Aus Raspberry Pi Geek 05/2023

DIY-Kamera für Wiggles und Lentikularfotografie (Seite 3)

Beginnen wir zunächst einmal mit einer Serie von acht Bildern für ein Raumbild. Die Bilder müssen einheitlich ausgerichtet sein, schon geringfügige Verkantungen und kleine vertikale Unterschiede machen die Aufnahmen unbrauchbar. Wählen Sie in SPM File | Multiple Images | Auto Rotation adjustment und markieren Sie die anzupassenden Bilder. Im zweiten Schritt benötigen Sie in jedem Bild noch einen gemeinsamen Referenzpunkt. Die entsprechende Funktion finden Sie unter File | Multiple Images | X/Y adjustment**& cropping.

Danach geht es über Edit | Create Lenticular Image ans Drucken. Den Lenticular Lens Pitch und die Druckerauflösung stellen Sie passend zur Lentikularfolie ein. Zu guter Letzt drucken Sie das Bild via File | Print preview. Lentikularfolie in der Größe 15 x 10 Zentimeter bekommen Sie in verschiedenen Linsenabständen mit vertikaler und horizontaler Ausrichtung. Die selbstklebende Folien richten Sie über dem Ausdruck aus und bringen sie dann sorgfältig auf. Für größere Formate erweist sich ein Laminiergerät als sinnvoll.

Möchten Sie die Bildserie als Wigglegram aufarbeiten, nutzen Sie die Convert-Funktion von ImageMagick. Das folgende Kommando sorgt dafür, dass alle JPEGs im aktuellen Verzeichnis mit dem Präfix Bild in die GIF-Animation aufgenommen werden:

$ convert -delay 10 -loop 0 Bild*.jpg Wiggle.gif

Die Wiedergabe erfolgt hier in einer Endlosschleife mit 10 fps. Der geeignete Ablauf hängt von der Größe und Anzahl der Bilder ab. Statt eines GIFs können Sie gegebenenfalls das MP4-Format verwenden. Abdrucken lässt sich ein Wiggle freilich nicht, sehen Sie sich deshalb zur Illustration die Beispiele auf https://www.3d.imagefact.de an.

Speziell für Lentikularbilder bietet sich das kostenpflichtige Triaxes 3DMasterKit an. Die Lizenzgebühr fällt ausgesprochen moderat aus und lohnt den Einsatz. Nachdem Sie die Frames hochgeladen haben, können Sie sie umsortieren und wechselseitig orientieren, die Bilder beschneiden und das Lentikularbild berechnen. Darüber hinaus gibt es weitere nützliche Funktionen wie Animationen und 3D-Erstellung in Ebenen.

Fazit

Lentikularbilder als analoge 3D-Darstellungen und Animationen sowie Wiggles fürs Internet geben Fotografen ein kreatives Werkzeug an die Hand. Schon mit einer konventionellen Kamera erzielen Sie mit etwas Übung vorzeigbare Ergebnisse.

Der Camarray HAT von Arducam ermöglicht, ein Multisensorsystem im Single-, Dual- oder Quadro-Modus einzusetzen und eine DIY-Kamera entsprechend der eigenen Vorstellungen zu konstruieren. Damit eröffnet sich Bastlern und Hobbyfotografen ein weites Experimentierfeld, das von der qualitativ hochwertigen Stereoaufnahme bis zum niedrig aufgelösten Wackelbild reicht.

Für den Bau genügen ein Raspberry Pi, ein Multikamerasystem und ein Powerpack. Im lokalen WLAN liefert ein Smartphone oder Tablet die grafische Bedieneroberfläche; Python, Libcamera und Guizero bilden die Softwareplattform. StereoPhoto Maker und Triaxes kümmern sich um die Weiterverarbeitung. (csi)

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