-ARP-Spoofing-Dämon (Abbildung 5).

Abbildung 5: Dank automatisierter Routinen müssen Sie sich beim Wechsel der Betriebsmodi nicht um Details kümmern.

Abbildung 5: Dank automatisierter Routinen müssen Sie sich beim Wechsel der Betriebsmodi nicht um Details kümmern.

VPN

Über die Option VPN gestattet es die Upribox, einen getunnelten Zugang freizuschalten. So erhalten Sie beispielsweise von unterwegs aus über die Upribox einen sicheren Zugang ins Internet. Auch beim Internet-Zugang über das Upribox-VPN von einem Hotspot aus blockiert das System lästige Reklame und Tracker.

Dazu legen Sie nach einem Klick auf Einstellungen zunächst ein VPN-Profil an. Zusätzlich installieren Sie auf dem Client-Computer einen OpenVPN-Client. Verwenden Sie ein Smartphone, so müssen Sie dort einen der offiziell verfügbaren VPN-Clients als App laden.

Fazit

Die Entwickler der Upribox versprechen nicht zu viel: Die Privacy-Box lässt sich in aller Regel tatsächlich ohne Konfigurationsarbeit in Betrieb nehmen und eignet sich daher ausgezeichnet auch für weniger kundige Nutzer, die die Sicherheit beim Surfen im Netz verbessern und ihre Privatsphäre wahren möchten. Vorbildlich ist auch die ausführliche Dokumentation, die den Umgang mit dem System erläutert, wenn auch nur auf Englisch.

Bei unseren Tests in Kombination mit einem herkömmlichen DSL-Router und einem LTE-MiFi-System mit einer WLAN-Brücke zeigte die Upribox weder Schwächen noch Latenzen oder verlangsamte Surfgeschwindigkeiten. Zudem ist es den Entwicklern gelungen, mithilfe der auf dem Python-Web-Framework Django aufbauenden Konfigurationsdialoge eine schlichte, aber eingängige Verwaltungsoberfläche für die Upribox zu bauen. Für Anwender, die das Upribox-System auch jenseits der grafischen Konfigurationsoberfläche anpassen möchten, liefert das Projekt zudem tiefer in die Materie einsteigende Dokumentationen. 

Infos

  1. Upribox-Projekt: https://upribox.org/
  2. Upribox herunterladen: https://github.com/usableprivacy/upribox/releases
  3. Dokumentation zur Upribox: https://docs.upribox.org/
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