Aus Raspberry Pi Geek 01/2016

Nautische Navigation mit dem RasPi und OpenCPN (Seite 3)

Über Protokoll-Gateways zwischen NMEA 0183 und NMEA 2000 lässt sich der RasPi mit einem schon vorhandenen NMEA-2000-Netzwerk verbinden. Dadurch erhalten auch alle NMEA-2000-fähigen Geräte Zugriff auf die GPS-Daten von OpenCPN, etwa Funkgeräte. Jedes aktuelle Funkgerät besitzt eine Distress-Taste, die es der Crew ermöglicht, bei Unfällen schnell einen Alarm an alle anderen Schiffe in Reichweite zu senden. Zur Warnmeldung gehört auch die Position des aussendenden Schiffs. Nur wenige Funkgeräte bieten allerdings einen eigenen GPS-Empfänger – die GPS-Daten von OpenCPN lösen dieses Problem.

Um den Raspberry Pi mit OpenCPN in das NMEA-2000-Netz zu integrieren, benötigt er eine entsprechende Protokollbrücke und einen Protokollkonverter (Abbildung 4). Actisense bietet dafür den NGT-1-USB [11] und den NGW-1 [12] an. Ganz billig ist das allerdings nicht: Jede der Komponenten schlägt mit rund 150 Euro zu Buche. Diese Investition lohnt sich also nur für Hobbyskipper, die die RasPi-Funktionalität von OpenCPN ausgiebig an Bord nutzen möchten.

Abbildung 4: Das Actisense NGT-1-USB ermöglicht es, die OpenCPN-RPi-Kombi zum Mitglied eines NMEA-2000-Netzwerks zu machen. (Bild: Actisense.com)

Abbildung 4: Das Actisense NGT-1-USB ermöglicht es, die OpenCPN-RPi-Kombi zum Mitglied eines NMEA-2000-Netzwerks zu machen. (Bild: Actisense.com)

Fazit

Einmal mehr zeigt der Raspberry Pi, dass er sich bestens als Erweiterung der Technik auf Sportbooten eignet. Fernseher, GPS-Modul, Raspberry Pi und Tastatur schlagen zusammen mit rund 350 Euro zu Buche; dafür wäre mit viel Glück gerade ein günstiger Kartenplotter zu bekommen. Die RasPi-basierte Lösung bietet jedoch, anders als ein kommerzieller Plotter, auch die Möglichkeit, als zentrale Steuerkomponente an Bord zu arbeiten und obendrein NMEA-2000-Geräte direkt mit Daten zu versorgen. 

Über den Autor

Martin Gerhard Loschwitz arbeitet als Cloud Architect bei SysEleven in Berlin. Er beschäftigt sich dort bevorzugt mit den Themen Distributed Storage, Software Defined Networking und OpenStack. Falls er nicht auf Berliner Gewässern schippert, spielt er in seiner Freizeit gern Bowling.

Glossar

NMEA

Das Kürzel steht für National Marine Electronics Association. Es existieren zwei Varianten des Protokolls: Der ältere Standard NMEA 0183 stammt aus dem Jahr 1983; das neuere NMEA 2000 basiert auf dem CAN-Bus, wie er sich auch in vielen Kraftfahrzeugen findet. Die Idee hinter CAN: Alle angeschlossenen Geräte haben Zugriff auf die Datenquellen der anderen Devices. NMEA 2000 beschreibt das Protokoll, über das sie dazu via CAN-Bus kommunizieren.

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