Aus Raspberry Pi Geek 06/2014

Raspberry-Pi-Gehäuse mit integriertem USB-Hub (Seite 2)

Der Hersteller teilte auf Nachfrage mit, dass die nächste Version des Gehäuses dieses Manko behebt. Kodi-Nutzer benötigen sowieso keine IR-Fernbedienung: Sie steuern das Mediacenter entweder über eine App vom Smartphone aus oder per CEC-Fernbedienung des Fernsehers, der die Signale via HDMI an den RasPi weiterleitet.

Der zweite Kritikpunkt betrifft die USB-Ports: Der aktive Hub hält sich offenbar an die Spezifikation und stellt 500 mA bereit – etwas mehr wäre wegen des Strombedarfs von externen Festplatten aber durchaus wünschenswert. Auch hätte es nichts geschadet, statt des SD-Card-Anschlusses einen USB-Port an die Gehäusevorderseite durchzuschleifen: Ein Wechsel der Card im laufenden Betrieb ist sowieso nur nach besonderen Vorkehrungen möglich [4], ein frontseitiger USB-Anschluss aber würde den Anschluss speziell von externen Massenspeichern deutlich erleichtern.

Fazit

Das Media-Pi-Gehäuse ist zwar kein Schnäppchen, aber sein Geld wert. Auch ein normales Gehäuse samt Stromstecker und aktivem USB-Hub schlüge mit 30 bis 35 Euro zu Buche, für den Aufpreis bekommen Sie als Gegenwert ein wohnzimmertaugliches Kästchen ohne Kabelgewirr und mit erhöhtem WAF.

Das neue Modell B+ des RasPi fühlt sich im Media-Pi-Case schon wegen der MicroSD-Karte und des kombinierten Audio/Video-Anschlusses nicht wirklich wohl. Wer Bild und Ton per HDMI ausgibt, bringt aber auch den B+ darin unter. Für den Banana Pi eignet sich das Gehäuse ebenfalls. Allerdings steht wegen der unterschiedlichen Abmessungen dann wie auch beim B+ Nacharbeit an, wie etwa das Abfeilen der Halterungen.

Das Media-Pi-Gehäuse zeigt aber auch, dass im marktbestimmenden Einerlei den Herstellern bislang noch die Weitsicht fehlt: Der Betrieb von Zusatzkomponenten zusammen mit dem RasPi stellt ja eher die Regel dar als die Ausnahme. So gibt es zwar Gehäuse für Pi plus Bildschirm oder Pi plus Kamera, aber nicht für beides – ganz zu schweigen vom fehlenden Fach für eine Powerbank.

Ein kleiner Streaming-Server bräuchte dagegen ein Gehäuse, das auch Platz für eine Festplatte bietet. Die Entwicklung im 3D-Druck macht hier Hoffnung – vielleicht entwirft ja einmal jemand ein Stecksystem für Gehäuseteile in verschiedenen Größen, die man dann beim Dienstleister der Wahl ausdrucken lassen kann? 

Glossar

Kodi

der neue Name des beliebten Mediacenters, das früher XBMC hieß. Dessen Entwickler entschlossen sich zur Neubenennung, weil die Software inzwischen nicht mehr das Geringste mit der ursprünglich namensgebenden Xbox zu tun hat und das alte Kürzel schon immer etwas unhandlich erschien.

WAF

Woman Acceptance Factor, auch: Woman Approval Factor. Einschätzung der Zustimmung oder Ablehnung der Partnerin bezüglich einer Neuanschaffung.

Der Autor

Bernhard Bablok arbeitet bei der Allianz Managed & Operations Services SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Rad beziehungsweise zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux und Programmierung. Sie erreichen ihn unter [email protected].

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