Aus Raspberry Pi Geek 01/2024

Mit Lego Education Spike spielerisch programmieren lernen (Seite 2)

Abbildung 5: Das Programm zu unserem Linienfolger besteht aus Blöcken.

Abbildung 5: Das Programm zu unserem Linienfolger besteht aus Blöcken.

Alternativen

An dieser Stelle möchte ich das Augenmerk auf zwei alternative Produkte lenken. Sie entsprechen in ihrer Zielsetzung zwar nicht ganz der von Lego Education Spike Prime, könnten aber für den typischen Bastler trotzdem sehr interessant sein.

Der Makeblock mBot 2 [4] richtet sich an experimentierfreudige Anwender der Altersklasse ab 14 Jahren. Das Chassis besteht aus robustem Aluminium, an das Sie beliebige Teile anschrauben können. Die Programmierung erfolgt wie beim Lego Spike mit Scratch. Für einen Straßenpreis von rund 160 Euro bekommen Sie allerdings nicht so viele Teile für unterschiedliche Modelle wie beim Lego-Pendant; Abhilfe schafft ein passendes Erweiterungspaket.

Mit dem Fischertechnik-Set 559895 Robotics Hightech [5] liegen Sie preislich in einer ähnlichen Region wie bei Lego Education Spike Prime. Der Baukasten für 550 Euro richtet sich an Kinder ab 10 Jahren.

Die Fischertechnik-Komponenten wirken generell etwas robuster und technischer orientiert als ihre Lego-Pendants. Die Steuerung der Roboter übernimmt ein TXT-Modul, das über zahlreiche frei verwendbare Ein- und Ausgänge und ein großes Farb-Display verfügt. Außerdem können Sie das Modul mit einer mitgelieferten USB-Kamera ausstatten. Dadurch “sehen” die Roboter ihre Umgebung. Zudem versprechen die vorhandenen Omniwheels eine Menge interessanter Möglichkeiten.

Das Set enthält 580 Teile, darunter vier Motoren und einen Servo. Allerdings scheint die Anleitung eher für ältere Kinder gedacht zu sein und erfordert mehr Eigenleistung als der Lego-Baukasten. Beim Fischertechnik 559895 Robotics Hightech liegen die Baupläne für die Modelle in Papierform vor.

Schließlich soll nicht unter den Tisch fallen, dass es einen RP2040-basierten RasPi-HAT für Lego-Spike-Komponenten [6] gibt, der vier Ports für das Ansteuern entsprechender Bauteile bereitstellt. Allerdings war die Aufsteckplatine bis zum Redaktionsschluss nicht lieferbar, wir konnten sie daher nicht testen.

Fazit

Beim Testen empfand ich anfangs die verwendeten Bausteine als etwas zu bunt, was sicher eine Frage des (Erwachsenen-)Geschmacks ist. Letztlich habe ich mich schnell an die farbenfrohen Roboter gewöhnt. Die von Lego bereitgestellten Anleitungen taugen bestens für das Eigenstudium von Nachwuchs-Geeks. Durch das breite Spektrum von einfachen Projekten bis hin zu komplexeren Konstruktionen greifen sie jungen Bastlern beim Einstieg in die Welt des Programmierens unter die Arme.

Die einzige Kritik: Die Spike-Sets könnten etwas preiswerter sein. Vor allem, wenn man einen Blick auf die Alternativen wirft, drängt sich der Verdacht auf, dass der Hersteller Gewinn auf Kosten der Bildung machen will. Doch selbst Geeks in den höheren Semestern versprechen die Lego-Spike-Sets viel Spaß an den Robotern und den Experimenten. Eigene Versuchsaufbauten sind rasend schnell zusammengeklemmt. (csi)

Der Autor

Martin Mohr hat die komplette Entwicklung der modernen Computertechnik miterlebt. Nach dem Studium entwickelte er überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte seine alte Liebe zur Elektronik wieder.

Glossar

MINT
Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik.
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