Aus Raspberry Pi Geek 05/2025

Raspberry Pi Monitor im Test: kompakter Bildschirm für Bastler und Tüftler

© Vladimir Suxacyov / 123rf.com

Taschenkompatibel

Marius Quabeck

Der Raspberry Pi Monitor verspricht eine portable und unkomplizierte Anzeigeoption mit direkter RasPi-Kompatibilität. Aber kann er auch mit klassischen Monitoren mithalten?

Seit Dezember 2024 ist der erste offizielle Raspberry-Pi-Monitor [1] auf dem Markt,. Zusammen mit dem 500er RasPi [2] soll er als eine Art Komplett-PC an den Start gehen. Die Einstiegspreise der Komponenten fallen dabei moderat aus: Für den Monitor müssen Sie mit rund 115 Euro rechnen, den RasPi 500 bekommen Sie für 105 Euro. Damit liegt die Preisschwelle vergleichsweise niedrig, was das Paket beispielsweise für Schüler prädestiniert. Für den Test richtet sich der Fokus zunächst allein auf dem Monitor. Denn hier drängt sich die Frage förmlich auf, ob das Gerät mit herkömmlichen Bildschirmen mithalten kann.

Beim Raspberry Pi Monitor (Abbildung 1) können Sie zwischen zwei Farbvarianten wählen: Einmal kommt er klassisch Rot-Weiß im bekannten Raspberry-Pi-Branding daher. Als Alternative dazu setzt der Hersteller auf eine unauffälligere schwarze Variante. Gewichtstechnisch bringt der Monitor weniger als 900 Gramm auf die Wage. Trotz seiner Leichtigkeit wirkt das Gerät keineswegs billig – die Verarbeitungsqualität wirkt solide und es gibt kaum Chassis-Flex. Für den Transport wäre jedoch eine Schutzhülle oder Display-Abdeckung wünschenswert.

Abbildung 1: Beim Gerätedesign setzt Raspberry Pi auf die klassische rot-weiße Farbkombination und ein schlichtes Schwarz.

Abbildung 1: Beim Gerätedesign setzt Raspberry Pi auf die klassische rot-weiße Farbkombination und ein schlichtes Schwarz.

Der Monitor passt bequem in jedes 15,6-Zoll-Laptop-Fach (Abbildung 2), womit wir bei Größe und Display angekommen sind. Bei Letzterem handelt es sich um ein mattes, entspiegeltes IPS-Display mit Full-HD-Auflösung. In Sachen durchschnittlicher Helligkeit rangiert der RasPi Monitor bei 250 Nits, was sich schwerlich als besonders hell bezeichnen lässt. Auch die Farbwiedergabe erreicht lediglich den Bereich der unteren Mittelklasse.

Abbildung 2: Seine kompakte Baugröße prädestiniert den Monitor für den flexiblen Einsatz.

Abbildung 2: Seine kompakte Baugröße prädestiniert den Monitor für den flexiblen Einsatz.

Anschlüsse

Der Monitor verfügt über einen einzelnen HDMI-Eingang, eingebaute Stereolautsprecher und eine 3,5-mm-Klinkenbuchse zum Anschließen von Kopfhörern. Display Port Alternate Mode sucht man in dieser Preisklasse vergebens.

Als besondere Funktion tut sich die mögliche Stromversorgung über einen USB-Port eines Raspberry Pi hervor. Doch das ist mit verschiedenen Einschränkungen verbunden: Die Bildschirmauflösung begrenzt sich automatisch auf eine niedrigere Stufe. Die Lautstärke drosselt sich auf die Hälfte der möglichen Leistung und die Helligkeit limitiert sich auf 60 Prozent. Für volle Helligkeit und Full-HD-Auflösung benötigen Sie ein Netzteil mit mindestens 5V/1,5A.

Dabei zeigt sich eine weitere, von den Raspberry Pis nur allzu bekannte Herausforderung: Nicht jedes USB-PD-Netzteil funktioniert. Immerhin signalisiert der Monitor fehlschlagende Versuche beim Finden des richtigen Netzteils mit einem kurzen roten Blinken der Power-LED. Sämtliche Anschlussmöglichkeiten versammeln sich auf der Rückseite unter dem Klappständer. Auf der Unterseite gibt es eine Aussparung, sodass Sie Kabel bei Bedarf von der Vorderseite aus zuführen können.

