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Aus Raspberry Pi Geek 12/2017

Blog In A Box und PressPi bringen WordPress auf den Raspberry Pi (Seite 3)

Listing 3

 

$ cd /opt/wordpress
$ wp core update
$ wp plugin update --all

WordPress verfügt eigentlich über einen Shop, aus dem Sie frei erhältliche Themes und Plugins per Mausklick installieren. Die entsprechenden Funktionen finden Sie in der Seitenleiste unter Plugins | Add New und Appearance | Themes | Add New.

Unter Blog In A Box funktionieren diese jedoch nicht, da das System über keinen FTP-Server verfügt. Für die Installation laden Sie daher die gewünschte Erweiterung herunter, entpacken das Archiv und schieben die Dateien dann von Hand über die Netzwerkfreigabe in die Verzeichnisse wp-content/themes oder wp-content/plugins.

Einfacher geht es allerdings mit dem bereits erwähnten Werkzeug für die Konfiguration, das Sie über ein SSH-Login nutzen. Es verfügt über Routinen, mit denen Sie Erweiterungen wie gewohnt automatisch installieren (Listing 4).

Listing 4

 

$ cd /opt/wordpress
### Installation von Themes über Name oder URL:
$ wp theme install Sparkling
$ wp theme install https://downloads.wordpress.org/theme/onepress.1.3.4.zip
### Installation von Plugins über Name oder URL, mit dem
### Schalter --activate müssen Sie das neue Plugin nicht
### im Backend von Hand aktivieren:
$ wp plugin install "Contact Form 7" --activate
$ wp plugin install https://downloads.wordpress.org/plugin/antispam-bee.2.7.0.zip
### Entsprechend Themes und Plugins löschen:
$ wp plugin uninstall <I>"Name des Plugins"<I>
$ wp theme delete <I>"Name des Themes"<I>

PressPi

Als von WordPress unabhängiges Projekt versucht sich PressPi [10] an der Kombination aus WordPress und Raspberry Pi. Im Gegensatz zum Blog In A Box schreiben Sie PressPi über eine Image-Datei auf die Speicherkarte – genauso, wie Sie es von anderen RasPi-Projekten kennen. Von der Karte gebootet zeigt der RasPi nichts außer einem textbasierten Login auf dem Bildschirm an. Sie brauchen also gar nicht erst ein Display anzuschließen.

Sie erreichen das System über die URLs http://presspi oder (wenn die das Auflösen der Namen nicht funktioniert) über die IP-Adresse des RasPi-System (Abbildung 8). Diese verrät Ihnen entweder das System selbst, falls Sie doch einen Monitor angeschlossen haben, oder Sie lesen sie am Router aus.

Abbildung 8: PressPi basiert auf dem älteren Raspbian Wheezy, die WordPress-Installation an sich aktualisieren Sie über die Update-Routine jedoch recht einfach.

Abbildung 8: PressPi basiert auf dem älteren Raspbian Wheezy, die WordPress-Installation an sich aktualisieren Sie über die Update-Routine jedoch recht einfach.

PressPi basiert auf einem älteren Raspbian Wheezy, dadurch sind die vorinstallierten Server-Anwendungen nicht auf dem neusten Stand (siehe Tabelle “Wordpress für Raspberry Pi”). Das zugrundeliegende Debian-System erhält aber noch bis April 2018 mit Sicherheitsupdates, somit kommt auch Raspbian Wheezy in den Genuss dieser wichtigen Aktualisierungen [11].

Im Gegensatz zu einem aktuellen Raspbian wartet hier nach den ersten Start noch ein wenig Arbeit in Form der Konfiguration auf Sie. Loggen Sie sich dazu via ssh [email protected] auf dem Rechner ein (das Passwort ist das übliche raspberry) und rufen mit sudo raspi-config das Raspberry Pi-Konfigurationswerkzeug auf. Erweitern Sie dort mit 1**Expand Filesystem das Dateisystem auf den kompletten Datenträger und passen unter 4**Internationalisation Options die Spracheinstellungen an.

WordPress für Raspberry Pi

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Blog In A Box

PressPi

Installation

Installationsassistent

Image-Datei

Basis

Raspian Jessie

Raspian Wheezy

Webserver

Nginx 1.6.21

Nginx 1.2.11

PHP

PHP 7.0.161

PHP 5.4.451

Datenbank

MySQL 5.5.541

MySQL 5.5.491

Sonstiges

Samba, Zeroconf

Samba

Besonderheiten

Blog In A Box WordPress Plugin mit Support für die RasPi-Kamera und SenseHAT.

Viele bekannte Plugins bereits vorinstalliert.

Einschränkungen

Installation von Plugins und Themes nur über CLI.

1 Version zum Testzeitpunkt

Beim Einloggen in das Backend von WordPress (die Homepage des System verrät Ihnen sämtliche URLs und Login-Daten) meldet das System erst einmal eine recht veraltete Version des CMS und zahlreiche Aktualisierungen für die vorinstallierten Themes und Plugins. Über die integrierte Update-Verwaltung bringen Sie die gesamte Installation jedoch schnell auf den aktuellen Stand.

Die Installation von Erweiterungen über die in WordPress integrierte Plugin- und Theme-Verwaltung funktioniert ebenfalls wie gewünscht – im Gegensatz zu Blog In A Box. Neben der WordPress-Instanz finden Sie unter http://presspi/raspcontrol zudem noch mit Raspcontrol [12] eine webbbasierte Konfigurations- und Monitoring-Lösung (Abbildung 9).

Abbildung 9: Mit Raspcontrol haben Sie den Status RasPi-System immer im Blick. Bei Bedarf starten oder stoppen Sie Dienste komfortabel über das Webfrontend.

Abbildung 9: Mit Raspcontrol haben Sie den Status RasPi-System immer im Blick. Bei Bedarf starten oder stoppen Sie Dienste komfortabel über das Webfrontend.

Im Backend von PressPi finden sich bereits eine Reihe von Plugins, für die bei einer herkömmlichen Installation erst manuelle Arbeit nötig wäre. Dazu zählt ein Cache-Plugin, das die erzeugten Webseiten in einer statischen Variante abspeichert und nicht einloggten Betrachtern der Webseite diese statische Versionen ausliefert.

Das schont die knappen Ressourcen des Mini-PCs, der unter anderem weniger Abfragen an die Datenbank abzuarbeiten braucht. Zudem kommt noch ein Plugin gegen Kommentar-Spam sowie ein Minimierer für HTML, Javascript und CSS dazu, was den Aufbau der Seiten ebenfalls beschleunigt. Zudem gibt es eine Erweiterung, über die Sie ein bereits existierendes WordPress-Blog in PressPi importieren.

Fazit

Blog In A Box und PressPi helfen Einsteigern einen ersten eigenen Webserver aufzusetzen. Dieser läuft zwar nur auf dem Mini-PC, so groß fällt der Unterschied zu einem ausgewachsenen Mietserver jedoch nicht aus – zumindest in Bezug auf das Bedienen.

Blog In A Box überzeugt mit der durchdachten Installation, die für jeden Dienst ein individuelles Passwort erzeugt, und integrierte Update-Routinen, die sowohl das System wie WordPress automatisch aktuell halten. Das erleichtert es, den WordPress-RasPi ohne Bedenken in Sachen Sicherheit direkt ins Netz zu stellen. Bei PressPi sollten Sie hingegen erst einmal die immer gleichen Passwörter ändern.

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