Node.js aktualisieren
IO-Broker basiert auf dem Node.js-Framework. Da dieses laufend weiterentwickelt wird, muss man es gelegentlich aktualisieren. Verbinden Sie sich dazu auf die Konsole Ihrer IO-Broker-Instanz und führen die in Listing 1 hinterlegten Befehle aus. Das Kommando node -v gibt die aktuelle Version von Node.js aus. So überprüfen Sie, ob die Installation geklappt hat. Stoßen Sie beim Aktualisieren von Node.js auf Probleme, werfen Sie am besten einen Blick in die ausführliche Dokumentation [6]. Dort finden sich viele zusätzliche Hinweise und Hilfestellungen bei möglichen Fehlern.
Listing 1
Node.js aktualisieren
$ node -v $ cd /opt/iobroker/ $ iobroker backup $ iobroker stop $ curl -sL https://deb.nodesource.com/setup_14.x | sudo -E bash - $ sudo apt-get install -y nodejs $ node -v $ curl -sL https://iobroker.net/fix.sh | bash - $ iobroker start
Nachdem die Installation des Adapters abgeschlossen ist, konfigurieren Sie ihn ähnlich wie seinen Open-Source-Kollegen. Ein Beispiel für die dazu nötigen Einstellungen sehen Sie in Abbildung 7. Haben Sie die Konfiguration abgeschlossen, klicken Sie auf das Icon zum Speichern und Schließen. Anschließend starten Sie die KNX-Instanz. Sobald sie fehlerfrei läuft, beginnen Sie mit der Einrichtung.

Abbildung 7: Die Konfiguration des kommerziellen KNX-Adapters erfolgt analog zu jener der Open-Source-Variante.
Als ersten Schritt importieren Sie die Lizenz (falls Sie eine erworben haben) sowie die KNX-Projektdatei. Letztere erhalten Sie, indem Sie sie aus der ETS heraus exportieren. Bei der ETS-Version 5 müssen Sie dazu das Projekt öffnen und auf das Export-Icon klicken. In ETS 6 findet sich die Export-Funktion auf der Dashboard-Kachel des Projekts. Der Name der exportierten Datei endet immer auf .knxproj.
Es kann vorkommen, dass ETS in einer so aktuellen Version vorliegt, dass der IO-Broker-Adapter sie noch nicht unterstützt. Meist stellen die Entwickler des Adapters wenige Tage nach Erscheinen einer neuen ETS-Version eine entsprechend angepasste Beta zur Verfügung. Es dauert aber immer etwas, bis diese Änderungen auch in einem Release ankommen. Daher müssen Sie eventuell den passenden Adapter als Beta-Version installieren.
Dabei sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen und zwei grundsätzliche Ratschläge beherzigen. Achten Sie zum einen darauf, dass die schon vorhandenen Adapter alle aktuell sind. Wenn Sie in der Adapterübersicht auf das Sternchen klicken, wird nach den installierten Adaptern gefiltert. Falls nun um die Versionsnummer herum ein grüner Rand erscheint, steht für den entsprechenden Adapter ein Update bereit. Behalten Sie zum anderen die Protokolldateien im Auge. Hier finden sich oft Fehlermeldungen, die Sie im Frontend nicht zu sehen bekommen. Achten Sie besonders nach einem Neustart einer Instanz auf die Logs.
Um einen Beta-Adapter einrichten zu können, müssen Sie in den Systemeinstellungen von IO-Broker das Installations-Repository auf beta umstellen (Abbildung 8). Zu den entsprechenden Settings gelangen Sie über einen Klick auf das Icon mit dem Schraubenschlüssel. Nach der Umstellung des Repositorys erscheint dann bei der Adaptersuche ein Warnhinweis. Sehen Sie keine entsprechende Meldung, wurde die Seite nicht automatisch aktualisiert. In diesem Fall müssen Sie das manuell mit [F5] erledigen.

Abbildung 8: Nach einer ETS-Aktualisierung müssen Sie unter Umständen das IO-Broker-Repository auf beta umstellen.
Sobald alle Abhängigkeiten erfüllt sind, kann die Installation mit einem Klick auf die Versionsnummer beginnen. Es kommt allerdings gelegentlich vor, dass eine Liste mit nicht erfüllten Abhängigkeiten erscheint. In diesem Fall müssen Sie das System vor der Installation auf einen aktuellen Stand bringen. Vergessen Sie nicht, nach der Installation eines Beta-Adapters das Repository wieder auf stable zurückzustellen.
Um diesen Workaround kommt man hin und wieder nicht herum. Das liegt daran, dass der kommerzielle Adapter die komplette KNX-Projektdatei importiert. Sie weist in jeder ETS-Version einen leicht unterschiedlichen Aufbau auf, sodass Sie den Import des Adapters bei jeder neuen Version anpassen müssen. Die Projektdatei enthält alle Informationen des KNX-Projekts und fällt dementsprechend komplex aus.
Der Open-KNX-Adapter hingegen verwendet nur die Liste der Gruppen, die in einem recht unkomplizierten XML gespeichert sind. Hier ändert sich der Aufbau bei einem Versionswechsel der ETS nicht. Der freie Adapter bietet allerdings auch nicht so viele Möglichkeiten wie sein kommerzieller Bruder.
Nach erfolgreicher Installation und einem eventuellen Update auf die Beta-Version können Sie jetzt über den Objektbaum auf die einzelnen Datenpunkte des KNX-Gateways zugreifen. Die Import-Schnittstelle hat allerdings so einige Eigenheiten: Nicht jedes KNX-Projekt, das in der Installation läuft, wird auch ohne Probleme importiert. Es ist wichtig, das Projekt komplett sauber aufzusetzen. Weisen Sie alle Datenpunkte zu, verwenden Sie in ETS-Bezeichnungen grundsätzliche keine Sonderzeichen, bauen Sie die Gruppenadressen in einer Baumstruktur auf und fügen Sie jedes Gerät in die Anlagenstruktur ein.
Falls Sie Probleme beim Import eines Projekts haben, werfen Sie erst einmal einen Blick in die Dokumentation des Adapters. Sie findet sich hinter dem Fragezeichen-Icon auf der Adapterseite von IP-Broker.
Fazit
Mit dem Anbinden von KNX an IO-Broker konnten wir zeigen, dass die Software sich auch mit Profikomponenten aus dem Bereich der Gebäudeautomation koppeln lässt. Allerdings muss man sagen, dass es keinen rechten Spaß gemacht hat, den kommerziellen Adapter zu verwenden. Die Probleme mit den unterschiedlichen ETS- und Adapterversionen kosteten eine Menge Zeit.
Der freie Adapter dagegen erledigte auf Anhieb das, was er sollte. Ob man nun direkt auf die Datenpunkte zugreift oder über die Gruppen geht, macht für viele Anwendungen kaum einen Unterschied. Daher empfehlen wir, mit dem freien Adapter zu starten und nur im Bedarfsfall auf die kommerzielle Variante umzusteigen. Tatsächlich ist der freie Adapter nur wenige Monate alt, und man hat den Eindruck, dass sich dafür ein Entwicklerteam zusammengetan hat, das mit dem kommerziellen Adapter einfach nicht glücklich war.
Diese Folge bildet den Abschluss unserer IO-Broker-Reihe. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir alle Themen rund um die Software behandelt hätten. Tatsächlich konnten wir in den acht Teilen dieser Serie nur einen kleinen Überblick über die verfügbaren Adapter und Funktionen geben. Es bleiben noch viele interessante Bereiche von IO-Brokers zu erforschen. Der Autor wünscht Ihnen viel Spaß dabei! (cla)





