Aus Raspberry Pi Geek 04/2017

Shell-Skripte selbst schreiben (Teil 1) (Seite 2)

Listing 3

A=1
B="a bc"
C=$(Sub-Shell)
D=`Sub-Shell`

Der Einsatz einer Sub-Shell zum Belegen einer Variablen findet sich in der Literatur oft als “Kommandosubstitution”. Sie kommt etwa in For-Schleifen zum Einsatz. Die Variablensubstitution wertet dagegen den Inhalt einer Variablen aus und reagiert entsprechend. In der Tabelle “Variablensubstitution” finden Sie einige wichtige Möglichkeiten.

Variablensubstitution

Eingabe

Aktion

${Variable1:=$Variable2}

Standardwert zuweisen, falls Variable leer

${Variable1:=$(Befehl)}

Resultat von Befehl zuweisen, falls Variable leer

${Variable1:+$Variable2}

Wenn Variable1 nicht leer ist, mit Variable2 überschreiben

Die Eingabe von Daten erledigen Sie mittels der Positionsparameter beim Aufruf. Alle Shell-Interpreter erlauben, zumindest neun Werte zu verwenden. Mittels des Shift-Kommandos erweitern Sie den Umfang nach Ihren Vorstellungen.

Speziell die Bash benötigt dieses Kommando aber nicht. Positionsparameter sprechen Sie auch für Werte größer als 9 in der Form ${Position} an. Möchten Sie alle Positionsparameter zusammengefügt auf einmal verwenden, greifen Sie auf den Inhalt der Variable $@ zu.

Interaktive Abfragen

Mit dem Befehl read gestalten Sie einfache Dialoge auf der Shell – so belegen Sie etwa Variablen. Einige gebräuchliche Optionen finden Sie in der Tabelle “Read-Optionen”. Durch Umleiten der Standardeingabe oder den Einsatz weiterer Eingabekanäle lesen Sie sogar den Inhalt einer Datei zeilenweise in der Form read VariableDatei ein.

Read-Optionen

Option

Aktion

-e

Editieren ermöglichen, zusammen mit -i verwenden

-i "Zeichenkette"

Zu editierende Zeichenkette, benötigt -e

-p "Prompt"

Zeichen für Eingabeaufforderung setzen

-s

Keine Ausgabe der eingegebenen Zeichen

-d Begrenzer

Feldbegrenzer für Zeilenende

-n Zahl

Maximale Länge der Zeichenkette

-N Zahl

Maximale Länge der Zeichenkette, wertet Delimiter nicht aus

-t Sekunden

Zeitablauf für die Eingabe, Teileingaben erscheinen auf der Standardausgabe

Die einfachste Form der Anwendung lautet kurz und knapp read Variable. Dabei blinkt der Prompt im Terminal. Listing 4 zeigt, wie Sie die Optionen aus der Tabelle “Read-Optionen” in der Praxis einsetzen, etwa um eine Eingabeaufforderung zu verwenden (Zeile 1), die geschützte Eingabe von Passwörtern zu ermöglichen (Zeile 2) oder den Wert einer Variablen zu editieren (Zeile 3). Die maximale Länge einer Zeichenkette nutzen Sie etwa für Menüs. In diesem Fall brauchen Anwender nicht die Eingabetaste zu bemühen, das Skript schließt die Eingabe automatisch ab (Listing 4, Zeile 4).

Listing 4

read -p "Bitte Text eingeben: " Variable
read -s -p "Kennwort eingeben: " Variable
read -ei $Variable -p "Text" Variable
read -n1 -p "Funktion auswählen: " Variable

Das Skript aus Listing 5 zeigt ein solches einfaches Menü. Geben Sie diesem die entsprechenden Rechte, und rufen Sie es abweichend von der bisher gezeigten Weise in der folgenden Form auf: bash 4.sh. Nutzen Sie einen anderen Interpreter, erhalten Sie bezüglich der erweiterten Optionen von read eine Fehlermeldung. Das Ergebnis sieht noch nicht so überzeugend aus, Schleifen und weitere Anweisungen könnten an dieser Stelle zum Abfangen von Fehlern dienen.

Listing 5

#!/bin/sh
echo "(1) Erster Punkt"
echo "(2) Zweiter Punkt"
echo "(3) Dritter Punkt"
read -s -n1 FUNK
echo "Ausgewählte Funktion: $FUNK"

Beim Skript aus Listing 6 geben Sie zunächst einen Vornamen ein. Der Code gibt dann diese Eingabe wieder aus und fordert Sie auf, einen Nachnamen hinzuzufügen. Achten Sie auch bei diesem Skript auf die gezielte Angabe des korrekten Interpreters.

Listing 6

#!/bin/bash
read -p "Vorname eingeben: " NAME
echo "----------------------------------"
read -ei $NAME -p "Bitte Nachnamen hinzufügen: " NAME
echo "----------------------------------"
echo $NAME

Daten aus Sub-Shells

Vielfach sehen Sie den Befehl cat im Einsatz beim Einlesen von Textdateien. Richtig eingesetzt, belegen Sie mit dem Inhalt eine Variable:

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