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Aus Raspberry Pi Geek 12/2017

Retro-Spiele auf dem Raspberry Pi (Seite 2)

Aufgrund der unterschiedlichen Bedienelemente der diversen Controller sollten Sie zunächst prüfen, welche Tasten welche Funktionen auslösen. Einige alte, für herkömmliche PCs entwickelte DOS-Spiele unterstützen weder Joysticks noch Controller, sondern lassen sich ausschließlich per Tastatur steuern.

Spiel mit mir!

Nach Abschluss aller Vorarbeiten integrieren Sie die gewünschten Spiele, auch ROMs genannt, ins System. Dazu genügt es, sie ins Verzeichnis roms/ der SD-Karte zu transferieren. Emulieren Sie mehrere unterschiedliche Spielekonsolen, legen Sie am besten für jede Konsole ein eigenes Unterverzeichnis für die ZIP-Archive oder ISO-Abbilder an.

Danach wählen Sie im Hauptmenü die Option Core laden. Damit aktivieren Sie die gewünschte Konsole. Neben Hardware-Emulatoren für reine Konsolen finden Sie hier auch DOSBox zum Emulieren eines DOS-Systems. Anschließend laden Sie das gewünschte Spiel über Inhalt laden | Startverzeichnis | Archiv laden.

Das Menü verschwindet, der Spielebildschirm erscheint. Mithilfe des Controllers navigieren Sie durch das Spiel. Lakka speichert Spielstände und Konfigurationen automatisch ab, was es gestattet, unterbrochene Spiele aus dem Verlaufsmenü heraus beim alten Spielstand wieder aufzunehmen (Abbildung 3).

Abbildung 3: Das Verlaufsmenü erlaubt es, unterbrochene Spielstände erneut zu laden.

Abbildung 3: Das Verlaufsmenü erlaubt es, unterbrochene Spielstände erneut zu laden.

Lakka ermöglicht außerdem, die ROMs über den Eintrag Netplay im Hauptmenü aus dem Netz zu beziehen oder dort bereitzustellen. In einem übersichtlichen Dialog definieren Sie, ob der RasPi dabei als Host oder Client arbeitet.

Grauzone

Aus juristischer Sicht erweist sich der Einsatz von Emulatoren und ROMs auf Computersystemen als problematisch. Falls der Emulator Code aus der ursprünglichen Konsole enthält, verletzt er mitunter Urheberrechte, sodass schon das Herunterladen und Nutzen illegal sein können. Viele Hersteller geben jedoch ihre Software für alte, längst nicht mehr hergestellte Konsolen frei. Daher empfiehlt es sich, Emulatoren nur von seriösen Webseiten zu beziehen.

Auch Spiele-ROMs unterliegen dem Urheberrecht. So weisen manche Hersteller, wie beispielsweise Nintendo, auf ihren Webseiten explizit darauf hin, dass der kostenlose Download von ROMs untersagt ist [6]. Allerdings lassen sich viele Spiele über den normalen Spielemarkt seit vielen Jahren nicht mehr beziehen, oft existieren die Rechteinhaber nicht mehr oder wurden von anderen Firmen übernommen.

Fazit

Lakka auf dem Raspberry Pi bietet viel Spielvergnügen, ohne den Anwender auf ein bestimmtes Konsolenmodell festzulegen. Im Test fiel auf dem RasPi 3 das zügige Tempo positiv auf.

Einige DOS-Spiele liefen allerdings so schnell, dass sie sich in der DOS-Emulation nicht mehr spielen ließen. Bei anderen Games verliert der Spieler beim schnellen Wechsel komplexer Szenarien sofort den Überblick. Sehr alte Spiele nutzen Sie besser nicht auf Monitoren mit hoher Auflösung, da die Skalierung der Inhalte hässliche Klötzcheneffekte erzeugt.

Lakka bietet außerdem viele Konfigurationsoptionen, eine ordentliche Hardware-Unterstützung und eingängig zu bedienende Menüs. Unter der Haube lassen sich zwar noch einige Schwächen ausmachen, diese dürften aber wohl der regen Weiterentwicklung der Software geschuldet sein und in zukünftigen Releases verschwinden. 

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