Spezifikationen

Größe

15,6 Zoll mit 1920 x 1080 Pixel Auflösung

Helligkeit

durchschnittlich 250 Nits

Eingang

HDMI 1.4

Stromversorgung

USB-C, 5 V, 1,5 A

Lautsprecher

zwei 1,2-W-Stereolautsprecher und eine 3,5-mm-Stereoklinkenbuchse

Maße

36 cm x 23,5 cm x 2,1 cm

Gewicht

846 g

Befestigung

Klappständer oder VESA

Preis

ab 115 Euro

Ergonomie

Der Monitor besitzt einen Klappständer (Abbildung 3). Damit eignet er sich hervorragend für den mobilen oder spontanen Einsatz. Beispielsweise dürften Bastler an ihm ihre Freude haben – falls sie in ihrem Projekt einen Bildschirm benötigen, lässt sich der Monitor unkompliziert anschließen, ohne dabei den eigentlichen Arbeitsplatz umständlich ab- und wiederaufbauen zu müssen.

Abbildung 3: Der Klappständer verspricht Flexibilität und verfügt wie auch der Monitor über Kunststoffstreifen, die dafür sorgen, dass in der Halterung alles an Ort und Stelle bleibt.

Abbildung 3: Der Klappständer verspricht Flexibilität und verfügt wie auch der Monitor über Kunststoffstreifen, die dafür sorgen, dass in der Halterung alles an Ort und Stelle bleibt.

Der Klappständer lässt sich flexibel und stufenlos von 0 bis 90 Grad verstellen. Sowohl der Klappständer als auch der Monitor verfügen über weiche Kunststoffstreifen auf der Unterseite. Sie verhindern, dass das Gerät in der Halterung verrutscht. Alternativ können Sie den Monitor über VESA-Gewindebohrungen befestigen. Diese Montageart hat allerdings einen unangenehmen Haken: Dadurch blockieren Sie die Anschlüsse auf der Rückseite.

Dementsprechend müssen Sie die Kabel zwingend im ersten Schritt anschließen und im zweiten Schritt notgedrungen ungesund verbiegen, um den Monitor an der VESA-Halterung zu montieren. Darüber hinaus darf die Plastikummantelung an den Anschlüssen nicht zu dick ausfallen, denn sonst drückt die VESA-Halterung auf die Anschlüsse. Eine für die Peripherie des RasPi-Monitors deutlich schonendere Befestigungsmöglichkeit (Abbildung 4) besteht darin, den Klappständer hochzuklappen und die versteckten Aussparungen für Schrauben oder Nägel zu verwenden.

Abbildung 4: Anstatt die VESA-Halterung zu nutzen, lässt sich der Klappständer hochklappen, wodurch Sie die verborgenen Schraubenlöcher verwenden können.

Abbildung 4: Anstatt die VESA-Halterung zu nutzen, lässt sich der Klappständer hochklappen, wodurch Sie die verborgenen Schraubenlöcher verwenden können.

Zum Bedienen des Bildschirms dienen simple Knöpfe auf der Rückseite. En détail hat der Hersteller hier einen Knopf zum Ein- und Ausschalten, zwei Lautstärkeregler sowie zwei Helligkeitsregler (Abbildung 5) verbaut. Zwar liegt darin eine willkommene Abwechslung zu komplizierten Monitormenüs, allerdings verbirgt sich dahinter erneut eine kleine Unannehmlichkeit. Da die Knöpfe ausschließlich auf der Rückseite des Geräts zu erreichen sind, bleibt Ihnen im Zweifel nicht anders übrig, als die Schalter von vorn aus blind zu ertasten.

Abbildung 5: Die Bedienknöpfe befinden sich allesamt auf der Geräterückseite, wodurch Sie sie unter Umständen blind ertasten müssen.

Abbildung 5: Die Bedienknöpfe befinden sich allesamt auf der Geräterückseite, wodurch Sie sie unter Umständen blind ertasten müssen.

Lautsprecher und Audio

Bei den integrierten Lautsprechern zeigen sich die Entwickler des Raspberry Pi Monitors wenig ambitioniert. Sie sind kaum mehr als eine Notlösung: Der Klang kommt gänzlich ohne Bass aus, Sprache lässt sich immerhin gut verstehen. Die maximale Lautstärke ist durch die Stromversorgung limitiert. Zugegeben, hinsichtlich der anvisierten Zielgruppen wie der Maker-Szene oder Schüler dürfte die Klangqualität eine eher untergeordnete Rolle spielen.

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