Aus Raspberry Pi Geek 12/2022

Alternativen zu Alexa und Co. (Seite 3)

Fazit

Der Weg zu einem eigenen, smarten Privatsekretär ist holprig. Von der Basisinfrastruktur her betrachtet bieten sowohl Mycroft als auch SEPIA eine gute Grundlage. Bildlich gesprochen versucht Mycroft ein Fertighaus zu liefern, während SEPIA den Rohbau stellt. SEPIA ist dadurch deutlich flexibler. Bei beiden Systemen fällt die eigentliche Arbeit erst bei der Inneneinrichtung an, also während Sie die digitalen Assistenten in die eigene IT-Umgebung einbinden. Ohne gewisse Vorkenntnisse und die Bereitschaft, selbst Hand anzulegen, lässt sich keines der Systeme sinnvoll einsetzen.

SEPIA hat in Deutschland eindeutig die Nase vorn. Das Setup weist keine Abhängigkeiten zur Hardware auf und läuft bei Bedarf auf dem heimischen Server einfach mit. Bei Mycroft steckt zudem im Thema privater Assistent eine gewisse Ambivalenz: Im Vergleich zu den Cloud-Diensten der Konzerne sorgt der Mycroft-Proxy für einen gewissen Schutz, letztlich läuft trotzdem alles über den Server einer fremden Firma.

Insgesamt zeigt der Ausflug in die Welt der Open-Source-Assistenten zwei Dinge: Einerseits hat die Software eine Reife erlangt, die Ihnen ermöglicht, die digitalen Helfer für spezielle Szenarien mit überschaubarem Aufwand einzusetzen. Andererseits hat der Raspberry Pi in der vierten Generation eindeutig genug Reserven für komplexe Anforderungen. (csi)

Der Autor

Bernhard Bablok arbeitet bei der Allianz Technology SE als SAP-HR-Entwickler. Wenn er nicht Musik hört respektive mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs ist, beschäftigt er sich mit Themen rund um Linux, Programmierung und Kleincomputer. Sie erreichen ihn unter mailto:[email protected].

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