Aus Raspberry Pi Geek 01/2024

Einführung

Überraschung!

Thomas Leichtenstern

Entgegen der ursprünglichen Ankündigung der Raspberry Pi Foundation erscheint der RasPi 5 nicht erst 2024, sondern liegt bereits seit Ende Oktober in den Regalen der Händler. Solche Überraschungen dürfte es öfter geben, findet Redakteur Thomas Leichtenstern.

Noch in unserem Interview im März 2023 kündigte Eben Upton, CIO der Raspberry Pi Foundation an, dass es dieses Jahr keinen Nachfolger für den Raspberry 4 geben werde. Zu groß sei der durch den Chipmangel ausgelöste Nachholbedarf in anderen Segmenten. Der ließ sich offenbar aber schneller als erwartet beheben: Am 25. Oktober ging der Raspberry Pi 5 an den Start, bei dem sich die Foundation ordentlich ins Zeug legt.

Auf Wunsch vieler Anwender bekam der Kleinrechner in der neuesten Inkarnation einen physischen Ein- und Ausschalter. Die Zeiten, in denen es galt, dafür den Stecker zu ziehen, sind damit vorbei. Auch lange nachgefragt und endlich verbaut: eine interne Echtzeituhr (RTC) mit eigener Stromversorgung. Der Zeitgeber arbeitet damit nicht nur unabhängig vom Internet, er erlaubt es auch, den RasPi zu definierten Zeiten aufzuwecken oder in den Ruhemodus zu schicken.

Ebenso wichtig dürfte für viele die interne PCIe-Schnittstelle sein. Massenspeicher müssen Sie zukünftig nicht mehr über die vergleichsweise langsame USB-Schnittstelle oder eine SD-Karte bereitstellen, eine NVMe-SSD übernimmt jetzt auf Wunsch diesen Job. Zwar reicht die Geschwindigkeit schnittstellenbedingt mit maximal 500 MByte/s noch nicht an die bei den Kollegen aus dem PC-Bereich heran, sollte aber in den meisten Fällen ausreichen.

Auch intern spendierten die Macher dem Winzling ein ordentliches Upgrade. Die Rechenarbeit übernimmt jetzt ein Quadcore-ARM-Cortex-A76 mit 2,4 GHz Taktrate, im Vorgänger kam noch ein A72 mit 1.8 GHz zum Einsatz. Doch wie so oft: Hohe Leistung erzeugt auch mehr Wärme. Für den RasPi 5 bedeutet das, dass er sich bei höheren Lasten nur noch mit aktiver Kühlung sinnvoll betreiben lässt.

Mehr Features kosten naturgemäß auch mehr. Hier hat die Foundation moderat den Preis nach oben korrigiert. Das 4-GByte-Modell kostet beim offiziellen Distributor Buyzero überschaubare 80 Euro, das Vorgängermodell 65. Die 8-GByte-Variante schlägt mit 93 Euro zu Buche und liegt damit nur knapp 6 Euro über dem Vorgänger. Die Preise verstehen sich jeweils ohne Netzteil, Gehäuse und Kühlkörper.

Allerdings sieht die Marktsituation zur Drucklegung noch recht mau aus: Verfügbar ist der neue RasPi aktuell nicht oder nicht mehr. Aber auch das dürfte sich zeitnah ändern.

Herzliche Grüße,

Thomas Leichtenstern

Redakteur

DIESEN ARTIKEL ALS PDF KAUFEN
EXPRESS-KAUF ALS PDFUmfang: 1 HeftseitePreis €0,99
(inkl. 19% MwSt.)
RASPBERRY PI GEEK KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Raspberry Pi Geek bei Google Play Readly Logo
Nach oben