$ sudo ntpdate -v -u 1.debian.pool.ntp.org
Er dient dazu, die Systemzeit zu aktualisieren – von dem von Ihnen per savevm verordneten Tiefschlaf weiß das Raspbian im Gast ja nichts.
Image-Frage
Das obige Beispiel erklärt das Umwandeln eines RAW-Images in das geeignetere QCOW2-Format. Auch der umgekehrte Weg ist möglich und dann sinnvoll, wenn Sie vom Emulator wieder zurück auf echte Hardware umziehen möchten.
Der Qemu-Befehl create erzeugt nicht nur die Snapshot-Dateien, sondern auch reguläre Images. Für Raspbian spielt das lediglich eine begrenzte Rolle, es sei denn, Sie wollen eine zusätzliche Festplatte einbinden. Welche Kommandos darüber hinaus zur Verfügung stehen, zeigt man quemu.
Wie die ersten drei Zeilen aus Listing 2 bereits zeigten, gestaltet sich der Zugriff auf Images im RAW-Format recht einfach. Hier erzeugt Kpartx einzelne Device-Dateien, über die Sie die Partitionen im Hostsystem mounten. Mit dem nützlichen QCOW2-Format klappt das nicht mehr ganz so einfach. Hier kommt ein zusätzlicher Treiber ins Spiel, der die Festplatte als Netzwerk-Blockdevice (NBD) bereitstellt. Sie laden diesen über folgenden Befehl:
$ sudo modprobe nbd max_part=16
Das Listing 9 zeigt den Weg, über den Sie an die einzelnen Partitionen im Gastsystem herankommen. Der Befehl qemu-nbd verknüpft das Image mit einem Netzwerk-Blockdevice. Die einzelnen Partitionen im Image nutzen das Suffix plfdNr, wie etwa /dev/ndbd0p1 für die erste Partition. Diese Partitionen binden Sie ganz normal per mount in das Dateisystem ein. Am Ende löst qemu-nbd die Verbindung mit dem Image wieder.
Listing 9
$ sudo modprobe nbd max_part=16 $ sudo qemu-nbd -c /dev/nbd0 pi-web-server.qcow2 $ sudo mount /dev/nbd0p2 /mnt [...] $ sudo umount /mnt $ sudo qemu-nbd -d /dev/nbd0
Allerdings erweist sich die Zugriffsgeschwindigkeit als nicht gerade berauschend, da hier der Zugriff indirekt über das Netzwerk erfolgt. Für den schnellen Datenaustausch, etwa die Manipulation einzelner Dateien im Image, genügt sie aber.
Fazit
Die RasPi-Emulation unter Qemu bietet für alle etwas. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie sich auf das Abenteuer Raspberry Pi einlassen wollen, stellt die Emulationslösung einen ersten, kostenlosen Zugang zu dieser neuen Welt bereit. Auch Einsteigern, die mit dem RasPi zum ersten Mal in die Linux-Welt eintauchen, bietet sich das System zum problemlosen Ausprobieren an. Geht mal etwas schief, entfällt die zeitraubende Neuinstallation des Images auf die SD-Karte.
Der Autor
Bernhard Bablok ([email protected]) arbeitet bei der Allianz Managed & Operations Services SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört oder mit dem Radl beziehungsweise zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux und Objektorientierung.
Infos
- Colocation von RasPi-Servern: Marco Dragicevic, “Beeren-Hosting”, RPG 02/2014, S. 6, http://www.raspi-geek.de/31285
- Mainframe-Emulation mit Hercules: http://www.hercules-390.org
- Qemu-Homepage: http://wiki.qemu.org
- Das Versatilepb-Board: http://www.arm.com/products/tools/development-boards/versatile/
- Kernel für Raspberry-Emulation: http://xecdesign.com/downloads/linux-qemu/kernel-qemu
- Online-Version des Qemu-Buchs: http://qemu-buch.de
- Remote Access via SSH: Ruth Suehle, “Kopflos”, RPG 05/2013, S. 22, http://www.raspi-geek.de/29883






