Listing 5
[...] dtparam=i2c1=on dtparam=i2c_arm=on

Abbildung 3: Nach dem Laden der Kernel-Module meldet sich die S.USV mitsamt der integrierten Echtzeituhr am I»2«C-Bus des Raspberry Pi.
Dienstbereit
Damit verstehen sich nun System und Notstromversorgung, doch ohne den Überwachungsdienst reagiert das System bei einem Stromausfall nicht. Das für erweiterte Funktionen nötige Hintergrundprogramm stellt der Hersteller aktuell nur für Raspbian zur Verfügung, weitere Betriebssysteme sollen in Zukunft noch folgen.
Sie laden das Programm in Form eines TAR.GZ-Archivs von der Homepage des Unternehmens [4]. Dann entpacken Sie das darin enthaltene DEB-Paket und installieren es über die Paketverwaltung (Listing 6, Zeile 1 und 2). Die Daten des Monitoring-Daemons landen hauptsächlich im Verzeichnis /opt/susvd/. Dort finden Sie auch die ausführbaren Dateien des Programms sowie den Dienst selbst, den Sie an dieser Stelle am besten manuell starten (Zeile 3 und 4). In Zukunft geschieht dies automatisch beim Booten des RasPi.
Listing 6
$ tar xzf susvd*.tar.gz $ sudo dpkg -i susvd*.deb $ cd /opt/susvd $ sudo ./susvd -start
Bevor Sie mit dem Einrichten des Diensts fortfahren, aktualisieren Sie die Firmware der USV, die getrennt vom Dienst im Netz bereitsteht [5]. Auch hier laden Sie wieder einen Tarball herunter, entpacken ihn und spielen die Firmware dann mithilfe des Kommandozeilentools Susv ein (Listing 7). Damit das Programm die zusammen mit dem S.USV-Daemon installierten Abhängigkeiten findet, müssen Sie zuvor zwingend in das Verzeichnis /opt/susvd/ wechseln und eventuell den Pfad zur Firmware-Datei anpassen.
Listing 7
$ tar xzf susv_fw*.tar.gz $ cd /opt/susvd $ ./susv -flash /home/pi/susv_fw*.hex device : /dev/i2c-1 (address: 0x30) version : TWIBOOT m8v2.1 (sig: 0x1e 0x93 0x07 => AVR Mega 8) flash size : 0x1c00 / 7168 (0x40 bytes/page) eeprom size : 0x0200 / 512 writing flash : [**************************************************] (4696)
Überwacht
Die Konfiguration des Diensts erfolgt direkt über das Programm Susv. Mit den entsprechenden Anweisungen bestimmen Sie, wie lange die USV den RasPi bei einem Stromausfall am Leben hält, bevor sie ihn sauber herunterfährt, ob der Monitoring-Dienst automatisch starten und wie oft der aktuelle Status überprüft werden soll (Listing 8). Weitere Optionen finden Sie in der vom Hersteller bereitgestellten Dokumentation. Beachten Sie, dass Sie sämtliche Anweisungen direkt im Verzeichnis des Diensts /opt/susvd/ ausführen sollten. Alternativ bearbeiten Sie direkt die Konfigurationsdatei und starten danach den Dienst mit sudo ./susvd -restart neu.
Listing 8
$ cd /opt/susvd ## Sekunden bis Shutdown (-1 = bei 10% Akkuladung) $ sudo ./susv -timer Sekunden $ sudo ./susv -timer -1 ## (de-)aktiviert den Autostart des Überwachungsdiensts $ sudo ./susv -auto 0 oder 1 ## Intervall zum Prüfen der Ausgangsspannung. $ sudo ./susv -sleep Sekunden
Für einen ersten Test wechseln Sie ins Verzeichnis /opt/susvd/ und lassen sich Statusinformationen anzeigen. Diese geben Auskunft über den Ladezustand des Akkus, die aktuellen Einstellungen zum Shutdown-Timer, zum Autostart-Verhalten, zum Abfrage-Intervall. Hier erkennen Sie auch, ob die USV gerade Strom über das Netzteil bezieht oder wegen eines Stromausfalls den Akku nutzen muss (Abbildung 4). Bleibt der Strom aus, informiert Sie der Dienst zudem mit einer kurzen Statusmeldung im Terminal über das aktuelle Geschehen (Abbildung 5).

Abbildung 4: Das Kommandozeilenwerkzeug Susv hilft beim Konfigurieren der USV und liefert Statusinformationen.

Abbildung 5: Der SUSV-Daemon informiert Sie über den Status der Energieversorgung und fährt den RasPi bei längeren Stromausfällen sicher herunter.
Geschaltet
Die zwei Mikroschalter der S.USV werden aktiv, sobald der Hintergrunddienst arbeitet. Der Schalter S1 (rechts neben dem GPIO-Port, sofern die USB-Anschlüsse und der RJ45-Port des RasPi nach links zeigen) startet den RasPi bei einem kurzen Tastendruck neu. Drücken Sie den Schalter länger, fährt der Rechner komplett herunter. Mit dem Schalter S2, links neben dem GPIO, fahren Sie den RasPi aus diesem Zustand wieder hoch.
Zeitgemäß
Fährt die USV den RasPi herunter, bleibt auch dessen Uhr stehen. Nach längeren Stromausfällen geht die Systemuhr entsprechend nach. Die in der S.USV integrierte Echtzeituhr (englisch “Real Time Clock” oder kurz RTC) läuft nun jedoch so lange weiter, wie der Akku noch ausreichend Strom liefert. Unter anderem aus diesem Grund schaltet die Notstromplatine das System mit der Einstellung sudo ./susv -timer -1 bei einer Restkapazität von 10 Prozent ab.
Um von der Echtzeituhr zu profitieren, müssen Sie dem Raspbian-System aber noch mitteilen, wo es diese findet. Dazu laden Sie, wie eingangs bereits beschrieben, über einen entsprechenden Eintrag in der Datei /etc/modules das Kernel-Modul rtc-ds1307. Für einen ersten Test ohne Neustart laden Sie das Modul per modprobe von Hand (Listing 9). Ein mit Root-Rechten ausgeführtes hwclock -r zeigt Ihnen dann die aktuelle Zeit der Echtzeituhr an – allerdings stimmt diese in der Regel am Anfang noch nicht.
Listing 9
$ sudo modprobe rtc-ds1307 $ sudo hwclock -r Do 05 Nov 2015 18:20:58 CET -0.476794 seconds





