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Aus Raspberry Pi Geek 06/2018

Infoterminals mit Raspberry Digital Signage (Seite 2)

Unabhängig von den Nutzereingaben können Sie bestimmte Inhalte auch nach einer festen Zeitspanne zwangsweise anzeigen lassen. Die Donor’s-Versionen schalten zudem einen Auflösungsdialog frei, mit dessen Hilfe Sie das System auf eine feste Bildschirmauflösung einstellen. Zu guter Letzt enthalten die kostenpflichtigen Varianten auch Proxy-Server-Optionen.

Expansion

In den kostenpflichtigen Varianten können Sie zudem das Dateisystem auf der Speicherkarte expandieren, um mehr Speicherplatz für Inhalte zu erhalten. Das erweist sich vor allem dann als nützlich, wenn die präsentierten Webseiten umfangreiche Multimedia-Dateien abspielen. Dazu müssen Sie lediglich am Prompt das Werkzeug Raspi-config aus den Repositories nachinstallieren, mit dessen Hilfe Sie anschließend den Massenspeicher in wenigen Schritten auf die komplette Kapazität des Speichermediums erweitern.

Eigene Inhalte

Um eigene Inhalte auf dem System anzuzeigen, greifen Sie wahlweise auf die vorhandene WordPress-Installation zurück oder kopieren eigene Webseiten auf die Speicherkarte und legen die entsprechende Startseite als Ziel-URL fest.

Um das bereits vorinstallierte WordPress zu nutzen, sorgen Sie zunächst dafür, dass Ihr Desktop-Rechner auf die auf dem Kiosk-RasPi lagernden Webseiten zugreifen kann. Dazu sorgen Sie zunächst für eine passende Namensauflösung, indem Sie der Datei /etc/hosts (beziehungsweise C:\Windows\System32\drivers\etc\hosts unter Windows) die Zeile RasPi-IP rds.local hinzufügen. Damit erkennt Ihr PC, dass die Adresse http://rds.local den Raspberry Pi referenziert, was den Aufruf und das Modifizieren der Seite(n) via WordPress ermöglicht. Dazu müssen sich freilich der Raspberry Pi und der Desktop-Rechner in demselben Netz befinden.

Anschließend rufen Sie die Kioskseite per SSH-Zugang vom entfernten Rechner aus auf und melden sich mit dem Benutzernamen root und dem Passwort changeThisPassword auf dem Mini-Rechner an. Nun können Sie die voreingestellten Inhalte gegen Ihre eigenen austauschen.

Wollen Sie dagegen ohne den Umweg über WordPress Ihre Inhalte einfach auf die Speicherkarte des Raspberry Pi kopieren und von dort zur Startseite des Kiosksystems machen, dann kopieren Sie die fraglichen Dateien in das Verzeichnis /var/www/Seite auf dem RasPi. Danach passen Sie die Rechte für den User www-data an (Listing 2) und geben anschließend als Startseite die URL http://127.0.0.1/Seite> an.

Listing 2

 

# chmod -R 700 /var/www/Seite
# chown -R www-data:www-data /var/www/Seite

Damit das System die fragliche Seite bei jedem Hochfahren des Systems sofort ohne Umweg über die Konfigurationsseite angezeigt, fügen Sie der Datei /etc/rc.local noch die Zeile touch /tmp/iwk.strictKioskMode hinzu. Diese Modifikation erledigen Sie entweder über eine SSH-Verbindung von einem entfernten Rechner aus oder direkt auf der Speicherkarte des RasPi, indem Sie diese auf einem anderen Rechner ins Dateisystem einhängen.

Offline arbeiten

Arbeitet das Kiosksystem komplett offline und möchten Sie daher vermeiden, dass RDS beim Hochfahren des Rechners stets zeitraubend versucht, eine Netzwerkverbindung herzustellen, dann modifizieren Sie im Dateisystem des RasPi die verborgene Datei /home/pi/.xinitrc: Setzen Sie dort beim Prüfen des Netzwerkzugangs den Rückgabewert stets auf 0 (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Abschalten der Netzwerkprüfung erfordert ein wenig Handarbeit.

Abbildung 3: Das Abschalten der Netzwerkprüfung erfordert ein wenig Handarbeit.

Fazit

Raspberry Digital Signage macht den Einsatz großer, kostspieliger und energiehungriger Infoterminals an öffentlichen Orten weitgehend überflüssig. Für wenig Geld erhalten Sie ein vollwertiges und dank entsprechender Unterstützung von Industriestandards flexibel einsetzbares Kiosksystem. Dabei erleichtert insbesondere die unkomplizierte Konfiguration der Software die Arbeit, indem sie den Einsatz der Kommandozeile weitgehend überflüssig macht.

Zudem spart Raspberry Digital Signage im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen Energie ein, ohne dafür Abstriche an der Leistungsfähigkeit des Infosystems in Kauf nehmen zu müssen: Zum einen setzt RDS selbst keinen ständigen Internet-Zugang voraus, zum anderen gibt sich der Raspberry Pi mit einer geringen Leistungsaufnahme zufrieden. Für den professionellen Einsatz empfiehlt es sich, eine der beiden kostenpflichtigen Varianten des italienischen Raspbian-Derivats zu erwerben, da diese zahlreiche Zusatzfunktionen unterstützen. 

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