Die Projektdateien befinden sich in den entsprechenden Ordnern, auch die Konfigurationsdateien für den Installer sind direkt im Projekt eingepflegt. Ein Skript erledigt das Herunterladen des Netinstallers und integriert die Dateien aus dem Projekt in ein eigenes Image. Nach dem Boot holt sich das System dann alle benötigten Dateien und konfiguriert im Nachgang das System. Nach der Installation bleibt nur noch das Konfigurieren für die spezifische Falle.
Fazit und Ausblick
Derzeit ist das System so weit entwickelt, dass es in den Betatest gehen kann. Es gibt auch bereits Pläne für Verbesserungen: So könnte der RasPi auch ohne Auslöser in regelmäßigen Abständen eine SMS senden – quasi als Herzschlag-Meldung, damit die Betreuer einen Überblick über alle Fallen behalten. Das würde aber erhöhte Kapazitätsforderungen bezüglich des LiPo-Akkus bedeuten.
Seit Anfang 2016 gibt es kleine SIM-Module wie das SIM800L [4], die sich per GPIO an den RasPi anschließen lassen. Diese bieten sowohl preislich als auch technisch eine interessante Alternative zu den aktuell im Projekt eingesetzten UMTS-Sticks. Probleme mit nicht erkannten Sticks unter Linux gehören damit der Vergangenheit an.
Gerade der unter Linux notwendige Modeswitch von einem CD-ROM- auf ein Modem-Device stellte sich bei diesen Sticks als höchst problematisch heraus. Manche Sticks funktionieren nur unter “Wheezy” und “Jessie-Backport”, jedoch nicht unter “Jessie”. Andere wiederum arbeiten problemlos mit “Jessie” zusammen, bei einem Umstieg auf den Backport von USB-Modeswitch erkennt sie das System aber plötzlich nicht mehr. Die Software-Installation hängt dann von einer externen Komponente ab.
Ein weiterer Vorteil: Die SIM800-Module beziehen die Stromversorgung direkt vom LiPo-Akku. Damit funktioniert das Modul selbst an RasPis der ersten Generation oder dem Pi Zero ohne Probleme. Darüber hinaus lässt sich damit auch der gesamte USB-Komplex bei den RasPi-2/3-Modellen abschalten, was nochmals deutlich Energie spart.
Unabhängig von den Herausforderungen auf Hard- und Software-Seite bleiben noch viele Probleme administrativer und logistischer Art zu lösen. So müsste man die Platine in einer Kleinserie produzieren. Auch die vielen benötigten SIM-Karten stellen ein Problem dar. Weil der RasPi im Idealfall nur eine Handvoll SMS pro Jahr versendet, eignen sich für diesen Zweck Prepaid-Karten am besten. Das Verwalten von 40 bis 50 Verträgen stellt aber eine Herausforderung dar und könnte im ungünstigsten Fall auch zu falschen Verdächtigungen führen.
Zu guter Letzt bleibt noch das Problem der Finanzierung aller Fallen. Rein von der Elektronikseite her kostet jede etwa 100 Euro, sofern man die Platinen selbst fertigt. Dazu kommen noch die Baukosten der robusten Betonrohrfallen (Abbildung 6).
Das für die Fuchsfalle entwickelte Schaltungs- und Ablaufprinzip lässt sich leicht auf andere Projekte übertragen, die autonom arbeiten und nur hin und wieder Daten transferieren. Da eine SMS bis zu 160 Zeichen umfasst, eignet sie sich für mehr als nur einen einfachen Statusbericht. Mehr Informationen könnte man auch auf mehrere SMS verteilen.
Steht im anvisierten Einsatzgebiet wenigstens GPRS zur Verfügung, eignet sich für den Transfer größerer Datenmengen eine Internetverbindung über den UMTS-Stick besser. Das Einrichten des Sticks dafür beschreibt ein früherer RPG-Artikel [5].
Die Autoren
Bernhard Bablok (mailto:[email protected]) arbeitet bei der Allianz Services SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Rad beziehungsweise zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux, Programmierung und neuerdings SBCs.
Lothar Hiller ist Ingenieur für Nachrichtenbetriebsdienst im Ruhestand. Bei dem leidenschaftlichen Elektronikbastler geht der Lötkolben geht fast nie aus, und er programmiert Mikrocomputer wie PICs in Assembler. Seit 2015 beschäftigt er sich auch mit dem Raspberry Pi im Heimbereich.
Infos
- SMS via RasPi versenden: Bernhard Bablok, “Robuster Oldie”, RPG 02/2016, S. 40, http://www.raspberry-pi-geek.de/36000
- Fuchsfalle (Github): https://github.com/bablokb/fuchsfalle
- Netinstaller-Fork: https://github.com/FooDeas/raspberrypi-ua-netinst
- SIM800L: http://www.dx.com/de/p/sim800l-quad-band-network-gprs-gsm-breakout-module-3g-3dbi-pcb-antenna-with-ipex-interface-406905
- RasPi als 3G-Hotspot: Bernhard Bablok, “Do it yourself”, RPG 06/2015, S. 48, http://www.raspberry-pi-geek.de/35641






