Aus Raspberry Pi Geek 05/2013

Raspberry Pi zum Wireless-Printserver aufrüsten (Seite 2)

Listing 1

 

#/etc/network/interfaces
auto lo
iface lo inet loopback
iface eth0 inet static
address 192.168.0.64
netmask 255.255.255.0
gateway 192.168.0.1
allow-hotplug wlan0
iface wlan0 inet manual
wpa-roam /etc/wpa_supplicant/wpa_supplicant.conf
iface default inet dhcp

Der RasPi ist dann unter der fest eingestellten IP-Adresse 192.168.0.64 erreichbar. Damit er Internet-Adressen auflösen kann, müssen Sie einen DNS-Server angeben. Im obigen Beispiel tragen Sie dazu der Router in der Datei /etc/resolv.conf ein (Listing 2).

Listing 2

 

#/etc/resolv.conf
nameserver 192.168.0.1

Die Konfiguration aus Listing 1 erlaubt auch noch das Einstecken eines WLAN-Adapters, den Sie dann wieder via DHCP einstellen [2]. Versieht im heimischen Netz ein Router seinen Dienst, erledigt dieser das in der Regel gleich mit.

Damit ist die Grundkonfiguration im Wesentlichen abgeschlossen. Einige weitere Grundeinstellungen des Systems nehmen Sie über einen Aufruf von sudo raspi-config vor. Hier ist es zum Beispiel sinnvoll, die Systempartition auf die gesamte SD-Card auszudehnen. Zu guter Letzt aktualisieren Sie dann noch per Apt-get die Software des Systems (Listing 3).

Listing 3

 

$ sudo apt-get update
$ sudo apt-get upgrade

Cups installieren

Das Drucker-System Cups verwaltet die per USB oder Netzwerk angeschlossenen Drucker und stellt eine Verwaltungsoberfläche bereit. Die Installation von Cups, das Treiber für viele Drucker bereits mitbringt, geschieht mit sudo apt-get install cups. Den Benutzer pi sollten Sie in die Gruppe lpadmin aufnehmen, damit er auf die administrativen Funktionen von Cups zugreifen kann:

$ sudo usermod -a -G lpadmin pi

Nach der Installation läuft Cups als Systemdienst und stellt eine Verwaltungsoberfläche auf dem lokalen System bereit. Ist das Netzwerk, in dem sich der RasPi befindet, halbwegs vertrauenswürdig – und beim heimischen LAN ist das ja der Fall – genügt die Kommandofolge aus Listing 4, um Cups auch aus dem Netzwerk zu erreichen. Die Verwaltungsoberfläche steht dann unter der IP-Adresse des Raspberry Pi im Netzwerk zur Verfügung. Sie rufen sie im Webbrowser auf – in unserem Beispiel unter der Adresse http://192.168.0.100:631/.

Listing 4

 

$ sudo cupsctl --remote-any
$ sudo /etc/init.d/cups restart

Drucker einrichten

Zur Installation des Druckers wechseln Sie in der Cups-Weboberfläche zum Menüpunkt Verwaltung, wo Sie den Schalter Drucker hinzufügen anklicken. Die Oberfläche schaltet nun in den Administrationsmodus und fragt dazu Benutzername und das Passwort ab. Hier nutzen Sie den vorher eingerichteten Benutzer pi.

Sofern der anzusteuernde Drucker (in unserem Beispiel der Canon Pixma MP160) bereits per USB angeschlossen und angeschaltet ist, erkennt Cups ihn automatisch und zeigt ihn an. Sie wählen den MP160 nun aus und klicken dann auf Weiter. Jetzt dürfen Sie eine Beschreibung für das Gerät eingegeben und geben den Drucker im Netz frei. Im nächsten Schritt wählen Sie den Treiber Canon PIXMA MP160 – CUPS+Gutenprint v5.2.9 (en) aus. Ein Klick auf Drucker hinzufügen führt weiter zu den Standardeinstellungen, an denen Sie in der Regel nichts ändern müssen.

Danach steht der Drucker dann in Cups bereit. Einem Klick auf den Link Canon_MP160 zeigt ihn an, und Sie können durch Anwählen von Testseite drucken in der oberen linken Auswahl-Box überprüfen, ob das Gerät wie gewünscht funktioniert.

Client einrichten

Unter Gnome gelangen Sie über die Systemeinstellungen zur Druckerkonfiguration. Nach einem Klick auf Entsperren dürfen Sie über den gleichnamigen Schalter einen Drucker hinzufügen. Gnome erkennt dabei den Drucker automatisch, da Sie ja die entsprechenden Dienste im vorigen Schritt für das lokale Netzwerk freigegeben haben. Unter Windows gelingt die Einbindung des Druckers ähnlich automatisch. Auf einem Android-Tablet nutzt der Autor erfolgreich die (allerdings kostenpflichtige) App PrintBot.

Scanner bereitstellen

Um die Scan-Funktion des Druckers über das Netzwerk bereitzustellen, nehmen Sie die Dienste von Saned in Anspruch. Die entsprechenden Sane-Werkzeuge sollten nach der Installation von Cups schon eingerichtet sein – falls nicht, holen Sie das mit dem folgenden Aufruf nach:

$ sudo apt-get install sane-utils

Anschließend stellen Sie in der Datei /etc/default/saned den Dienst als Systemdienst mit automatischen Start ein, indem Sie die Zeile RUN=no zu RUN=yes abändern.

Der Eintrag für das lokale Netzwerk – für unser Beispiel die Zeile 192.168.4.0/24 in der Datei /etc/sane.d/saned.conf ermöglicht den Zugriff von Scanner-Clients über das lokale Netzwerk. Mit einem sudo /etc/init.d/saned restart starten Sie anschließend den Dienst neu, um die geänderte Konfiguration zu aktivieren.

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