Aus Raspberry Pi Geek 03/2014

IP-Webcam im Eigenbau mit dem RasPi und Motion (Seite 3)

Listing 7

v4l2_palette 6
width 640
height 480
webcam_localhost off
target_dir /srv/motion

Um von anderen Rechnern auf die Webcam zuzugreifen, geben Sie diese frei (Listing 5, Zeile 4). Außerdem benötigt Motion  [2] ein Verzeichnis, in dem es die Daten ablegt (Zeile 5). Falls dieses noch nicht existiert, legen Sie es an und weisen ihm die korrekten Rechte zu (Listing 8).

Listing 8

$ test -d /srv/motion || sudo mkdir /srv/motion
$ sudo chown motion.motion /srv/motion

Anschließend stellen Sie über die Datei /etc/default/motion sicher, dass der Motion-Daemon beim Start des Systems ebenfalls mit hochkommt, indem Sie die Option start_motion_daemon auf den Wert yes setzen. Haben Sie das erledigt, starten Sie den Dienst neu:

$ sudo /etc/init.d/motion restart

Jetzt sollte der Daemon anlaufen und die Änderungen übernehmen. Auf dem Port 8081 ist jetzt – zumindest mit Firefox, der von Haus aus MJPEG beherrscht – das Bild der Webcam zu sehen.

Finaler Zusammenbau

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um alle Komponenten zusammenzufügen. Mit dem PHP-Skript aus Listing 9 erledigen Sie diese Aufgabe. Beachten Sie dabei, dass die IP-Adresse in Zeile 4 mit ziemlicher Sicherheit nicht der entspricht, die Ihre Webcam verwendet. Sie müssen sie also höchstwahrscheinlich entsprechend anpassen.

Listing 9

<html>
 <head><title>Web Cam</title></head>
 <body>
  <img src="http://192.168.2.29:8081">
  <?php
   $pos=$_POST["pos"];
   if(!isset($_POST["pos"])){$pos=150;}
   if(isset($_POST["left"])) {if ($pos<240){$pos=$pos + 10;}}
   if(isset($_POST["right"])) {if ($pos>60){$pos=$pos - 10;}}
   shell_exec("echo 2=$pos >/dev/servoblaster");
  ?>
  <form action="" method="post">
   <input type="submit" name="left" value="Left" />
   <input type="submit" name="right" value="Right" />
   <input type="hidden" name="pos" value="<?php echo $pos?>"/>
  </form>
 </body>
</html>

Eigentlich wäre der Aufbau jetzt schon fertig. Damit aber auch der Internet Explorer die Bilder anzeigt, braucht es einen kleinen Griff in die Trickkiste: das kleine Applet Cambozola [3], welches das MJPEG-Streaming-Format anzeigt. Dazu benötigt der Microsoft-Browser ein Java-Plugin, dessen Installation recht leicht fällt (Listing 10).

Listing 10

$ wget http://www.charliemouse.com/code/cambozola/cambozola-latest.tar.gz
$ tar -xzvf cambozola-latest.tar.gz
$ cp cambozola-0.931/dist/cambozola.jar /var/www/

Um das Applet einzubinden, passen Sie das Listing 9 an, indem Sie die Zeile 4 durch den Inhalt von Listing 11 ersetzen. Damit steht die Webcam-Lösung zum Einsatz bereit.

Listing 11

<applet code="com.charliemouse.cambozola.Viewer" archive="cambozola.jar" width="640" height="480">
 <param name="url" value="http://192.168.2.29:8081"/>
</applet>

Fazit

Mit wenig Aufwand bauen Sie sich auf Basis eines Raspberry Pi eine preiswerte, fernsteuerbare IP-Webcam zusammen. Die Kosten für die verwendeten Bauteile liegen bei etwa 20 Euro. Damit keine Langweile aufkommt, böte es sich an, der Kamera einen zweiten Servomotor zu spendieren, um sie auch vertikal schwenken zu können. Als weitere sinnvolle Ergänzung könnte sich ein zuschaltbarer Scheinwerfer erweisen.

Wer lieber an der Software als an der Hardware herumbastelt, dem bietet das noch recht rudimentäre PHP-Skript dazu viel Spielraum. Außerdem ließe sich mit dem Bildmaterial auf dem Server noch so einiges anstellen, angefangen vom Film bis hin zur Galerie. 

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