Der Raspberry Pi als DLNA-Empfänger an der Stereoanlage

© Buchachon Petthanya, 123RF

Umgeleitet

Moderne AV-Receiver beherrschen neben WLAN und Bluetooth auch Streaming via UPnP, DLNA oder Airplay. Mit XBMC auf dem Raspberry Pi rüsten Sie diese Funktionen auf einer klassischen Stereoanlage nach.

Üblicherweise läuft auf einem RasPi eine von der Raspberry Pi Foundation offiziell abgesegnete Distribution wie Raspbian, Pidora oder – im Mediacenter-Einsatz – Raspbmc respektive OpenELEC. Doch im Internet tummeln sich zahlreiche andere RasPi-Linuxe, die sich gezielt individueller Aufgaben annehmen.

Zu den entsprechenden Nischen zählt der Einsatz des RasPi als Jukebox, für den in den einschlägigen RasPi-Gemeinden verschiedene Distributionen kursieren. Allen gemein ist ein Linux-Kern und ein vorkonfigurierter Musikplayer-Daemon, sodass sich die Wiedergabe vom Handy oder mithilfe von MPD-Clients vom Rechner aus steuern lässt. In der vorigen Ausgabe [1] widmeten wir uns drei Audio-Distribution und krönten Pi Musicbox [2] zum Gewinner.

Doch es braucht nicht zwingend eine auf Musik spezialisierte RasPi-Distribution. Mittels Airplay und DLNA streamen Sie Musik und Multimedia-Inhalte vom Handy oder PC auf einen an die Stereoanlage angeschlossenen Raspberry Pi. In diesem Beitrag konzentrieren wir uns auf das Mediacenter XBMC (das künftig Kodi heißt) in Form von OpenELEC [3] sowie auf Linux-Rechner und Android-Geräte als Quelle.

Installation

Bevor Sie den nächstbesten RasPi vorbereiten, sollten Sie sich überlegen, welches Modell sie als HiFi-Player nutzen wollen. Für die Ausgabe von Musik in bestmöglicher Qualität über die analoge 3,5mm-Klinkenbuchse empfiehlt es sich, zu einem RasPi B+ zu greifen. Dessen überarbeitetes Board verfügt über eine stabilisierte Stromversorgung, sodass weniger Störungen in das Audiosignal des analogen Ausgangs gelangen [4].

Zur Installation flashen Sie OpenELEC auf eine SD-Speicherkarte mit mindestens 4 GByte Speicherplatz. Linux-Anwender lesen dazu am besten mit lsblk die Geräte-IDs der am Rechner angeschlossenen Speichermedien aus. Über die Größe lässt sich dann erkennen, unter welchem Gerätenamen der Computer die Speicherkarte führt – in Listing 1 wäre es /dev/sdd. Mit dd schreiben Sie das Image auf die Speicherkarte.

Anschließend richten Sie über System | Einstellungen und OpenELEC das Mediacenter ein ein. Für den späteren Einsatz als DLNA-Senke aktivieren Sie unter Dienste | UPnP den UPnP-Server und lassen das Steuern über UPnP zu.

Listing 1

 

$ lsblk
NAME   MAJ:MIN RM   SIZE RO TYPE MOUNTPOINT
sda      8:0    0  59,6G  0 disk
+-sda1   8:1    0  53,7G  0 part /
+-sda2   8:2    0   5,9G  0 part [SWAP]
+-sdd1   8:49   1  29,3G  0 part /run/media/clangner/usb-stick
sr0     11:0    1  1024M  0 rom
$ sudo dd if=OpenELEC-RPi.arm-4.0.7.img of=/dev/sdd

Android mit BubbleUPnP

Mit dem Raspberry Pi, angeschlossen an Stereoanlage und Netzwerk, verfügen Sie nun über einen DLNA-Empfänger, dem nur noch Musik fehlt. Am einfachsten gelingt das Bespielen mit einem Android-Smartphone und der App BubbleUPnP [5]. Deren Testversion installieren Sie kostenlos aus dem Play Store. Damit die Anwendung den Stream nicht regelmäßig unterbricht, benötigen Sie noch den kostenpflichtigen Lizenzschlüssel [6].

