Listing 5
$ tail -f /var/log/radio.log starting <rfrespond> in daemon mode Listening on RF ID: 01:23:45:67:89:ab:cd:ef ACKed 1. Call from Station: 11:22:33:44:55:66:77:88 [...]
Aufwecken
Der weckende RasPi startet den Weckruf mit rfwake <§§I>LocalRFID<§§I> <§§I>RemoteRFID<§§I> <§§I>GPIO-Pin<§§I> (Listing 5). Der aufzuweckende Raspberry Pi fängt nach wenigen Augenblicken an zu booten; bis er allerdings auch reagiert, dauert es eine Weile. Danach finden Sie die RFID des Rufenden im Logfile. Die eigene, lokale RFID sowie den GPIO-Pin am P1-Stecker konfigurieren Sie in der Datei /etc/default/rtc. Die darin enthaltenen Informationen übergeben die Startskripte automatisch den Programmen Rfwait und Rfrespond.
Listing 5
$ rfwake 11:22:33:44:55:66:77:88 01:23:45:67:89:AB:CD:EF 25 1. Wake-Telegram sent. 2. Wake-Telegram sent. [...] 169. Wake-Telegram sent. ACK received from called Station RFID 01:23:45:67:89:ab:cd:ef
Der Vollständigkeit halber sei hier noch erwähnt, wie Sie den RasPi so einrichten, dass er über die Uhrzeit aufwacht. Eine Zeitspanne relativ in die Zukunft setzen Sie wie in der ersten Zeile von Listing 6 gezeigt – im Beispiel sind es 180 Sekunden. Einen absoluten Zeitpunkt schalten Sie so, wie in der zweiten Zeile demonstriert. Alarmzeitpunkte in der Vergangenheit ignoriert das Konstrukt stillschweigend; solche in der nächsten Zukunft – innerhalb der nächsten 2 Minuten – stellt es auf genau 2 Minuten in der Zukunft.
Listing 6
$ sudo sh -c 'echo $(($(date +%s) + 180)) > /etc/wakealarm' $ sudo sh -c 'date -d "2015-10-31 18:00:00" +%s > /etc/wakealarm'
Fazit
Beim Autor bootet ein Raspberry Pi über mehrere Stockwerke hinweg durch zwei Stahlbetondecken zuverlässig, das 868-MHz-Band in der Umgebung ist ruhig und leer. Der fragliche RasPi versieht als Wetterstation unterm Dachfirst seinen Dienst. Alle 10 Minuten misst und speichert er die aktuelle Sonneneinstrahlung, am Abend reagiert er prompt auf den Weckruf per Funk zum Übertragen der Daten per WLAN. Als Spannungsversorgung dient ein Bleiakku, der einmal pro Woche zum Nachladen vom Dach geholt wird.
Für dieses Projekt sollten Sie Übung bei Aufbau und Inbetriebnahme von aufwendigeren elektronischen Schaltungen mitbringen und eine Werkstattgrundausstattung für den engagierten Hobbyelektroniker Ihr Eigen nennen. Dafür liefert der vorgestellte Aufbau eine solide Grundlage für weiterführende Experimente im Umfeld des Kurzreichweitenfunks, wie zum Beispiel das Ausloten einer optimalen Balance zwischen überbrückbarer Entfernung und Datendurchsatz.
Zudem bleibt Raum für alle, die mehr wollen: Das 868-MHz-Band bildet nur ein kleines Subset des vollen SRD-Bereichs von 863 bis 870 MHz. Ein genaues Studium der ETSI-Dokumente und des Datenblatts des Funkmoduls bildet die Grundlage, um sich das notwendige Wissen und Verständnis anzueignen.
Warnhinweis
Der in diesem Artikel gezeigte Aufbau versucht, nach bestem Wissen und Gewissen innerhalb des Rahmens der ETSI-Spezifikationen zu bleiben – vor allem, was die maximale Sendeleistung, Sendedauer und das Sendespektrum betrifft. Dafür können jedoch weder der Autor noch der Verlag eine Garantie abgeben.
Der Autor
Werner Hein beschäftigt sich seit 1994 hobbymäßig mit Linux und seit 1997 professionell mit der Entwicklung des Modems in Mobiltelefonen. Dabei hat er sich im Zug dieses Projekts sehr gefreut, dem einzelnen Bit auf der Funkstrecke wieder so nahe kommen zu können wie schon lange nicht mehr.
Infos
- RasPi zeitschalten: Werner Hein, “Ein Tick mehr”, RPG 02/2014, S. 72, http://www.raspberry-pi-geek.de/30200
- Transceiver-Modul RFM69HCW: http://www.hoperf.com/rf/fsk_module/RFM69HCW.htm
- Transceiver-Baustein SX1231: http://www.semtech.com/wireless-rf/rf-transceivers/sx1231/
- ETSI EN 300 220-1: http://www.etsi.org/deliver/etsi_en%5C300200_300299%5C30022001%5C02.04.01_60%5Cen_30022001v020401p.pdf
- Raspbian: https://www.raspberrypi.org/downloads/raspbian/
- Wiring Pi: http://wiringpi.com
- RPiwakeonRnR: https://gitlab.com/dieheins/RPiwakeonRnR





