Raspberry Pi zum Wireless-Printserver aufrüsten

© Natalija Bielous, 123RF

Im grünen Bereich

Der Raspberry Pi ist so günstig, klein und sparsam, dass er sich auch als WLAN-Printserver für das Recycling eines eigentlich ausgedienten Multifunktionsdruckers eignet – ganz im Sinn der "Green IT".

Klobige Multifunktionsdrucker mit USB-Anschluss sind keine Augenweide, besonders neben einem schicken Notebook oder Tablet. Netzwerkfähige Drucker dagegen verschwinden unauffällig in einer Ecke, zudem können mehrere Benutzer das Gerät im LAN nutzen. Deswegen haben die solche Drucker ihre USB-Kollegen an vielen Arbeitsplätzen längst abgelöst.

Das ist aber noch lange kein Grund, den alten USB-Drucker auf dem nächsten Wertstoffhof zu entsorgen. Der Raspberry Pi eignet sich hervorragend dazu, die USB-Welt mit dem LAN zu verbinden, und stellt obendrein in Form von Cups noch einen veritablen Druckserver-Dienst zur Verfügung. Mit einem WLAN-Adapter am RasPi hängt die Standortwahl für den Drucker dann nur noch von einem passenden Stromanschluss ab.

Einkaufsliste

Da reine USB-Drucker nicht mehr en vogue sind, gibt es entsprechende Gebrauchtgeräte zu sehr günstigen Preisen. Selbst wenn Sie also nicht auf einen noch vorhandenen USB-Drucker zurückgreifen können, lohnt sich schon aus Kostengründen unter Umständen immer noch die Anschaffung eines Gebrauchten. Die gibt es bei Ebay schon für unter 20 Euro.

Die Tabelle "Einkaufsliste" zeigt eine Zusammenstellung für ein Komplettpaket inklusive eines gebrauchtem Multifunktionsdruckers des Typs Canon Pixma MP160, den Sie auch als Scanner einsetzen können. Bei Gesamtkosten von rund 90 Euro kommt das Komplettpaket selbst samt Drucker etwas günstiger als die Anschaffung eines vergleichbaren neuen, WLAN-fähigen Druckers. Findet sich einzelne Komponenten aus der Liste noch in Ihrem Reste-Fundus – etwa ein Micro-USB-Steckernetzteil von einem alten Smartphone, eine passende SD-Card, oder eben ein schon etwas eingestaubter USB-Drucker – dann bietet sich hier eine preislich konkurrenzlos günstige Lösung an.

Einkaufsliste

Komponente

Bezugsquelle

Preis (ca.)

Multifunktionsdrucker Canon MP160

Ebay

20 Euro

Raspberry Pi Type B

Amazon

41 Euro

Gehäuse für den RasPi

Amazon

7 Euro

Wireless USB Adapter EDIMAX EW-7811UN

Amazon

11 Euro

Steckernetzteil Micro-USB 5V

Amazon

7 Euro

SD-Card (2 GByte)

Amazon

6 Euro

Summe

 

92 Euro

Das Grundsystem

Der Raspberry Pi lädt sein Betriebssystem von einer SD-Card. Dazu bespielen Sie eine mindestens 2 GByte große SD-Card mit einer Linux-Distribution, die sich für den ARM-Prozessor des RasPi eignet. Die folgende Anleitung basiert auf dem von Raspberry.org empfohlenen Debian-Ableger Raspbian "Wheezy", dessen Image Sie als ZIP-Archiv von der Raspberry-Website [1] herunterladen.

Die Webseite enthält auch eine Anleitung für das Vorbereiten der SD-Card. Für die Installation mit einem Windows-System verweist das Projekt auf das Tool Win32DiskImager. Auf einem vorhandenen Linux-System gelingt die Installation unter Ubuntu mit dem grafischen Tool Imagewriter. Noch einfacher geht es mit Bordmitteln, sofern Sie die Kommandozeile nicht scheuen: Von dort kopieren Sie das Image einfach per dd auf eine SD-Card.

Das Tool warnt allerdings nicht, wenn der Vorgang eventuell schon vorhanden Daten auf dem Ziellaufwerk überschreibt – gehen Sie hier also vorab sicher, welches Device auf die SD-Card verweist. Nach dem Einstecken der Speicherkarte rufen Sie dazu dmesg auf, das in den letzten Zeilen das gerade erkannte Gerät aufführt (im folgenden Beispiel sdb).

Nachdem Sie das Raspbian-Image aus dem heruntergeladenen ZIP-Archiv extrahiert haben, kopieren Sie es dann mit dem folgenden Befehl auf die SD-Card:

$ dd bs=4M if=2013-05-25-wheezy-raspbian.img of=/dev/sdb

Wie Sie hier sehen, war die zu Redaktionsschluss aktuelle Raspbian-Version von Ende Mai 2013. Den Gerätenamen /dev/sdb müssen Sie wie bereits erwähnt auf Ihrem System unter Umständen anpassen.

Nach dem Kopieren des Images ist die SD-Card betriebsbereit, und Sie können sie direkt in den Raspberry Pi einstecken. Nach Anschluss der Stromversorgung lädt der RasPi das Betriebssystem und lässt sich nun konfigurieren.

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