Anschließend wählen Sie Ihre Kodi/XBMC-Installation aus der Seitenleiste aus (Abbildung 1) und streamen Bilder, Videos oder Musik. Die Daten müssen dabei nicht zwingend auf dem Smartphone liegen: BubbleUPnP erlaubt auch den Zugriff auf verschiedene Cloud-Speicher. Alternativ holt sich die App Inhalte auch von Google+. Als Spezialität bietet BubbleUPnP das Streamen von Google Music an.

Abbildung 1: Mit der Android-App BubbleUPnP streamen Sie Bilder, Musik und Videos vom Smartphone oder Tablet auf den Raspberry Pi.

Auf gerooteten Handys erlaubt BubbleUPnP zudem noch das Streamen sämtlicher auf dem Handy ausgegebener Klänge. So spielen Sie zum Beispiel Musik aus Apps wie Spotify oder Soundcloud, die das Umleiten des Tons via DLNA eigentlich gar nicht unterstützen, auf dem RasPi und damit der Stereoanlage ab.

Für die Audio Cast getaufte Funktion benötigen Sie das Xposed-Framework [7] auf dem gerooteten Android-Gerät (Abbildung 2). Anschließend aktivieren Sie dann das mit der BubbleUPnP-App automatisch installierte Xposed-Modul [8]. Danach finden Sie im Kopf der Seitenleiste den Schalter Audio Cast, der die komplette Audiowiedergabe des Handys umleitet.

Abbildung 2: Mit Root-Rechten und dem Xposed-Framework auf dem Smartphone leitet BubbleUPnP die komplette Audioausgabe um.

Raspberry Pi Geek kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Aktuelle Ausgabe

08/2019
Smarte Hacks

Diese Ausgabe als PDF kaufen

Preis € 9,99
(inkl. 19% MwSt.)

Stellenmarkt

Neuigkeiten

  • Immer der Reihe nach

    Mit einer einfachen Schaltung testen Sie Bausteine, die über den SPI-Bus miteinander kommunizieren.

  • Einzigartig

    Eine MAC-Adresse ermöglicht die Kommunikation im Netzwerk. Der 24AA02E48 liefert sie für Setups, die aus grundlegenden Komponenten bestehen.

  • Steinkuchen

    Der Raspberry Pi hat viele Fans, doch nicht ohne Grund sehnen sich viele Anwender nach einem RasPi 4. Der Rock Pi 4 übertrumpft den RasPi 3 in Sachen Leistung um Längen und schlägt sich auch in der Praxis gut.

  • Kerngeschäft

    Der Einstieg in die Welt der Mikrocontroller fällt nicht ganz leicht. Mit dem Nucleo F401RE haben Sie jedoch ein Entwicklerboard samt abgestimmter Entwicklungsumgebung an der Hand.

  • Himbeer-Geräte

    Mit Maus und Tastatur im weiß-roten Raspberry-Look macht die Raspberry Pi Foundation das eigene Angebot an Peripheriegeräten für den Mini-Rechner komplett.

  • Unter Kontrolle

    PiCockpit ist eine speziell auf den RasPi zugeschnittene Online-Monitoring-Lösung. Wir werfen einen ersten Blick auf den brandneuen und in Ausbau befindlichen kostenlosen Dienst.

  • Ins rechte Licht gesetzt

    Selbst ohne eigenen Garten holen Sie sich Pflanzen mithilfe von LEDs in jeden Raum und sehen ihnen mit dem RasPi beim Wachsen zu.

  • Helligkeit nach Maß

    Wer bei wechselnden Lichtverhältnissen nicht ständig die Beleuchtung manuell nachregeln möchte, der spannt dafür einen PiXtend ein.

  • Geschrumpft

    Kleine Bildschirme gibt es zwar viele, aber der Support von Raspbian ist überraschend schlecht. Mit ein paar Tricks erzielen Sie trotzdem ein optimales Ergebnis.

  • Brüllwürfel

    Kompakt-Stereoanlagen mit CD-Spieler und Kassettendeck sind inzwischen oft ein Fall für den Recyclinghof – oder für die digitale Wiederbelebung mit einem RasPi und etwas Geschick.