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Aus Raspberry Pi Geek 06/2017

Pi Zero mit einem Netzwerk-Adapter erweitern

© Bruce Amos, Fotolia

Brückenbau

Bernhard Bablok

Der Pi Zero ist klein und kostengünstig, doch ihm fehlt ein Netzwerkanschluss. Den rüsten Sie bei Bedarf leicht nach.

Zu den größten Mankos des Raspberry Pi Zero zählt neben der oft schwierigen Beschaffung das Fehlen eines integrierten Netzwerkanschlusses. Wir stellen im Folgenden sieben verschiedene Möglichkeiten vor, der mangelnden Konnektivität nachträglich abzuhelfen.

Zugegeben: Nicht alle der vorgestellten Ansätze bieten einen hohen Praxiswert. Immerhin zeigen aber selbst die schrägsten davon, mit welch geringen Mitteln es unter Raspbian gelingt, einen Pi Zero ins Netz oder zumindest in Kontakt zu weiteren Geräten zu bringen. Am Anfang stehen ein paar Fingerübungen, danach steigt das Niveau hard- wie softwareseitig deutlich an.

Verkabelt

Den einfachsten Weg, einen Pi Zero ins Netz zu bringen, bietet ein USB-Ethernet-Adapter. Solche gibt es für wenig Geld im Fachhandel. Oft geben Kommentare von Käufern einen Hinweis darauf, ob der Adapter auch unter Linux funktioniert. Der von uns ausprobierte USB 2.0 to RJ45 10/100 Ethernet Adapter von Cable Matters schlägt mit 11 Euro zu Buche (Abbildung 1, ganz links).

Abbildung 1: Es gibt eine ganze Reihe an Adaptern, um den Pi Zero ans Netz zu bringen – darunter solche für Ethernet, WLAN, UMTS und Bluetooth.

Abbildung 1: Es gibt eine ganze Reihe an Adaptern, um den Pi Zero ans Netz zu bringen – darunter solche für Ethernet, WLAN, UMTS und Bluetooth.

Der große Vorteil solcher Adapter: Sie brauchen softwareseitig in der Regel keinerlei Arbeit in die Konfiguration zu stecken, sondern schließen den Adapter einfach per OTG-Kabel an den Pi Zero an. Nach dem Booten bezieht der Adapter per DHCP seine IP-Adresse, und Sie haben sofort Zugriff auf Updates und weitere Installationen. Für die erste Konfiguration des Pi Zero stellt das die komfortabelste Art dar, ins Netzwerk zu gelangen. Da der Adapter vergleichsweise sparsam arbeitet, genügt der Strom noch für eine Tastatur/Maus-Kombi – einen USB-Hub vorausgesetzt.

Eine Alternative zum Adapter bietet der Baustein ENC28J60. Den schließen Sie per SPI an, er belegt deshalb nur ein paar GPIO-Pins. Das macht ihn auch für Anwender interessant, die beim RasPi 2/3 die USB-Ports samt Netzwerk komplett ausschalten wollen, um Strom zu sparen. Eine komplette Anleitung findet sich online [1].

WLAN

Ersetzen Sie den Ethernet-Adapter durch einen WLAN-Dongle, etwa den EW-7811UN Wireless USB Adapter von Edimax für knapp 8 Euro (Abbildung 1, zweiter von links), braucht es schon etwas Starthilfe.

Für die Konfiguration übernehmen Sie den Inhalt von Listing 1 in die Datei /etc/network/interfaces und passen ihn gegebenenfalls an Ihre Umgebung an. Nach einem Neustart des Netzwerks hängt der Pi Zero dann im Netz:

$ sudo systemctl restart networking.service

Möchten Sie das System komplett ohne Monitor aufsetzen, nehmen Sie die Änderungen schon vor dem ersten Booten direkt auf der SD-Karte vor. Dazu benötigen Sie allerdings ein Linux-System, da sich die zweite Partition, also jene mit dem Raspbian-System, unter Windows nicht einhängen lässt.

Listing 1

 

auto lo
iface lo inet loopback
manual eth0
iface eth0 inet dhcp
auto wlan0
iface wlan0 inet static
address 192.168.10.100
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.10.1
wpa-ssid "WLAN-SSID"
wpa-psk "Passwort"

Per UMTS

UMTS-Sticks (Abbildung 1, zweiter von rechts) bieten eine weitere Möglichkeit, um den Pi Zero ins Netz zu bringen – diesmal allerdings direkt ins Internet und nicht ins LAN. Den Anschluss und die Konfiguration eines UMTS-Sticks haben wir in Ausgabe 06/2015 bereits ausführlich beschrieben [2].

Ein einsamer Zero im Internet ohne Anschluss an das Heimnetz mag auf den ersten Blick sinnlos erscheinen. Zu den möglichen Szenarien für den Pi Zero zählen aber durchaus auch autark arbeitende Rechner, die hin- und wieder Daten ins Internet senden oder sich Updates von dort holen.

Beim Einsatz von UMTS-Sticks sollten Sie deren hohen Strombedarf nicht außer Acht lassen. Eventuell genügt der vom RasPi bereitgestellte Strom nicht – dann ist entweder ein aktiver Hub angesagt oder der Umstieg auf einen RasPi 2/3.

Das blaue Netz

Apropos: Ist der Stromverbrauch ein Thema, dann kommt die nächste Alternative ins Spiel, die Verbindung über Bluetooth. Entsprechende Adapter gibt es für wenig Geld. Der BTD-MINI2 mini Bluetooth Dongle von Gembird (Abbildung 1, ganz rechts) kostete bei der Beschaffung etwa 10 Euro und funktionierte am Pi Zero auf Anhieb ohne Probleme. Allerdings ist er nicht mehr lieferbar, es gibt aber viele Alternativen – ein Blick in die Kommentare bei Amazon verrät in aller Regel, ob Linux die Hardware unterstützt.

Auf Software-Seite wächst die Komplexität deutlich an: Es gibt kein Paket für die Installation, aber dank eines Github-Projekts [3] des Autors gelingt die Installation fast so einfach wie bei normalen Paketen. Zuerst laden Sie die Projektdateien auf den Zero, indem Sie Git installieren und per entsprechendem Befehl das Projekt direkt auf den Pi klonen (Listing 2, Zeile 1 und 2).

Listing 2

 

$ sudo apt-get -y install git
$ git clone https://github.com/bablokb/pi-btnap.git
$ cd pi-btnap/tools
$ sudo ./install-btnap Modus
$ sudo systemctl start btnap.service
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