Aus Raspberry Pi Geek 12/2021

Editorial 11-12/2021

Eine besondere Zeit

Andreas Bohle

IoT-Hardware ist oft zu eng mit der Cloud verbandelt. Zeit für einen Befreiungsschlag, findet der Stellvertretende Chefredakteur Andreas Bohle.

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

wenn dieser Tage mit der Tagundnachtgleiche das Jahr unaufhaltsam seinem Ende entgegenstrebt, dann hat der Einzelhandel schon lange die ersten Aktionsflächen platziert, auf denen sich Adventsartikel finden. Die berühmten 100 Tage vor Weihnachten haben wir uns zwar nicht auf die Fahnen geschrieben, sind aber bedingt durch den Erscheinungsrhythmus ebenfalls gezwungen, uns vergleichsweise früh mit den festlichen Tagen auseinanderzusetzen.

Schließlich brauchen selbst versierte Bastler etwas Vorlauf, um Teilelisten, Schaltpläne sowie Löt- und Druckzeiten mit dem sonstigen Alltag in Einklang zu bringen. Deshalb finden Sie bereits in dieser Ausgabe einen Workshop, der zeigt, wie Sie einen kleinen Adventskranz samt Lichtern zusammenbauen (siehe Artikel ab Seite 42). Dabei handelt es sich um ein vergleichsweise komplexes Projekt, bei dem sowohl Teile von der Stange als auch individuell erstellte Komponenten zum Einsatz kommen. Gerade Letztere bieten viel Raum für eigene Ideen.

Etwas weniger Vorlauf haben Sie für ein zweites Projekt: Dabei geht es um Gruseliges zu Halloween. Mittlerweile hat sich in Deutschland das Gruseln zum Herbst etabliert; meist ziehen Kinder auf der Suche nach Süßem oder Saurem durch die Straßen. Um Kontakte zu vermeiden, ist das nun schon seit zwei Jahren nur noch reduziert möglich. Damit der Spaß am Abend vor Allerheiligen trotzdem nicht zu kurz kommt, hat unser Autor diesmal etwas mehr Gehirnschmalz investiert. Herausgekommen ist dabei ein Gruselschädel, der einiges auf dem Kasten hat (siehe Artikel ab Seite 36).

Weniger amüsant, aber essenziell für die Privatsphäre ist ein Beitrag, in dem wir zeigen, wie Sie Komponenten für die Hausautomation aus der Cloud befreien (siehe Artikel ab Seite 70). Dabei geht es um den Hersteller Sonoff. Dessen Hardware belastet zwar den Geldbeutel nicht allzu sehr, doch die Integration der Komponenten in die firmeneigene Cloud bereitet Sicherheitsforschern Bauchschmerzen. Ähnliches gilt übrigens auch für die Geräte anderer Hersteller [1].

Mit dem Projekt Tasmota [2] steht aber zum Glück eine Alternative bereit, die die Geräte nicht nur unabhängig macht, sondern unter Umständen auch längeren Support ermöglicht, als ihn viele Firmen bereit sind zu leisten oder überhaupt leisten könnten [3]. Mit der neuen Software ausgestattet integrieren Sie die Hardware aber ebenso nahtlos in Ihre zentrale Steuerung wie mit der Original-Firmware. Wie das gelingt, lesen Sie ebenfalls im besagten Beitrag.

Zu all den wichtigen Themen und spannenden Projekten gibt es aber noch eine nicht zu vernachlässigende Alternative: Outdoor. Tanken Sie mit den letzten Sonnenstrahlen noch einmal richtig Energie, um sich dann wieder auf Pläne, Werkzeuge und Rechner zu stürzen. Die Lektüre dieser Ausgabe an einem sonnigen Plätzchen ist schon mal ein guter Anfang.

Herzliche Grüße

Andreas Bohle

Stellv. Chefredakteur

Infos

  1. Bespiele für Sicherheitslücken in der IoT: https://www.conosco.com/blog/iot-security-breaches-4-real-world-examples/
  2. Tasmota-Projekt: https://github.com/arendst/Tasmota
  3. Sicherheitsprobleme in der IoT: https://ptrace.fefe.de/iot/iot.html#0
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