Eine Klasse entspricht einer Entität und soll diese vollständig beschreiben. Versuchen Sie, so wenig Klassen wie möglich zu erzeugen. Halten Sie dabei die Klassen so klein wie möglich, und erledigen Sie wenn möglich nur eine Aufgabe pro Klasse. Die Kopplung von Klassen untereinander sollte so lose wie möglich bleiben. Das erleichtert das Austauschen einer einzelnen Kasse erheblich.
Zu Beginn einer Entwicklerlaufbahn sind wir stolz darauf, die erste funktionierende Schleife hinzubekommen. Dummerweise gewöhnen wir uns hierbei schon an, sogenannte Magic Numbers zu verwenden. So bezeichnet man Zahlen, die kommentarlos im Code stehen und irgendeine Schleife steuern oder in einer Bedingung einen Grenzwert vorgeben. All diese Zahlen haben für den Leser keine rechte Bedeutung, aber der Code erledigt auf quasi magische Weise, was er soll. Ersetzen Sie solche Zahlen besser durch Konstanten mit sprechenden Namen. Das macht den Code um einiges leserlicher.
Fangen Sie nicht damit an, Quellcode geschwindigkeitsoptimiert zu entwickeln, sondern erst einmal leserlich. Falls sich herausstellt, dass die Programmausführung tatsächlich zu langsam ist, können Sie immer noch Hand anlegen, um die entsprechenden Codestellen zu optimieren.
Ihnen sollte immer bewusst sein, dass Sie als Mensch selbst ein wenig zur Vergesslichkeit neigen. Die hier angesprochenen Regeln und Tipps sind dazu gedacht, Quellcode generell so aufzubauen, dass er leichter zu verstehen ist. Davon profitieren nicht nur andere, sondern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch Ihr zukünftiges Ich. Nichts ist nerviger, als seinen eigenen Code nach ein paar Monaten nicht mehr zu verstehen.
Profi sein
Dieser Artikel beschreibt nur einige der Aspekte, die für das Erstellen von sauberem Source-Code wichtig sind. Haben wir damit Ihr Interesse an diesem Thema geweckt, ist das eingangs erwähnte Buch “Clean Code” eine wirkliche Bereicherung für Ihre Arbeit.
Betrachten wir nun das Thema Softwareentwicklung einmal aus einem anderen Blickwinkel: Software ist ein Produkt, das mithilfe von Werkzeugen erstellt wird. Wir gehen hier der Einfachheit halber einmal davon aus, dass die Werkzeuge nur geringen Einfluss auf die Qualität des Produkts haben. Der Entwickler dagegen ist maßgeblich für die Qualität der Software verantwortlich.
Es ist daher extrem wichtig, dass diese Person effizient und sauber arbeitet. Das Buch “Clean Coder” gibt hier tolle Einblicke in die tägliche Arbeit eines Entwicklers [2]. Es beschreibt die typischen Probleme in Softwareprojekten und zeigt Lösungswege dafür auf. Sie sollten also nicht nur wissen, wie man sauberen Code erstellt, sondern auch, wie Sie zu einem sauber arbeitenden Entwickler werden.
Fazit
Clean Code ist eine generelle Herangehensweise an das Erstellen von Programmen, die sich eher als Marathon denn als Sprint versteht. Man kann nicht von heute auf morgen alle diese Tipps und Regeln umsetzen und nur noch saubere Programme schreiben. Frei nach der Pfadfinderregel ist es aber möglich, jeden Tag ein wenig besser zu programmieren. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Leicht verständlicher Code lässt sich einfacher verwenden und warten. Obendrein macht es auch viel mehr Spaß, mit sauberem Code zu arbeiten. Selbst bei unseren kleinen Basteleien rund um den Raspberry Pi kann uns Clean Code das Leben erleichtern. Starten Sie also lieber heute als morgen damit. (cla)
Der Autor
Martin Mohr hat die komplette Entwicklung der modernen Computertechnik live miterlebt. Nach dem Studium entwickelte er überwiegend Java-Applikationen. Mit dem Raspberry Pi erwachte seine alte Liebe zur Elektronik wieder.
Glossar
- MVC-Konzept
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Das Model-View-Controller-Konzept (englisch für Modell-Präsentation-Steuerung) ist ein Muster zur Unterteilung einer Software in die Komponenten Datenmodell (Model), Präsentation (View) und Programmsteuerung (Controller).
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