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Aus Raspberry Pi Geek 01/2015

Editorial 01/2015

Kurz durchatmen

Andreas Bohle

Viele Bastler wünschen sich ein RasPi-Modell mit mehr Leistung. Die Konkurrenz ist daher groß, aber nicht jeder Aspirant mit Bestnoten in Sachen RAM und CPU punktet ausreichend in der Endnote. Der Klassiker hat nämlich noch ein Ass im Ärmel.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Vergleichen liegt in der Natur des Menschen. Schneller, weiter oder höher, davon lebt der Olympische Geist – und dahinter eine ganze Industrie mit Sportartikeln. Ein bisschen Wettbewerb schadet auch dem mittlerweile weiten Feld der Single-Board-Computer (SBC), zu denen der RasPi gehört, keineswegs.

Immerhin hat der Leistungshunger der Mediacenter und Heimserver die Raspberry-Pi-Foundation schon dazu bewogen, beiden bisherigen Modellen ein Upgrade zu verpassen. Ein weiteres steht schon in Aussicht. Allerdings vergab die Jury hier nicht immer die Bestnoten: So fehlte es dann am Ende doch an einigen Stellen an der gewünschten Performance [1].

Glücklicherweise hat sich der Bau von Computern im kleinen Formfaktor zu einem Breitensport entwickelt. Zeit also, sich andere Kandidaten aus dem internationalen Feld anzuschauen. In dieser Ausgabe nehmen wir daher das HummingBoard des israelischen Herstellers SolidRun [2] unter die Lupe.

Der Kraftprotz lockt mit ordentlich RAM, einer flotten CPU mit vier Kernen, Gigabit-Ethernet und gleich vier USB-Anschlüssen. Das scheinen auf den ersten Blick gute Voraussetzungen zu sein, um sich aus der grauen Masse des Mittelfelds an die Spitze vorzukämpfen.

Um sich aber einen Platz auf dem Treppchen zu sichern, muss der Aspirant im Praxistest erstmal beweisen, dass die Hardware den mehr als dreifachen Preis im Vergleich zum Modell B+ des RasPi rechtfertigt. Wie sich der Kandidat im direkten Vergleich gegen Letzteren schlägt, lesen Sie in dieser Ausgabe ab Seite 64.

Ganz im Olympischen Sinn ist auch das Teamplay, dass vier RasPis beweisen, wenn Sie im Cluster zusammenarbeiten (S. 51). Das steigert zwar die Leistung insgesamt nur unbedeutend, liefert aber als Simulation wertvolle Hinweise zu den richtigen Taktiken beim Aufbau solcher Verbünde. Dabei fällt das Zusammenschalten der einzelnen Rechner beileibe nicht schwer. Wie sooft bringt ein Linux-System die entsprechenden Programme weitgehend mit.

Wie vielfältig die Disziplinen sind, in den der Mini-PC mit seinen vielfältigen Möglichkeiten zum Erweitern (S. 58) mittlerweile an den Start geht, zeigt sich sehr gut an der Bandbreite der Themen, die Sie in dieser Ausgabe wieder finden: Die reicht vom beliebten Einsatz im Wohnzimmer als Mediacenter mit (S. 38) – bei Bedarf gleich mit Airplay-Hotspot (S. 40) – bis hin zu meinem Favoriten in diesem Heft: der Infrarot-Fotografie.

Mit dem NoIR-Modul und nur wenigen weiteren Komponenten bauen Sie nämlich einen RasPi mit wenigen Handgriffen so um, dass dieser in atemberaubender Weise im Bild das festhält, was wir als Menschen im Alltag sonst so nie zu Gesicht bekommen (S. 44). Und da lohnt es sich, bei all dem Gerenne doch mal einen Moment inne zu halten.

Herzliche Grüße

Andreas Bohle

Stellv. Chefredakteur

Infos

  1. Test RasPi B+: Christoph Langer, Maximilian Batz, “Pi-Plus”, RPG 05/2014, S. 26, http://www.raspberry-pi-geek.de/Magazin/2014/05/Das-neue-Modell-B-im-Ueberblick
  2. SolidRun: http://www.solid-run.com/products/hummingboard/
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