In beiden Fällen geriet die Hardware des Raspberry Pi an ihre Leistungsgrenzen: Widelands war wegen ruckelnder Grafik auch bei kleinen Landschaften nicht mehr flüssig zu spielen, und die Konvertierung der Audiodateien erforderte wesentlich mehr Zeit als auf aktuellen Intel-Core-Prozessoren. Dabei lastete Audacity meist nur einen Prozessorkern der im Raspberry Pi arbeitenden Broadcom-CPU voll aus. Für sehr rechen- oder grafikintensive Anwendungen auf dem Desktop eignet sich das System also nicht.
Fazit
Das Duo RasPi/Q4OS zeigt eindrucksvoll, dass der Mini-PC abseits der ausgetretenen Pfade als Rechner für spezielle Anwendungen auch bestens als Desktop-Ersatz taugt, sofern Sie keine rechen- oder grafikintensiven Anwendungen darauf ablaufen lassen müssen.
Q4OS agiert mit dem KDE-3-Fork TDE auf dem RasPi 2 erstaunlich flüssig und zudem äußerst stabil, ohne den Rechner ständig bis zur Leistungsgrenze zu fordern. Dabei hängt der RasPi mit einer ausreichend schnellen Micro-SD-Karte bestückt selbst ältere Intel-Systeme ab – vor allem dann, wenn diese noch mit herkömmlichen Festplatten arbeiten.
Zu bemängeln bleiben an der aktuellen Q4OS-Version 1.4.4.1 für den RasPi die noch unvollständige deutsche Lokalisierung des TDE-Desktops in der Standardkonfiguration sowie die teils lieblose Umsetzung der Software-Installation. Die Entwickler sollten insbesondere alle Programme aus dem Software-Fundus der RasPi-Variante von Q4OS streichen, die eng an die Intel-Architektur geknüpft sind und daher spezielle, hardwareseitig fest verdrahtete Befehlssätze benötigen: In aller Regel gibt es für dieselben Aufgaben auch freie Programme ohne entsprechende Einschränkungen.
Infos
- Q4OS-Download: http://q4os.org/downloads1.html
- Win32 Disk Imager: http://sourceforge.net/projects/win32diskimager/





